[Kommentar] Ensel und Krete – Walter Moers

Hiermit möchte ich eine neue Kategorie in meinem Blog ins Leben rufen: den Kommentar. Da ich nicht zu jedem Buch eine vollständige Rezension schreiben möchte, aber trotzdem eine Meinung habe, gibt es zukünftig eben die Kommentare. Diese bestehen aus Cover, dem ersten Satz des Buches sowie… Überraschung, meinem Kommentar. Das Ganze passt auch gut zu den Bedingungen der 77-Bücher-im-Jahr-Challenge, die ja vorgibt, dass man zu jedem Buch zumindest ein paar Sätze schreiben soll. Aber auch ansonsten bietet es sich an 🙂
Aber genug geredet, jetzt komme ich zum eigentlichen Kommentar:

Erster Satz

Wenn man in Zamonien das Bedürfnis vollkommenere Harmonie hatte, dann machte man Ferien im Großen Wald.

Kommentar

Für mich sind Moers‘ Bücher einfach immer wieder eine kleine Zauberwelt für sich, in der man immer wieder neue Dinge entdecken kann. Aber erstmal zum Buch an sich: Wie man sich am Titel vielleicht schon ableiten kann, hat man hier die zamonische Variante von Hänsel und Gretel vor sich (und ich hab wahrscheinlich immer das Bedürfnis Grete statt Krete zu schreiben). Nur werden Ensel und seine Schwester nicht ausgesetzt, sondern beschließen einfach, den Großen Wald abseits der Pfade zu erkunden.
Das erste der insgesamt drei Kapitel war mir persönlich etwas zu langatmig, doch dann kam der Clou, den ich zugegebenermaßen nicht so erwartet hätte. Im Nachhinein sage ich mir: Boah, das hättest du dir echt denken können. Doch während des Lesens habe ich mir es eben nicht gedacht und war positiv überrascht. Moers verliert sich jedoch gerade in den ersten Abschnitten etwas sehr in Beschreibungen, wenngleich diese dennoch faszinierend und interessant sind – der Einblick in diese andere Welt, die mit unserer doch recht viel gemeinsam hat, ist spannend.
Was die Geschichten so besonders macht, sind die Mythenmetzschen‘ Abschweifungen, die der fiktive Autor immer wieder vornimmt. Wenn man diese Teile wegnehmen würde, wäre einem ein großer Lesespaß genommen worden. Auch die Zeichnungen, die immer wieder die Geschichte verschönern und ausgestalten, machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Allgemein finde ich die Mittel, mit denen Moers arbeitet, d.h. auch Schriftart- oder größe, schwarze Seiten, Zeichnungen usw., sehr anregend. Ich freu mich schon darauf, das Buch ein zweites Mal durchzulesen und dabei dann neues in diesen Gestaltungsmitteln zu entdecken.
Nichts destotrotz bleibt bei mir angesichts des Endes ein wenig Unzufriedenheit, die ich nicht einmal klar definieren kann. Vielleicht hätte ich auch einfach nur gerne weitergelesen? Ich kann es wirklich nicht sagen.

Was auch noch ganz amüsant, zugleich aber auch anstrengend war, ist die halbe Biographie von Mythenmetz am Ende. Lieber hätte ich noch ein bisschen mehr von Ensel und Krete und auch von den Abschweifungen gelesen.

Alles in allem ein Moers, der mir wieder sehr gut gefallen hat. Ich glaube immer mehr, dass diese unzufriedene Gefühl einfach ein Ich-will-mehr-Gefühl ist und ich einfach gerne weitergelesen hätte 🙂

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4 thoughts on “[Kommentar] Ensel und Krete – Walter Moers

  1. Heyho 🙂
    Ich habe Ensel und Krete jetzt schon 2x angefangen und mit mittendrin immer wieder versackt. Vermutlich war das dann wohl immer noch das erste Kapitel, auf jeden Fall fand ichs eher langweilig. Jetzt überleg ich, ob ich noch einen dritten Versuch wagen soll, denn was du da erzählst hätt ich ja im Leben nie von dem Buch geglaubt. Naja mal sehn… 😉

    Übrigens tolle Idee mit dem Kommentar. Sowas liest sich find ich leichter als eine fette Rezension, die sind immer so ermüdend.

    Liebe Grüße,
    Swanni

  2. Der erste Teil ist wirklich anstrengend, hinterher fand ichs dann deutlich besser 😀 Aber ich kann dir natürlich nichts garantieren 😉

    Danke. Ich will auch nicht immer eine Rezension schreiben und bei manchen Büchern reicht dann eben auch dieser Variante.

  3. Bin grad mal zu Dir rüber gesprungen. Ich glaube, Du magst überwiegend andere Bücher als ich.

    Die Idee mit den Kommentaren finde ich auch gut, allerdings glaube ich nicht, dass ich meine Rezensionen kürzen wollen würde 🙂

    Kannst Du glauben, ich habe bis heute nicht ein Buch dieses Autors gelesen .. ein Hörbuch hab ich dreimal angefangen, ich glaube mir fehlt die Fantasie dafür .. aber vielleicht versuche ichs ja doch irgendwann nochmal, da Du ja doch sehr angetan bist ..

  4. @ Fabella: Ich lese praktisch alles 😉 Was man mir gibt, das lese ich. Was ich gewinne auch.

    Na ja, Kommentare werde ich überwiegend zu älteren Büchern schreiben, die auch schon wirklich internetweit viele Rezensionen haben und bei denen ich nicht alles noch mal durchkauen möchte. Ansonsten halte ichs auch mehr mit den Rezensionen. Irgendwi hat es sich auch seltsam angefühlt 😉

    Moers als Hörbuch stelle ich mir schwierig vor, weil viel seiner besonderen Art des Bücherschreibens dadurch gar nicht übertragen werden kann. Gerade durch die Zeichnungen und gestalterischen Mittel, die er verwendet, werden seine Geschichten erst zu etwas Besonderem 🙂
    Aber es kann auch gut sein, dass er dir einfach nicht liegt. Wäre ja auch schlimm, wenn jeder das Gleiche mögen würde. So wie meine Abneigung gegenüber Vampiren. Ich bin gespannt, ob du es versucht und was du denkst.

    Liebe Grüße
    Chimiko

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