[Rezension] Die Chronik des eisernen Druiden – Die Hetzjagd – Kevin Hearne

Titel: Die Chronik des eisernen Druiden – Die Hetzjagd
Autor: Kevin Hearne
Band: 1
Erschienen bei: Klett-Cotta
Kategorie: Fantasy
ISBN: 978-3608939316
Preis Hardcover: 19,95€ 
Erscheint am: 21.02.2013

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Bildquelle

Inhalt

Der letzte lebende Druide – von keltischen Göttern gejagt

Der junge Ire Atticus hat sich mit seinem
Wolfshund Oberon im Südwesten der USA niedergelassen. Er betreibt eine
Buchhandlung mit okkulten Schriften und verkauft allerlei magischen
Krimskrams. An Arizona schätzt er vor allem »die geringe Götterdichte
und die fast vollständige Abwesenheit von Feen.« Ein verhängnisvoller
Irrtum …

Atticus O’Sullivan führt ein scheinbar friedliches Dasein in
Arizona. In seinem Laden bekommt man alles, was man eben so brauchen
kann. Nachbarn und Kunden halten ihn für einen netten, tätowierten
jungen Mann. Tatsächlich ist Atticus aber nicht 21, sondern über 2 100
Jahre alt: Er ist der letzte lebende Druide. Seine übermenschlichen
Kräfte zieht er direkt aus der Erde und außerdem besitzt er ein unsagbar
scharfes magisches Schwert namens Fragarach. Zu Atticus’ Unglück aber
ist eine überaus erzürnte keltische Gottheit hinter genau diesem Schwert
her. Und sie hat es auf Atticus’ Leben abgesehen …

Quelle

Autor

Kevin Hearne. geboren 1970, lebt in Arizona und unterrichtet Englisch
an der High School. »Die Chronik des Eisernen Druiden« machte ihn unter
Fantasylesern mit einem Schlag weit über die USA hinaus bekannt.

Zitate

Für den Alltagsgebrauch nutzte ich den klassischen griechisch-lateinischen Vornamen Atticus. Doch ein vermeintlich einundzwanzigjähriger O’Sullivan, der einen okkulten Buchladen betrieb und extrem seltene Bücher verkaufte, von denen er eigentlich nichts hätte wissen dürfen, das reichte dem Feenvolk an Information, um mich aufzuspüren.
S.11

„Es ist irgendwie gruselig, wenn du so mit mir sprichst. Vogelschnäbel könnnen keine Reibelaute erzeugen, die du vermutlich weißt.“
S.17


„Die Christen haben so konfuse Vorstellungen von ihm, dass er normalerweise nur in gekreuzigter Gestalt erscheinen kann, und weil das alles andere als vergnüglich für ihn ist, verzichtet er lieber darauf. Maria dagegen erscheint öfters mal, und sie kann ziemlich abgefahrene Wunder vollbringen, wenn ihr danach ist. Meistens sitzt sie aber nur herum und blickt glückselig und voller Güte drein. Sie kann es nicht lassen, mich >Kind< zu nennen, obwohl ich ein ganzes Stück älter bin als sie.“
S.63


Ich wünschte mir einen dieser fantastischen Anime-Momente […]
S.320


Cover
 

Auf dem Cover fallen zuerst der junge rothaarige Mann, sein Schwert und der graue Wolfshund, der an seiner Seite geht, ins Auge. Auffällig an dem Mann, der natürlich Atticus darstellt, sind die Tattoos, die seine Arme bedecken sowie die Tatsache, dass er keine Schuhe trägt. Beides wird im Verlauf des Buches dargestellt.
Er und sein Hund schreiten eine Straße entlang, eine harmlose Wohngegend, die in hellen Sepiatönen dargestellt wird. Im Hintergrund jedoch steigen Vögel vor einem blutroten Himmel auf.
Entsprechend der Bezeichnung „Eiserner Druide“ wirkt der Titel, als wäre er aus Eisen geschaffen worden. Autorennamen und Untertitel, bzw. der spezifische Titel des ersten Bandes, sind schlichter und farblich der Umgebung angepasst.
Wenn man den Schutzumschlag abnimmt, hat man nur ein schlichtes schwarzes Cover vor sich, auf dem sich nicht einmal der Titel befindet.

