[Rezension] Die Auswerterin – Elk von Lyck

Titel: Die Auswerterin oder Das Ende von Auschwitz
Autor: Elk von Lyck
Erschienen bei: Books on Demand
Kategorie: Historischer Roman
ISBN: 978-3844816143
Preis Taschenbuch: 7,90 €

Link: Amazon






























Klappentext

England 1944. Emily Brown ist Auswerterin von Luftbildern. Zufällig
entdeckt sie bei ihrer Arbeit ein Konzentrationslager. Emily ist
entsetzt – und sie fasst einen Plan. Mit Waffengewalt dringt sie in das Büro von Arthur ein Harris ein, dem Chef des Bomberkommandos, und verlangt aus der Luft anzugreifen. Um sein Leben zu retten erteilt Harris den Befehl. Emily will ihn erst verlassen, wenn die Bomben gefallen sind. Während der Stunden des Wartens entspinnt sich zwischen den beiden ein gefährliches Duell der Worte.

Was wussten die Alliierten wirklich
von Auschwitz? Gab es Alternativen zur späten Befreiung des Lagers? Die Auswerterin sucht nach Antworten.

Autor
Bei dem Namen Elk von Lyck handelt es sich natürlich um ein Pseudonym.  Lyck ist
der Name einer ostpreußischen Stadt, die seit 1945 zu Polen gehört und heute Elk
genannt wird. Elk von Lyck ist daher ein bewusst gewähltes Symbol für die Aussöhnung
zwischen den beiden einstmals verfeindeten Nationen.

Cover

Das Cover wird von einem Bild aus dem Bundesarchiv geschmückt: Hier sieht man die Bahngleise und Zugzufahrt zum KZ Auschwitz. Ansonsten ist es sehr schlicht gehalten, so dass das Bild noch ausdrucksvoller wirkt. Weiß ist die dominierende Farbe, die Schriften und das Bild sind dagegen in Grautönen gehalten.

Zitate

Sie sah es genau vor sich: Die braune Flut schwappte über das Lager, über die Baracken, die Zäune und den Appellplatz und über die Zahlen und Buchstaben, wischte alles hinweg, bis nur noch eine Pfütze übrig bliebt, in der aufgequollenes Papier schwamm.
S.5

Nur auf eines musste er achten: Keinesfalls durfte er seinen wahren Namen verraten – Josua.
S.17

„Ich bin auf der Seite der Menschen. Ich finde, man darf sie nicht einteilen, in Juden oder Neger, Alliierte oder Nazis, gut oder böse. Man muss alle Menschen gleich behandeln. Und man muss sie gut behandeln – egal, was sie getan haben.“
S.29

Überblick

Das Buch ist relativ schlicht und dünn und würde auf den ersten Blick nicht auffallen. Es hat 125 Seiten Inhalt und schließlich noch einen dreiseitigen Kommentar des Autors.
Eine direkte Aufteilung in Kapitel findet hier nicht statt. Die einzelnen Handelsstränge werden nur durch ein „*“ von einander abgetrennt.

Meine Meinung

Das Buch hat drei Handlungsstränge. Der erste und wichtigste ist die Diskussion zwischen Emily und Arthur Harris, den diese mit einer Pistole in Schach hält, bis sie ihr Ziel erreicht hat. Im zweiten Strang fliegt Walker, ein Aufklärungspilot, nach Deutschland, um dort Fotos von Rüstungsfabriken und ähnlichem festzuhalten. Und der dritte Strang ist zugleich auch der traurigste: Es geht um Jacques, der eigentlich Josua hält, und schließlich umgesiedelt werden soll. Viel mehr kann ich nicht über den Inhalt verraten, da sonst die ganze Spannung weg wäre.
Die Auswerterin ist ein Buch, das man sowohl in die Kategorie Historischer Roman/historische Novelle als auch philosophischer Text einordnen kann. Es stellt eine interessante Frage: Was wäre, wenn die Alliierten von den KZs gewusst hätten? Oder eher: Wie war ihr Verhalten ob dieses Wissens? Die KZ- und Deportations-Thematik ist hier von einer ganz anderen Seite dargestellt, was ich durchaus interessant finde. Auch die Gedanken, die Emily sich macht und auch Harris‘ Antworten und eigene Gedanken sind stimmig und schlüssig geschrieben. Ein in sich rundes Buch, das eine schwere Thematik auffasst.
Nur am Anfang hatte ich das Gefühl, der Autor brauchte seine Zeit, um sich in die Geschichte hineinzuschreiben. Insbesondere die vielen technischen Beschreibungen waren mir persönlich zu viel. Das Buch konnte mich somit erst später fesseln und in seinen Bann ziehen. Dabei war es gerade Emily, die mich mit ihren Gedanken interessiert und auch gebannt hat. Eine einfache junge englische Frau mit so unglaublich detaillierten philosophischen Gedankengängen? Am Anfang fand ich es unlogisch, dass eine einfache Auswerterin, also von niedrigem Rang, sich solche Gedankenkonstrukte zusammenbaut und auch an solche geheimen militärischen Informationen kommt, die über ihre Arbeit hinausgehen. Jedoch kriegt der Autor es hin, dass sich diese Fragen im Verlauf der Geschichte zum Großteil wieder geben. Leichte Zweifel blieben mir jedoch immer noch.

Fazit

Wer sich für philosophische Gedankengänge angesichts des immer noch großen Themas zweiter Weltkrieg, KZs und Deportation interessiert, wer sich auch für die Frage nach der Wahrheit und sozusagen zwei Seiten einer Medaille interessiert, der kann hier beruhigt zugreifen. Das kleine Buch birgt interessante Gedankengänge, stimmige Protagonisten und spannende Fragestellungen.

Bewertung

Aufgrund meiner geringen Restzweifel und der sehr technischen Einführung gibt es vier Brillen von mir 🙂

  

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2 thoughts on “[Rezension] Die Auswerterin – Elk von Lyck

  1. Hallo:D
    Hab gerade deinen Kommentar unter der Challenge gelesen:) Nett von dir, dass du Werbung machst, aber schade, dass du nicht in meinem Team bist:D
    liebe Grüße^^

  2. Ich mach doch gerne Werbung, ist selbstverständlich 😀
    Schade, dass wir in getrennten Teams sind, aber ich freu mich trotzdem drauf 😀

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