[Rezension] Kai Meyer/Asche und Phönix

Titel: Asche und Phoenix
Autor: Kai Meyer
Verlag: Carlsen
Kategorie: Jugendbuch
Genre: Fantasy
Alter: ab 14 Jahren
ISBN:
978-3-551-58291-1
Preis Hardcover: 19,90 €
Link: Amazon
Leseprobe: Lies mich

Klappentext

Der teuflische Preis des Ruhms. Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des magiers Phoenix aus den Glamour-Filmen. Sie ist eine „Unsichtbare“, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, so wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut.
Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer Macht, die sie gnadenlos jagt.
„Das hier ist wie eine Rakete, die einmal gestartet ist und jetzt die Atmosphäre verlässt. Die Wirklichkeit verlangt, dass sie irgendwann wieder am Boden aufsetzt und alles so ist wie zuvor. Aber ich will immer weiter fliegen, höher hinauf zu den Sternen, so schnell und so weit es nur geht.“
„Das will ich auch. Und wir fliegen ja längst. Wenn du dich umdrehst, kannst du die Erde nicht mehr sehen.“
Da blieb sie stehen, schmiegte sich an seinen Oberkörper und küsste ihn. Er schmeckte nach Asche, genau wie sie.
Autor
Kai Meyer, geboren 1969 , studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in dreißig Sprachen übersetzt.  
Cover
 Vorne auf dem Buch sieht man eine zauberhafte kleine Stadt, die sich an Felsen schmiegt; dem Inhalt nach kann man vermuten, dass hier ein kleines Dörfchen/eine kleine Stadt an der französischen Côte d’Azur zu sehen ist. Auch das Meer, das sich hinten im Bild verbirgt, spricht dafür. Der Titel ist deutlich zu lesen und die Schnörkel und Verzierungen, die sich in beiden sowohl in Asche als Phoenix befinden, setzen sich auf dem Cover weiter fort.
Ich möchte aber auch die Rückseite des Buches nicht außer Acht lassen: Man sieht zwei Fotografien, bei denen man sich erst einmal fragt: Was soll das denn sein? Beine von laufenden Personen, eine U-Bahn, eine Treppe. Doch im Laufe des Buches klärt sich diese Frage von selbst und ich finde es einfach schön, dass dieser inhaltliche Aspekt auf dem Buch selbst verwirklicht wurde. 
„Und was soll ich damit?“
Verständnislos sah er sie an. „Aufheben. Anschauen. Was man so macht mit Fotos.“
„Aber die sind doch nicht für micht! Ich klebe sie an die Wände von U-Bahn-Stationen und Fußgängertunneln und öffentlichen Toiletten. Ich verteile sie überalle, damit irgendwer sie findet und ansieht und… ich weiß nicht, sich damit beschäftigt.“ Verstand er das denn nicht? „Das ist wie Reden. Nur besser.“
S.89
Doch das war ja nur der Schutzeinband bisher! Auch wenn man diesen abnimmt, bleibt die Freude am Buch ungetrübt, denn noch mehr Fotos, die aus Ash‘ Hand stammen könnten, zieren das Buch an sich. Die Covergestaltung ist hier einfach durchdacht und wirklich gut gelungen.
Zitate 
Ashs Zurückhaltung aber fühlte sich anders an. Eher wie die eines verletzten Tieres, das nach jedem schnappte, der ihm zu nahe kam. Sie trug Narben wie er selbst, innen und wahrscheinlich auch außen. Er sah ihr den Schmerz an, und was er wiedererkannte, war nicht nur sein Spiegelbild in ihren hübschen grünen Augen. 
S.67
„Asche und Phoenix“, sagte Lucien. „Das seid ihr beiden. Ihr gehört zusammen. Du, Ash, kannst diejenige sein, aus der Parker neu geboren wird. Du machst ihn zu einem anderen. Er hat sich jetzt schon verändert. Zum Besseren natürlich.“
S.109
Überblick

Ich habe hier das Hardcover vorliegen mit 461 Seiten, zusätzlich ist ein kleines graues-grünes Leseband eingearbeitet, dessen Farbe man am Einband wiederfinden kann. Der Kostenpunkt liegt, wie oben genannt, bei 19,90 €. 
Die Besonderheit dieser Ausgabe liegt im E-Book, das enthalten ist… na ja, zumindest ist der Code für ein kostenloses E-Book enthalten. Auf der letzten Seite des Buches findet man die Anleitung, wie man sich das Buch herunterladen kann – dabei ist natürlich auch ein Code.
Das Buch beginnt mit einem Vorspann, man hat hier also eine kurze Einleitung. Danach findet man den Hauptteil, der wiederum dreifach unterteilt werden kann: Erster Akt – Glamour, zweiter Akt – Libatique und dritter Akt – Stars. Abgerundet wird dieser Aufbau durch den Abspann. 
Insgesamt gibt es 69 Kapitel, die durch ihren teilweise recht kurzen Inhalt, dazu einladen, einfach „mal noch ein Kapitel lesen… nur noch eines!“

