[E-Rezension] Radioactive: Die Verstoßenen von Maya Shepherd

Titel: Radioactive: Die Verstoßenen
Autor: Maya Shepherd

Selbstverlag
ISBN: 978-1481156158

Preis Taschenbuch: 9,98 €
Erschienen am: 03.12.2012

Link: Amazon

Autor

24 Jahre jung; von Kurzgeschichten und Märchen zu Songtexten und Drehbüchern bis hin zu Romanen; erster Roman: „Schneerose“; mehr über Maya

 

Inhalt

Nach dem Dritten Weltkrieg gleicht die Erde einem Trümmerfeld. Die
letzten überlebenden Menschen haben sich in Sicherheitszonen
verbarrikadiert, um sich vor der radioaktiven Strahlung zu schützen. Ein
Überleben ist nur nach strengen Regeln und Gesetzen möglich. Es gibt
weder Eigentum noch einen eigenen Willen. Die Legionsführer nehmen den
Menschen jede Entscheidung ab. In dieser Welt ist kein Platz für
Gefühle. Die Menschen leben nur noch um zu funktionieren, deshalb tragen
sie Nummern statt Namen. D518 ist eine von ihnen. Geboren in dieser
zerstörten Welt, hat sie nie ein anderes als dieses von Kontrolle
bestimmte Leben kennengelernt. Dies ändert sich schlagartig, als sie von
Gegnern der Regierung entführt wird. Alles, woran sie bisher geglaubt
hat, stellt sich als eine Lüge heraus.


Erster Satz


Meine korrekte Bezeichnung lautet E518. Ich bin eine Überlebende der fünften Generation.



Meine Meinung

Die Sicherheitszone bedeutete Sicherheit, Frieden und Organisation. Namen sind unwichtig, alle sind gleich, denn wenn jemand sich unterscheidet, dann bedeutet dies Unfrieden, Gefahr, Streit und schließlich Krieg. So bekommt jedes Neugeborene eine Nummer zugeteilt. Die 5 der Protagonistin D518 steht für die Generation, der sie angehört; die 18 zeigt, das wievielte Kind der Generation sie war. Die Buchstaben A bis F haben ebenfalls ihre Bedeutung, so ist E beispielsweise der „Teenager“-Status und ab D aufwärts wird der Rang angezeigt. 
Erst als D518 entführt wird, von den Ausgestoßenen, von Rebellen, bekommt sie einen Namen: Cleo. Sie lernt eine Welt kennen, die anders ist als die ihre und in der sich auch einiges für sie verändert.

Es sind interessante Charaktere, die Maya Shepherd hier entworfen hat, die auch eine interessante Umgebung haben, in der sie agieren. D518, Cleo, ist anfangs distanziert, man lebt mit ihr das Leben der Sicherheitszone, eintönig, vorgeschrieben und in geregelten Bahnen laufend. Doch zugleich sucht sie auch immer nach Besonderheiten, nach etwas zum Wiedererkennen bei ihren Mitmenschen. Man merkt, dass sie sich der Gleichheit der Sicherheitszone nicht ganz anpasst.
Die Rebellen sind auch sehr schön gestaltet, eine liebevolle kleine Familie, in der es jedoch auch kleine Geheimnisse gibt, die mit der Zeit aufgedeckt werden. Ich mag die Eigenarten, die die Charaktere haben und hier ist Finn wohl ein gutes Beispiel: Er trägt viel Potenzial in sich, das von seiner Vergangenheit, seinen Eltern ausgeht. Für mich ist er einer der interessantesten Charaktere in diesem Buch und ich erwarte mit Spannung, wie es mit ihm weitergehen wird.
Allgemein habe ich noch große Erwartungen an die verschiedenen Charaktere, auch D523 und C515 in der Sicherheitszone haben sicherlich noch einiges an Entwicklungen und Spannung zu bieten.

Obwohl eigentlich von der Hauptgeschichte, dem Kampf zwischen Rebellen und Sicherheitszone, noch nicht viel passiert ist, finde ich das Buch wirklich toll. Vielleicht auch gerade deswegen? Cleo muss die Rebellen und das Leben außerhalb der Sicherheitszone erstmal kennen lernen, bevor sie dagegen angehen kann. Das ist realistisch umgesetzt: Es braucht nun mal seine Zeit, bis man diese elementaren Dinge, die einem das ganze Leben lang eingeprägt werden, beiseite legen kann und sich für etwas Neues öffnen kann. Und gerade das ist hier hervorragen dargestellt worden. Es geht eben nicht von der Sicherheitszone in den direkten Kampf, nein, stattdessen entwickelt man sich zusammen mit D518 zu Cleo. 
Dies ist erst der Auftakt zu einer wirklich spannenden Dystopie. Ich bin aber auch gespannt, wie es weitergeht, ob Cleo sich noch weiter entwickeln kann und wie der Plan, den die Rebellen sich ausgedacht haben, umgesetzt wird. So viele offene Fragen, auf die ich am liebsten sofort eine Antwort hätte.

Fazit

Radioactive: Die Verstoßenen verspricht vieles, denn es ist der Auftakt zu einer spannenden Dystopie-Reihe. Das Hintergrundszenario, das atomare Chaos, ist gut gewählt, und könnte leider auch Wirklichkeit werden. Und gerade unter diesem Aspekt finde ich die Geschichte noch spannender. 
Einziger Wermutstropfen ist die Länge von 270 Seiten – ich hätte gerne mehr gelesen. Aber nun erwarte ich den zweiten Band voller Spannung!

Bewertung

Quellen

Das Zitat ist dem Buch entnommen und dort zu finden.

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One thought on “[E-Rezension] Radioactive: Die Verstoßenen von Maya Shepherd

  1. Ich bin ein absoluter Fan von Dystopien, aber das Thema ist jetzt sehr ausgelutscht, mal sehen ob ich dem buch eine Chance geben werde.

    LG May

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