[Rezension] Der Samenspender – Martin1973

Titel: Der Samenspender – Wahre Geschichten eines privaten Samenspenders

Autor: Martin1973

ISBN: 978-1480290327
Preis Taschenbuch: 7,38 €

Erschienen am: 12. November 2012

Link: Amazon

Inhalt

Ein Samenspender bricht eines der letzten Tabus unserer
Gesellschaft, die Kinderwunscherfüllung durch private Samenspende. Für
lesbische Paare, ebenso für Hetero-Paare und Single-Frauen, ist dies oft
die einzige Chance auf ein eigenes Kind. Nie zuvor hat ein
Samenspender das Schweigen gebrochen und so offen von seiner Tätigkeit
berichtet. Der Samenspender Martin1973 erzählt seine Geschichten die
aus über 15 Jahren Erfahrung stammen. Lassen Sie sich von den kuriosen
und abwechslungsreichen Erzählungen mitreißen und treten Sie hinter die
Kulissen eines durchaus ungewöhnlichen Lebens. Jeder der beschriebenen
Orgasmen hat nur ein Ziel: Der Schrei nach Leben, das Herbeiführen einer
Schwangerschaft, um den tiefsten Urinstinkt einer Frau zu stillen.
Kommen Sie mit in eine Welt, deren Existenz Ihnen bisher vielleicht
nicht einmal bekannt war.

Autor

Liebe Leser,
da immer wieder nach meinen Lebensumständen gefragt und gerade in den
Rezensionen bemängelt wird, dass ich in meinen Werken zu wenig von mir
preisgebe, hole ich dies gerne hier nach.
Aufgewachsen bin ich in einem bayerischen, sehr konservativen 300-Seelen-Ort in der Nähe von Augsburg.
Nach
meiner Ausbildung lebte ich einige Jahre im Ausland, zuerst in Südtirol
in der Nähe von Meran, dann in Mailand und Florenz, danach in Madrid
und London.
Seit rund 15 Jahren lebe ich nun an der deutsch-dänischen Grenze. Ich bin verheiratet und habe eine 11-jährige Tochter.
In den letzten 15 Jahren war ich der Samenspender, verhalf Singelfrauen, lesbischen Paaren sowie Hetero-Paaren zum Wunschkind.

Zitate

Ein Normalbürger wird gar nicht wissen, dass es Samenspender gibt, die dieses „hauptberuflich“ in der Grauzone unserer Gesellschaft ausüben.
S.5

20 Minuten für Erstkontakt inklusiv Orgasmus und anschließender Insemination?!? Und warum zum Teufel mit Hunden? Ich verstand die Welt nicht mehr.
S.13

Petra verlor ihr Kind wenige Wochen vor der Entbindung. Einen weiteren Auftrag von ihr lehnte ich ab. Da sie ihre kryokonservierten Embryonen hatte vernichten lassen, war sie gezwungen, mit einem anonymen Samenspender der Samenbank erneute Versuche zu starten. Weitere sechs Versuche liefen ohne Erfolg.
S.23

Überblick

Das schlichte, schmale Buch, das ich hier vorliegen habe, hat insgesamt 71 Seiten. Es fängt an mit einem persönlichen Vorwort des Autors. Danach folgen die einzelnen Kurzgeschichten, die natürlich auch ihre eigenen Kapitelnamen haben – diese finden man im Inhaltsverzeichnis vorab. Zum Schluss gibt es noch die Vita von Martin1973 sowie eine Danksagung. Außerdem findet man dort noch Vorankündigungen weiterer Bücher.
Da dieses Buch autobiographisch ist, sind die Kurzgeschichten in Ich-Form geschrieben. Insgesamt gibt es vierzehn dieser Geschichten.

Meine Meinung


Ich muss erstmal gestehen: Im Durchgehen hätte ich mir das Buch vermutlich nicht gekauft. Allerdings fand ich die Thematik doch sehr interessant, so dass ich bei einem Gewinnspiel mitgemacht habe und tatsächlich das Glück hat, das kleine Werk zu gewinnen.
Das Buch wirbt damit, ein Tabuthema zu durchbrechen, eines von vielen in unserer Gesellschaft. Und das ist es auch wirklich.
Ich hatte vor dem Lesen ein bisschen die Furcht, dass es anstößig, obszön oder vulgär werden könnte, genau das tat es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Ich finde, Martin1973 beschreibt die Spenden sachlich bis einfühlsam, ist dabei aber nie unter der Gürtellinie. Die Geschichten variieren hierbei stark, von sehr tragisch über anrührend bis hin zum Skurrilen. Ein Beispiel für Letzteres wäre insbesondere der Nazi-Verbund. Es gab Momente, in den Geschichten, die haben mich wirklich sehr berührt, denn für viele ist eine Samenspende der letzte Weg und die letzte Hoffnung. Allerdings habe ich mir stellenweise gedacht, dass ich nicht in der Lage wäre – mal vom Geschlecht abgesehen – als Samenspender zu fungieren, ich würde mich viel zu leicht von den Emotionen gefangen nehmen lassen und auch von den Kinder, die dadurch geboren werden. Und wo ich gerade bei den Spenderkindern bin: Sehr rührend fand ich die Geschichte von Sophie, die ihren Spendervater einmal kennen lernen wollte und ihm Bilder malte. Mehr dazu findet ihr hier.

Fazit

Der Samenspender ist ein tolles Buch. Ich finde es interessant zu erfahren, wie so etwas geschieht, aber auch die Schicksale, die teilweise dahinter stehen, haben mich sehr gerührt. Einziges Manko: Das Buch war zu kurz. Aber dafür habe selbst ich Rechtschreibfanatikerin diese gerne übersehen, da hier der Inhalt überwiegt.

Bewertung


Quellen

Coverbild
Vita Autor
Inhaltsangabe

Alle Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

  
 

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