[Rezension] Dylan & Gray von Katie Kacvinsky

Titel: Dylan & Gray
Autor: Katie Kacvinsky
Original: First comes love
Erschienen bei: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3414820792
Preis Hardcover: 12,99€

Erscheint am: 21.09.2012

Link: Amazon
Leseprobe

Autor
erstes Buch: Die Rebellion der Maddie Freeman
verschiedenste Jobs: vom Modeln über das Kellnern bis zum Schreiben

Inhalt

Gray ist ein cooler Typ. Er läuft nur mit seinem iPod rum und
interessiert sich nicht sonderlich für das, was um ihn herum passiert.
Dylan ist das pure Gegenteil: Sie sprüht vor Energie, steckt voller
Ideen und will aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Die beiden könnten
unterschiedlicher nicht sein – und doch bemerken sie einander, lernen
sich kennen, freunden sich an und verlieben sich schließlich ineinander.
Doch irgendwann ist der Sommer zu Ende und den beiden ist klar, dass
sich ihre trennen werden. Zeit zu erkennen, wie leicht es ist, sich zu
verlieben – und wie viel schwerer es sein kann, sich wiederzufinden,
wenn man sich einmal verloren hat.

Cover

Auf der Vorderseite des Buches sieht man – wie so oft – das Gesicht eines jungen Mädchens. Der Hintergrund ist schlicht, einfarbig, sonst nichts. Das Einzige, was neben Titel, Autorenname und Verlag noch zu sehen ist, ist ein Zitat von Dylan: „Er ist leicht zu übersehen. Aber als sich eines Tages unsere Blicke tragen, überraschte mich das Blau seiner Augen.“ Auf der Rückseite des Buches befindet sich das Gegenstück zu Dylan, nämlich Gray. Bis auf die ISBN-Nummer und den Strichcode verrät eigentlich nichts, dass dies die Rückseite ist. Es gibt keinen Klappentext oder ähnliches. Einzig und allein ein weiteres Zitat begleitet das Porträt des jungen Mannes: „Einmal hat sie bemerkt, dass ich sie beobachtet, und gegrinst. Also habe ich weggeschaut.

Zitate

Normale Schönheit kann jeder sehen, doch inzwischen bleibt mein Blick an den Kleinigkeiten hängen, die man nur mit Geduld entdeckt. Man muss sich die Zeit nehmen, sie wie einen archäologischen Fund zu entstauben. Was Risse, Schwachstellen und fühlbare Kanten hat, ist so viel interessanter als glatt polierte Perfektion. Das gilt auch für Menschen.
S.13

Er geht anderen Menschen aus dem Weg. Für dieses Verhalten fallen mir verschiedene Erklärungen ein: Er spielt gerne cool und unnahbar. Er ist ein asozialer Griesgram. Er hat eine ansteckende Hautkrankheit, die er nicht verbreiten will.
S.15

Ich habe eine Menge Zeit damit verbracht, meine Vergangenheit sorgfältig zu verpacken. zu verschnüren und luftdicht zu versiegeln. Das fertige Paket habe ich im hintersten Winkel meines Bewusstseins verstaut, doch Brandons Anblick lässt es wieder aufplatzen, sodass die Erinnerungen herausquellen und mir vor die Füße fliegen.
S.26

Überblick

An diesem Buch fand ich besonders schön, wie die Kapitel bezeichnet waren: Jeder Kapitelname begann mit „erste/r/s“ und das konnte dann „erste Begegnung“ oder auch „erste Konfrontation“ sein. Das passt sehr gut zum eigentlichen Titel des Buches, da auch noch ein zweiter Band hierzu erscheinen wird. Ich finde daher auch den deutschen Titel nicht ganz so gelungen, die Umsetzungen mit den Kapiteln jedoch sehr.
Irritierend fand ich den Schluss. Auf einer Seite endet nämlich das Ganze (logisch, oder?), aber ich dachte, die nächste Seite gehört auch noch dazu. Dem war aber nicht so. Nachdem ich Blitzmerker das verstanden hatte, muss ich aber sagen, dass die Seite, die auf den Schluss folgt, aber eben nicht richtig gekennzeichnet ist, trotzdem eine tolle Idee ist: Im Roman selbst spielt Musik eine große Rolle und die Autorin hat auf eben dieser Seite die Playlists, die sie sich während des Schreibens zusammengestellt hat, für den Leser noch einmal aufgeführt. Sehr schöne Idee!

