[Rezension] Billionen Boy – David Walliams

Titel: Billionen Boy
Autor: David Williams
Illustrator: Tony Ross
Verlag: Aufbau
Verlag
Kategorie: Jugendbuch
Genre: Humor
Empfohlenes Alter:  ab 11 Jahren
ISBN: 9783351041700
Preis Hardcover: 14,99 €
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Klappentext
Hast du dir schon mal vorgestellt,
eine Million Pfund zu besitzen?
Joe Spud hätte eigentlich allen
Grund, glücklich zu sein. Genauer gesagt Billionen Gründe, denn er ist der
reichste Zwölfjährige der Welt. Er bekommt von seinem Vater alles, was man sich
nur vorstellen kann: einen Formel-1-Wagen, fünfhundert Paar Turnschuhe, einen
Orang-Utan als Butler. Aber etwas ganz Entscheidendes fehlt ihm: ein Freund.
Daher bittet er seinen Vater um das Unvorstellbare – auf eine ganz normale
Schule gehen zu dürfen, inkognito. Damit beginnen natürlich jede Menge
urkomische Verwicklungen, die am Ende zeigen, dass mit Geld und Reichtum nicht
alles unbedingt gut wird.
Autor
David Walliams, 1971 in Surrey,
Südengland, geboren, ist Schauspieler, Autor und Comedian in einem. Berühmt
wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Matt Lucas. Für die Fernsehserie Little Britain erhielten die beiden
zahlreiche Preise. „Billionen Boy“ ist nach „Gestatten, Mr. Stink“ und „Kicker
im Kleid“ sein dritter Roman.
Illustrator
Tony Ross, geboren 1938 in London,
studierte an der Liverpool School of Art und arbeitete u.a. als Karikaturist,
Grafiker und Dozent. Tony Ross gehört zu den international bekanntesten Kinder-
und Jugendbuchillustratoren und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er
lebt heute mit seiner Frau und seiner Tochter in Cheshire.
Cover
Ich hab die Hardcover-Variante des
Buchs hier vor mir liegen. Auf dem Cover selbst dominiert ein türkisblauer
Farbton. Man sieht darauf Joe, der mit Geld nur so um sich wirft und dabei
eigentlich fröhlich zu sein scheint. Das gesamte Cover hat eher kühle Farben,
blau, grau, grün, türkis, weiß; einzig Joes Gesicht und sein Haar sind wärmer –
er hat richtig rote Apfelbäckchen.
Pressemeinungen
„David Williams erzählt Dinge, die
zum Heulen sind, so, dass man trotzdem lachen kann.“
Zeit Leo
„Das witzigste Buch, das mein
10-jähriger Sohn jemals gelesen hat.“
Telegraph
Zitate
„Hast du dir schon mal vorgestellt, eine Million Pfund zu besitzen?
Oder ein Billion?
Oder sogar eine Trillion?
Oder eine Fantastillion?“
S.7
„Bob tat Joe wirklich leid. Seit Joe acht Jahre alt war, hatte er zu Hause
keinen Finger mehr krümmen müssen. Es hatte Butler und Dienstmädchen und
Gärtner und Fahrer gegeben und wen auch immer, um alles zu erledigen.“
S.52
Überblick
Das Hardcoverbuch hat 237 Seiten an
reiner Geschichte. Unterteilt ist diese in 26 Kapitel, von denen jedes eine
eigene Überschrift hat. Am Ende der Geschichte findet man noch eine
Nachbemerkung, in der jeder wichtige Charakter einen Überblick über dessen
Zukunft erhält – mit Illustration. Dann folgt noch eine Danksagung sowie die
Vorstellung des Autors und des Illustrators, so dass man am Schluss insgesamt
247 Seiten vorliegen hat.
Wir haben hier einen allwissenden
Erzähler, der auch den Leser immer wieder miteinbezieht und auch oft mit „lieber
Leser“ direkt anspricht.
Meine Meinung
Der kleine Joe Spud ist
unvorstellbar reich, er hat alles, was man sich wünschen kann – die Liste
