[Rezension] Ausgelacht – Steffi von Wolff

Titel: Ausgelacht
Autor: Steffi von Wolff

Erschienen bei: Rowohlt
ISBN: 978-3499216152
Preis Paperback: 12,99 €
Erscheint am: 01.08.2012

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Leseprobe 

Inhalt

Britt soll 90 Tage lang auf einen Haufen bekloppter Tiere aufpassen, und
das ausgerechnet in Bad Nauheim – kein Spaß, wenn man bekennende
Tier-feindin und Provinzhasserin ist. Der Albtraum beginnt: mit
verrückten Nachbarn, einem cholerischen Tierarzt und dem wohnsitzlosen
Callboy Harald, der sich kurzerhand als Untermieter einschleicht. Wild
und witzig! Schräg und skurril – es lebe die Provinz!

Autorin

Steffi von Wolff, geboren 1966, landete Anfang der 90er beim Radio.
Zuerst als Moderatorin, Redakteurin und Reporterin bei hr3, dann bei der
Jugendwelle YOU FM. Ihr erstes Buch «Fremd küssen» erschien 2003 und
war sofort erfolgreich, und dann ging es immer so weiter. Steffi von
Wolff lebt mit ihrem Mann in Hamburg.  

Cover

Es ist ein sehr farbenfrohes Cover, pink, türkis, grün und gelb sind die dominierenden Farben. Statt des momentanen In-Mädchenkopfes sieht man eine junge Frau mit einem bunten Fisch als Kopf. Ist doch mal eine schöne Abwechslung, oder? Im Hintergrund sieht man bunte Kreise aus den bereits genannten Farben. Titel und Autorennamen sind auf pinkem Hintergrund. 

Zitate

Und Britt – nun ja, Britt hatte noch nichts Richtiges auf die Beine gestellt, außer ihr Abitur zu machen. 
S.9

„Eine der Schlangen. Helfried war als Kind mal längere Zeit in einen Kühlschrank eingesperrt, seitdem leidet er unter Platzangst. Ihm ist auch ständig kalt.“
S.20

„Dann bitte Rotkäppchensaft, und zwar Rotbäckchen Klassik, Bio Rotbäckchen immunstark, Bio Rotbäckchen knochenstark, Bio Rotbäckchen multirot, Lernstark Bio Rotbäckchen Ruhe und Kraft, dann noch ein paar Rotbäckchen Tetra Pak, da sind glaube ich immer 200 Milliliter drin, das ist ganz praktisch für zweischendurch, falls ich einen Schwächeanfall zwischen den Anwendungen bekomme, ach ja, dann bitte noch Winterbäckchen, das ist besonder lecker. Und noch ein paar von den Rotbäckchen Bio-Schorlen. Hast du das?“
S.123/124

Überblick

Die 223 Seiten Story sind in 24 Kapitel aufgeteilt. Direkte Überschriften findet man keine vor, nur eine Nummerierung.    
Ein personaler Erzähler lässt uns alles aus der Sicht von Britt erleben. 

Meine Meinung

Britt ist eine furchtbar verwöhnte Göre. Sie unsympathisch, egoistisch, selbstsüchtig und interessiert sich nicht für andere – oberflächlich ist sie noch dazu. Und das rächt sich alles, als sie für ihre Patentante deren Tiere sitten soll. Leider sind die Tiere nicht nur die üblichen Haustiere, nein, stattdessen finden sich dort eine grüne Mamba, ein Zwergflusspferd und eine Papagei, der ziemlich sexistisch ist. Einen Hund namens Otto gibt es zwar auch, aber die außergewöhnlichen Haustiere überwiegen. Noch dazu muss Britt dafür drei Monate in der kleinen Stadt Bad Nauheim bleiben – kein Vergleich zu ihrer Heimat München. Und schon am ersten Tag gerät sie in ordentliche Schwierigkeiten und Streit mit den Einheimischen.

Britt ist wirklich ein furchtbar unsympathischer Charakter, ich konnte mich bis zum Schluss nicht mit ihr anfreunden und trotz Einblick in ihre Gedankenwelt blieb sie mir verschlossen. Das hat sich natürlich auch auf den Rest des Buches ausgewirkt – durch diese verwöhnte Protagonistin, an der mir nichts sympathisch war, konnte mich das Buch nicht fesseln. Und Britts Wende am Schluss – damit spoilere ich, denn ganz ehrlich, damit rechnet man ab der ersten Seite – war für mich an den Haaren herbeigezogen und zu grob. 
Allgemein fand ich die Charaktere dieses Buches sehr cholerisch und nicht unbedingt sympathisch. Der Einzige, den ich gut fand, Julian, dessen Motive konnte ich wiederum gar nicht nachvollziehen. Für mich hat dieses Buch also schon durch die Charaktere eigentlich keine große Chance.
Der cholerische Tierarzt, der so groß angepriesen wurde, hat vielleicht zwei Auftritte und die waren gar nicht so schlimm, wie der Klappentext es sagt.

Die Idee fand ich eigentlich ganz amüsant, auch wenn ich mich frage, woher Tante Dora diese Tiere herbekommt. Vom Grundsatz her ist es auch wirklich nicht schlecht, doch hat die Autorin es meiner Meinung nach nicht geschafft, das durchzuziehen, was versprochen wird. Und die Tiere hätten beispielsweise auch noch für mehr Aufregung sorgen können. Die grüne Mamba und Emil, das Flusspferd, stechen zwar heraus, aber trotzdem war dort noch mehr Potenzial. 

Steffi von Wolff hat hier einen sehr leichten Schreibstil gewählt, der natürlich auch zu der angestrebten, aber nicht erreichten Atmosphäre passt. Toll fand ich allerdings die Verwendung des Dialektes: Äppler und gell nur mal als Beispiel genannt. Sehr authentisch und gut umgesetzt.

Fazit

Ein Buch, das hinter meinen Erwartungen zurückbleibt. Ich hatte mir mehr Humor und mehr Lacher erhofft, aber Tatsache ist, dass es mir höchstens ein müdes Schmunzeln abgerungen hat, mehr allerdings nicht. Die Charaktere waren überzeichnet und leider sehr unsympathisch. Das Potenzial wurde hier überhaupt nicht genutzt.


Bewertung

Quellen

Cover
Inhalt
Autorenvita

Alle Zitate sind dem Buch entnommen und an den angegebenen Stellen zu finden.

 

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