[Rezension] Delirium – Lauren Oliver


Titel: Delirium. Amor Deliria Nervosa
Autor: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Originaltitel: Delirium
ISBN: 978-3-551-58232-4
Preis Hardcover: 18,90 €
Erschienen: November 2011 
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Leseprobe

Inhalt

Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht,
dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu
verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme
Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein
Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor,
kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird
sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann
einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit
spürt, schlecht sein soll.

Autor

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen
und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre
eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz
bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in
Brooklyn. 


Cover


Das Cover ist auf den ersten Blick recht schlicht gehalten, nur der weinrote Hintergrund mit dem jungen Mädchen darauf. Doch dann fallen einem die Worte auf, die das gesamte Cover bedecken: Liebe, Liebe, Liebe, Liebe… Immer wieder das Wort Liebe. Der Titel ist fast durchsichtig, aber dennoch gut zu lesen in seiner verschnörkelten Schreibweise. Die Definition der Krankheit Liebe darunter, amor deliria nervosa, wirkt dagegen nüchtern; sie hebt sich definitiv vom restlichen Cover ab.


Zitate

„Blau“, plappere ich ihr nach. „Blau ist meine Lieblingsfarbe. Oder Grün.“ Schwarz ist zu makaber. Rot wird sie nervös machen. Rosa ist zu kindlich. Orange ist schräg.
S.19

Manchmal glaube ich, ich habe zwei Ichs, von denen eins direkt über dem anderen dahingleitet: mein Ich an der Oberfläche, das nickt, wenn es nicken soll, und sagt, was es sagen soll, und ein anderer tiefer liegender Teil, der Teil, der sich Sorgen macht und träumt und „grau“ sagt.
S.51

Für einige von uns geht um mehr als die Deliria. Einige von uns, die Glücklichen, bekommen die Chance, wiedergeboren zu werden: neuer, frischer, besser. Genesen und wieder ganz und perfekt, wie ein missgestaltetes Stück Eisen, das glühend, glitzernd und messerscharf aus dem Feuer kommt.
S.109


Überblick


Das insgesamt 409 Seiten sind in 27 Kapitel aufgeteilt. Diese sind mit der Zahl überschrieben, die Schriftart der des Titels angeglichen. Das Besondere daran ist, dass unter jeder Kapitelüberschrift noch Sprüche stehen: Dies kann von Zitaten aus dem Buch Psst bis hin zu Kinderliedern aus der Welt des Buches alles sein, solange es eine Verbindung zur Krankheit Deliria hat.
Es gibt weder Prolog noch Epilog. Nur eine Danksagung sowie eine Vorstellung von Autorin und Übersetzerin am Ende des Buches.

Das Buch ist in der Ich-Fom geschrieben, alles aus Lenas Sicht. Man erlebt alles an Lenas Seite, dies wird noch durch die Nutzung des Präsens statt Präteritum verstärkt. Somit hat man auch nur Einblick in ihr Seelenleben und ihre Gedankenwelt und erfährt alles andere sozusagen aus zweiter Hand.

Meine Meinung


Lena lebt in einer Welt, in der die Liebe eine Krankheit geworden ist. Doch glücklicherweise konnte ein Gegenmittel entwickelt werden, dass es den Menschen dieser neuen Welt ermöglicht, gesund und zufrieden zu leben. Aber diese Welt ist nicht so perfekt, wie sie scheint: Außerhalb dieser sicheren Welt, außerhalb der Grenzen leben die sogenannten Invaliden, die, die noch lieben können. Und dann gibt es auch noch Sympathisanten innerhalb der Städte, welche nicht mit dem Laufe der Dinge einverstanden sind.
Lenas Mutter hat sich umgebracht, denn sie gehörte zu denjenigen, die nicht geheilt werden konnten: Drei Mal wurde sie operiert, drei Mal hat es nicht funktioniert, denn sie liebte noch immer.
Es ist eine grausame Welt, in der Lena da lebt: Überwachung am Telefon, Ausgangssperre, ein Schleier über den Gefühlen – eine ganz neue Art der Unterdrückung, die die „Geheilten“ nicht einmal wahrnehmen können. Ich muss zugeben, dass ich von dieser Vorstellung, in einem solchen Schleier zu leben, nicht mehr das fühlen zu können, was einen doch von den anderen Menschen unterscheidet, leicht geschockt war. Es hat mir Angst gemacht, mir vorzustellen, dass alle Menschen gleich sind und so in Trance vor sich hin leben. Zum Glück ist Delirium ja nur ein Buch – wenn auch ein sehr gutes.

Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet: Vor allen Dingen Lena hat mir sehr zugesagt, da sie nicht gleich total davon besessen war, auszubrechen aus dieser Welt. Nein, sie hat eine sehr sinnvolle und logische Wandlung durchlebt, bleibt aber eine Zweiflerin, weil es in ihrer Natur liegt (die wohl durch diese Operation unterdrückt werden würde). Auch Hana, ihre beste Freundin hat mir gefallen, ihre Rebellion gegen das System, und ihre Haltung das Buch über. Insgesamt finde ich, dass Lauren Oliver hier sehr spannende Charaktere geschaffen hat, deren Interessen und Handlungen man gut nachvollziehen kann.

Ich fand es wundervoll, wie das Buch geschrieben war. Denn obwohl es die Leichtigkeit eines Jugendbuchs hat, findet man zugleich auch wunderschöne Beschreibungen und Metaphern. Auch die Einschübe aus dem Buch Psst haben mir gut gefallen. Diese trockene, nüchterne Art steht sehr im Gegensatz zu Lenas Gefühlleben, hebt dies dadurch aber auch noch einmal deutlicher hervor.

Fazit


Eine wirklich gut geschriebene Dystopie, die in mir den Wunsch geweckt hat, gleich weiterzulesen, am Besten sofort, egal wie.

Bewertung






Quelle

Bildquelle
Autorenvita

Sämtliche Zitate sind dem angegebenen Buch entnommen und auf der entsprechenden Seite zu finden.

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One thought on “[Rezension] Delirium – Lauren Oliver

  1. "Delirium" war in meinem vergangenen Lesejahr auch das absolute Highlight für mich!
    Ich habe jetzt auch schon die Fortsetzung dazu und kann ebenfalls kaum erwarten, wie es weitergeht…
    Liebe Grüße (:
    Nora

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