dieser Sachen findet man im Buch auf Seite 8. Darauf sind so Dinge wie ein
japanischer Roboterhund, ein Krokodil und eine Achterbahn hinten im Garten.
Doch wirklich glücklich ist Joe nicht damit, er vermisst die Zeit, in der sein
Dad ihm zum Geburtstag nicht mal eben zwei Millionen Pfund schenkt, sondern auch
mal etwas Selbstgebasteltes, eine Kleinigkeit, die dafür von Herzen kommt. Das
Vermögen hat Herr Spud übrigens mit Toilettenpapier gemacht. Aber Joe vermisst
nicht nur seinen alten Dad, sondern auch etwas ganz Wesentliches: Freunde. Das
ist ja ein großes Problem, wenn man Geld hat oder berühmt ist, echte Freunde
sind nicht unbedingt leicht zu finden. Also will Joe inkognito auf eine normale
Schule gehen und darf dies schließlich auch. Und das ist der Beginn von vielen
Verwicklungen.
Joe findet auch einen Freund, Bob,
der genauso dick ist wie Joe selbst (wenn man reich ist, kann man sich wirklich
viele Süßigkeiten kaufen). Und Bob akzeptiert ihn nicht wegen seines Geldes,
sondern weil er ihn mag. Bob ist nicht reich und wird wütend, wenn Joe
versucht, verschiedene Dinge mit Geld zu erreichen.
Die Charaktere sind liebevoll
gestaltet, gerade die beiden Jungen haben mir sehr gut gefallen: der eher
unbeholfene Joe, der erst wieder lernen muss, dass man mit Geld nicht alles
kaufen kann, und Bob, dem Schokolade lieber ist als ein großer Batzen Geld. Auch
Mr. Spud ist einzigartig und wie so mancher Mann in der Midlifecrisis mit Geld
fällt er auf einige Mädchen herein, die eben nur an seinem Geld interessiert
sind (z.B. Sapphire, ein Seite-3-Mädchen, das alles andere als intelligent ist –
ich zitiere: „Sapphires
Gebusstags-Wunschliste“
, S.128). Joe und Mr. Spud müssen beide auf ihre
Weise lernen, dass Geld nicht alles ist, der eine auf einem leichteren Weg, der
andere auf einem sehr schweren und harten Weg. Aber – wie könnte es anders sein
– am Schluss wird alles gut. Ein zufriedenstellendes Ende für alle.
Ich persönlich habe manchmal
Probleme mit dem etwas derben britischen Humor, darum würde ich das Buch auch
nicht schon ab 10 Jahren geben, denn so findet man darin beispielsweise eine
Liste mit Schimpfwörtern – diese ist zwar noch in Ordnung, aber das ist einfach
nicht meine Welt. Eine Prise weniger britische Derbheit und es hätte mir mehr
gefallen. Aber wir haben hier ja auch einen der Darsteller aus Little Britain als Autor, da ist dies
nicht anders zu erwarten gewesen.
Die Illustrationen sind hingegen
einfach ein Traum. Schlicht und trotzdem intensiv und aussagekräftig, das
schätze ich sehr an Tony Ross‘ Stil. Auch dass manche Wörter und Sätze
besonders hervorgehoben worden und somit noch intensiver wirken, gefällt mir
sehr gut.
Fazit
Davis Walliams ist eine
hervorragende Jugendgeschichte gelungen, die mir persönlich stellenweise etwas
zu derb ist. Da das jedoch nichts heißen will, weil ich einfach ein wirklich
schlechter Schimpfwörter-Sager bin, bin ich mir sicher, dass das Buch gerade
Jungs, die etwas wilder sind, gut gefällt. Wer also den typisch britischen
Humor schätzt, sollte hier einen Blick reinwerfen. Insbesondere die
Illustrationen verleihen dem Buch einen ganz eigenen Charme und machen es
allein dadurch schon lesenswert.

Bewertung

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