Das Buch wird von zwei Ich-Erzählern gestaltet: Dylan und Gray. Diese wechseln sich immer wieder ab, mal ein paar Seiten Dylan, dann ein paar Seiten Gray. Die Wechsel sind gelungen und nicht zu abrupt oder alles doppelt. Die Perspektiven-Wechseln sind allerdings nicht von den Kapiteln abhängig, in einem Kapitel können die Perspektiven sich mehrmals abwechseln.

Meine Meinung

Gray ist ein verschlossener, junger Mann, der sein Päkchen mit sich trägt und mit niemandem näheren Kontakt haben möchte. Er grenzt sich bewusst von anderen Menschen ab, seinen ehemaligen Freunden, seiner Familie, aber auch von einer guten Zukunft.
Dylan hingegen ist lebensfroh, offen und etwas verquer. Sie ist es auch, die Gray anspricht und ihn so langsam in ihren Bann zieht. Es kommt, wie es kommen muss, die beiden verlieben sich langsam ineinander.
Die Charaktere sind sehr einfühlsam beschrieben und man bekommt trotz der Ich-Perspektive nur langsam einen Einblick in ihr Leben, die Hintergründe und ihre Gefühlswelt; doch gerade diese Vorgehensweise, die sehr sensibel ist, macht das Buch zu etwas Besonderem. Es ist schön, nicht gleich die grausame Vergangenheit von Gray aufgetischt zu bekommen und die Gründe, warum er sich zu einem Einsiedler entwickelt hat. Aber ich muss sagen, im ganzen Buch hatte ich das Gefühl, Gray besser zu kennen als Dylan. Er ist mir auch – obwohl ich die gesamte Charaktergestaltung wirklich bezaubernd und anrührend und toll finde – etwas mehr ans Herz gewachsen. Ich habe das Gefühl, über seine Gefühlswelt mehr zu erfahren, Dylan blieb mir immer etwas fremder im Verhältnis dazu.

Der Inhalt ist – und das sollte jedem bei diesem Titel, der Inhaltsbeschreibung und der Covergestaltung bewusst sein – eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen. Und zwar eine wirklich sehr schöne Liebesgeschichte. Die beiden treffen sich nicht und verlieben sich Hals über Kopf ineinander, nein, es dauert seine Zeit und hat auch eine sinnvolle und schöne Entwicklung. Es liegt nicht nur am Aussehen, sondern die beiden lernen sich gegenseitig schätzen und finden so zueinander.
Auch Gespräche und ihre Gedankengänge über Gott und die Welt machen einen großen Teil dieser bezaubernden Geschichte aus. So stellen sie sich Fragen, die sehr banal, aber auch sehr tiefsinnig sein können. Das Buch regt somit auch zum Nachdenken an – auf eine positive Art und Weise. Der Blick, gerade von Dylan, auf diese Welt ist verquer und schön zugleich.
Eine der vielen Fragen habe ich mal rausgesucht, weil ich finde, dass gerade Leseratten sie sicherlich ganz interessant finden werden: Stell dir vor, du könntest eine einzige Person aus einem Buch zum Leben erwecken. Welche würdest du dir aussuchen? (S.122)
Dies ist wirklich nur eine Frage von vielen, aber ich finde sie sehr interessant und habe festgestellt, ich hätte keine Antwort darauf. Auch Dylan und Gray beantworten nicht jede Frage, was ich auch zu viel fände, aber sie stellen wirklich interessante und erfrischende Fragen, die man sich ruhig mal selbst fragen könnte.

Fazit

Eine bezaubernde Liebesgeschichte, die jedoch auch durch ihre interessanten Fragenstellungen und Gedankengänge und durch die liebevoll gestalteten Charaktere besticht.

Bewertung

Fünf fabelhafte Brillen für diese sensible und zauberhafte Romanze

    
Quellen

Cover
Inhalt
Autorenvita
Die Rebellion der Maddie Freeman

Alle Zitate sind der Druckausgabe des Buches entnommen und auf den angegebenen Seiten zu finden. 

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2 thoughts on “[Rezension] Dylan & Gray von Katie Kacvinsky

    1. Freut mich, dass dir die Rezension gefällt 🙂

      Das Buch kann ich dir wirklich empfehlen, solltest du bald lesen.

      Viele Grüße
      Chimiko

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