Überblick

Die Geschichte umfasst 345 Seiten. Aufgegliedert wird sie in 25 Kapitel, die schlicht mit Zahlen betitelt sind, sowie einen Epilog. Zusätzlich gibt es am Ende des Buches noch drei Seiten, die einen über die Aussprache der irischen Worte informieren, und eine Danksagung des Autors.
Die wichtigsten keltischen Götternamen sowie mythische Orte sind in Kapitälchen verfasst und stechen so aus dem Text hervor. Erwähnenswert ist auch, dass Morrigan grundsätzlich als „die MORRIGAN“ bezeichnet wird – dabei ist sie die einzige Göttin, die durchgehend einen Artikel vor dem Namen hat.
Die Geschichte wird aus der Sicht des Druiden Atticus erzählt – in Form eines Ich-Erzählers.

Meine Meinung

Wir haben hier den 2100 Jahre alten Druiden Atticus, mit echtem Namen Siodhacchan Ó Suileahbháin, der vor vielen Jahrhunderten im Krieg in den Besitz eines äußerst mächtigen Schwertes gelangte: Monanann Mac Lirs, auch Fragarach der Antwortgeber genannt. Und dieser Schwert ist der Verursacher von vielen Problemen. Obwohl Atticus extra nach Arizona gezogen ist, eben wegen der geringen Götterdichte dort, bringt ihm das nicht viel, denn nach und nach statten ihm immer mehr Gottheiten einen Besuch ab.
Außerdem gibt es dann noch der ortsansässige Hexenzirkel, der ihm zu schaffen macht – sowie grundsätzlich alle Hexen. Immerhin hat Oberon, seinen Wolfshund, dem er mühsam die Menschensprache beigebracht hat, seine Anwälte (Werwolf und Vampir) sowie seine Nachbarin, eine irische Witwe mit viel Humor und Gelassenheit, an seiner Seite, denn die Gottheiten aus Tir na Nog sind in dieser Hinsicht eher nicht so zuverlässig. Außerdem gibt es da ja noch sein kleines Problem: die unendliche Liebe zum weiblichen Geschlecht, dem er einfach nicht widerstehen kann. Nebenbei ist er auch noch selbstironisch, sarkastisch und vor allen Dingen paranoid.
Atticus ist ein Charakter, den man einfach mögen muss. Er hat eine absolut trockene Sicht auf die Welt, in der er lebt und auch sein Faible für die Göttinnen, die ihm immer mal wieder Besuche abstatten, ist äußerst amüsant. Nichtsdestotrotz ist er ein sehr vorsichtiger und aufmerksamer Mensch, der – nach 2100 Lebensjahren kein Wunder – seine Mitmenschen und Mithexen und Mitmythischewesen sehr gut einschätzen kann. Und trotz seiner Abneigungen gegen gewissen Gruppen lässt er sich dennoch auf sie ein und versucht zumindest, ein friedliches Nebeneinander, wenn auch nicht Miteinander, zu erzielen. Oberon, sein Hund, trägt auch dazu bei, die Komik des Romans zu unterstützen, denn Oberon hat zwar für einen Hund eine außergewöhnliche Bildung, die aber trotz allem begrenzt ist und so für lustige Kommentare sorgt.
Insgesamt sind die Charaktere einfach fantastisch gestaltet und jeder hat seine sympathischen Momente.
Die Geschichte an sich finde ich gut durchdacht, nur muss ich sagen, dass Aenghus Óg direkt einer der wenigen Charaktere ist, die nicht zur vollen Geltung kommen, und die überstürzt abgehandelt werden. Ich hätte mir die Begegnung zwischen ihm und Atticus ruhig etwas länger und auch… ja, anders, gewünscht.  

Fazit

Kevin Hearne hat für mich hier ein Buch geschrieben, welches einen schmalen Grad zwischen Humor und Kämpfen mit Blut und Gewalt beschreitet. Sein Schreibstil ist locker und leicht, und man weiß auch nach ein paar Seiten, dass man hier nicht unbedingt schwere Literatur vor sich liegen hat. Aber es ist diese Leichtigkeit, mit der Atticus mit all den Hürden und Gefahren und Schwierigkeiten umgeht, die mir persönlich an diesem Buch gefallen. Noch dazu finde ich es schön, mal etwas über die keltische Götterwelt zu lesen – eine Abwechslung, die mir sehr zusagt.

Bewertung 

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4 thoughts on “[Rezension] Die Chronik des eisernen Druiden – Die Hetzjagd – Kevin Hearne

  1. Sehr schön dann täuscht mich mein erster Eindruck der Leseprobe nicht. Das Buch steht auf meiner Wunschliste und ich hoffe inständig dass es eine Taschenbuchausgabe geben wird!

  2. @ Sabrina: Das hoffe ich von restlichen fünf bis sechs Bänden auch… Allerdings kann ich es auch kaum erwarten, weiterzulesen. Atticus zieht einen wirklich in seinen Bann 🙂

    Liebe Grüße
    Chimiko

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