Meine Meinung 

Fangen wir mal mit dem Schreibstil an: Wie bei eigentlich all seinen Werken, zeichnet sich auch hier Kai Meyer flüssiger, leichter und gut lesbarer Stil ab. Er hat die Fähigkeit, einen Leser in seinen Bann zu ziehen, so dass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag – hierzu tragen auch die bereits genannten kurzen Kapitel bei.
Zum Inhaltlichen kann man sagen, dass ein Thema, dass bereits im Urfaust seinen Platz fand, hier neu aufbereitet wird, auf eine interessante Art und Weise: nämlich der Teufelspakt. Es ist nicht leicht, dieses teilweise schon abgelutschte Thema in ein neues Kleid zu verpacken, aber meiner Ansicht nach ist Meyer dies gelungen. Der Grund für den Pakt und die Auswirkungen sind mir so noch nicht begegnet und das gefällt mir doch ganz gut.
Es gibt sicher einige, die das toller und besser finden als ich, aber nichtsdestotrotz fand ich die Anspielungen auf die Twilight-Filme in Form der Glamour-Filme ganz amüsant. Auch die Verknüpfungen zu Daniel Radcliffe und Robert Pattinson, die im Verlauf des Buch hergestellt werden, fand ich ganz schön. Es entspricht einfach der heutigen Zeit.
Als Genre habe ich Fantasy angegeben, aber davon merkt man gerade am Anfang eigentlich noch nicht viel. Doch dies hängt auch mit der Welt, die Meyer hier erschaffen hat, zusammen: Es ist eine Welt, in der die Magie und Wesen, wie z.B. Succubi und Incubi, sich eingefügt haben und ihre Rolle spielen. Ein besonderes Schmankerl ist meiner Ansicht nach aber Steve, der gegen Ende des Buches eine Rolle spielen wird. Ich will nicht zu viel verraten, aber Steve… ist toll.
Und das bringt mich auch schon zu den Charakteren: Hier hätten wir natürlich die beiden Protagonisten Ash und Parker. Eine Diebin und ein Filmstar. Beide sind sehr sympathisch geschrieben, haben ihre Eigenarten, die jedoch auch nicht zu negativ sind. Ash ist eine Person, die nicht mit dem Strom schwimmen möchte, so kennt sie zwar Parker, aber seine Filme und sein Status interessieren sie nicht sonderlich, das Geld ist viel interessanter. Parker hingegen steckt in einem Zwiespalt, er möchte weg von dem Filmtrubel, doch zugleich scheint er geradezu abhängig von eben diesem Glamourfaktor zu sein.
Über die Gegenspieler möchte ich nicht allzu viel zu verraten, doch ein kleines Zitat zu Libatique:

Libatique war die fleischgewordene Nichtigkeit, das belangloseste aller belanglosen Gesichter in der Menge. Er war Grau auf Grau, war Glas auf Glas“
S.222

Man sieht also: Es ist nicht der typische Antagonist, der hier beschrieben ist. Libatique ist ein interessanter Charakter, deutlich interessanter als die eigentlichen Protagonisten.
Das gesamte Personal, das hier beschrieben wird, bleibt einem im Kopf hängen, so z.B. auch Lucien, der sich sicherlich einer allgemeinen Beliebtheit als Nebencharakter erfreuen wird. Ich hätte mich gefreut, wenn er mehr Auftritte gehabt hätte.
Der Verlauf des Buches ist spannend. Interessant fand ich vor allen Dingen, dass der Vorspann einen Vorgriff auf die entscheidenden Seiten am Schluss vollzieht. Und dabei weiß man dennoch erst, wenn es passiert, dass es passiert. Es ist alles dennoch nachvollziehbar und man fieber mit den beiden Charakteren mit.
In sich ist die Geschichte geschlossen, im Abspann findet die kleine Liebesgeschichte und die große Übergeschichte von Ash und Parker ihr Ende. Aber… Ja, es gibt ein aber. Meyer eröffnet sich hier die Chance auf ein weiteres Buch, eine weitere Geschichte im Universum der Glamour-Filme. Es bleibt also die Frage: Geht es weiter? Oder nicht.

Ich mag das Buch. Es liest sich gut, es hat eine gute Geschichte, gute Charaktere, gute Hintergründe, gut eingebaute Fantasy-Elemente und ist einfach gut. Mehr kann ich nicht sagen, denn es ist einfach… gut. 

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One thought on “[Rezension] Kai Meyer/Asche und Phönix

  1. Hallo, das Buch habe ich schon oft in Buchläden gesehen und dank deiner Rezension bin ich echt am überlegen es mir zu kaufen…
    Das klingt alles wirklich spannend. Ich mag deine Rezension 🙂

    LG Marie

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