[Rezension] Apocalypsis II von Mario Giordano

Dies ist der zweite Band der Reihe und kann somit auch Spoiler beinhalten,

Titel: Apocalypsis II
Autor: Mario Giordano
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen am: 15.2.2013
ISBN: 978-3404167173
Preis Taschenbuch: 9,99 €
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Leseprobe

Autor

Mario Giordano, geboren 1963 in München, studierte Psychologie in
Düsseldorf, schreibt Romane, Jugendbücher und Drehbücher; er lebt in Köln.

Inhalt

Der Journalist Peter Adam erwacht im Kölner Dom – ohne Erinnerung daran,
was in den letzten Tagen geschehen ist. Ringsum hebt sich der Boden,
die Hölle tut sich auf, Menschen stehen in Flammen. Hat die Zeit der
Apokalypse begonnen?
Selbst der Papst im fernen Rom, der sich Petrus
II. nennt, scheint von einem Dämon besessen zu sein und tut nichts, um
das drohende Verhängnis abzuwenden. Die letzte Hoffnung der Welt liegt
in der rätselhaften Tätowierung, die Peter Adams gesamten Körper
bedeckt. Uralte Zeichen, die den Weg zu einem der größten Mysterien der
Menschheitsgeschichte weisen. Dem Ursprung des Bösen.

Cover

Zuerst mal: Das Cover fühlt sich einfach traumhaft an. Die goldenen Buchstaben, die sich da erheben… ich mag so Cover, ich muss da immer wieder drüberfahren während dem Lesen (ein Vergnügen, dass beim E-Book-Reader dann doch ausbleibt, nicht wahr?) Ansonsten scheint das Cover eher schlicht zu sein, doch die ganzen Zeichen, die sich in diesem Grau verstecken, sind einfach wunderbar. Man kann es sehr lange anschauen, weil es so viele Kleinigkeiten verbirgt. Der Schriftzug und dessen Gestaltung sind natürlich Band 1 angepasst, welcher mir schon in seiner Cover-Gestaltung gut gefiel.

Zitate

Alles in allem war er sich selbst ein vertrauter Anblick – bis eben auf diese Hand, die sich blass und fast durchscheinend von seiner Haut abhob und die einem Mann, den Arm brechen konnte.
S.24

Petrus II. nickte. Er zog einen schweren mittelalterlichen Dolch aus der Soutane, auf dessen Klinge das doppelte Kreissymbol, das Zeichen des Lichts eingraviert war, küsste ihn und stieß ihn der Frau ins Herz.
S.37

Peter erkannte lateinische Minuskeln, griechische Buchstaben, ägyptische Hieroglyphen, henochische Zeichen und eine verschnörkelte Schrift, die ihm völlig unbekannt ar. Einige Texte sahen aus wie Tabellen, andere waren illustriert mit Zeichen und Symbolen.
S.197 

Meine Meinung

Peter wacht verwirrt im Kölner Dom auf, der Leser startet verwirrt in dieses Buch. Erst ist Peter noch bei Nakashima, dann kriegt er eine Migräne, dann ist er plötzlich in Köln? Dazwischen fehlen auch noch ein paar Tage und es herrscht einfach das Chaos, und das nicht nur, weil gerade die Hölle aufbricht.
Ich mag ja komplizierte Erzählstränge, die gerne auch mal wirr sein können. Ich bewundere sogar Autoren dafür, denn manchmal sind diese einfach nur genial. Doch hier weiß ich nicht, was ich denken soll: Ist das nun Genialität oder einfach schon viel zu viel? Die Wechsel zwischen Gegenwart und wirklich weit zurückliegender Vergangenheit, was von den Urmenschen über das alte Ägypten und Jesus reicht, hat mir gut gefallen. Die wesentlichen Teile hier waren sehr interessant miteinander verknüpft und haben einen neuen Zusammenhang hergestellt. Gut geschrieben, aber inhaltlich hat mir dieser Zusammenhang eigentlich nicht so zugesagt. Was als Vatikanthriller begonnen hat, ist nun viel zu sehr in das Fantastische abgerutscht. Und nicht immer fand ich die Begründungen dazu sinnvoll oder logisch. Der Löwenmann beispielsweise, seinen Sinn in der Geschichte habe ich bis zum Schluss nicht ganz verstanden. Klar, er ist das Böse, aber reicht mit Seth nicht ein „Oberbösewicht“? Zum Einbau der Szenen mit historischen Figuren war er ganz interessant, doch bis auf die Jagd auf das ominöse blaue Amulett macht der Löwenmann eigentlich nichts für die Geschichte an sich.

Aber nochmal zurück zu der chaotisch anmutenden Zeitlinie des Buches: Okay, wir sind am 11. Juli, gut… nee, 4. Juli? Wieder 11. Juli. Oder halt man: Da steht ja Juni? Hab ich jetzt Peter oder Nikolas vor mir? Wo in drei Teufels Namen bin ich grad überhaupt? Und welcher Priester war das jetzt noch mal? Auf welcher Seite bin ich denn grad? Kinder, ich mag Chaos wirklich, aber hier war mir stellenweise doch zu viel.

Trotzdem hat es Giordano geschafft, dass ich weitergelesen habe, weil ich nun mal wissen wollte, wie es weitergeht. Vor allen Dingen schafft er es durch dieses Chaos wirklich, dass man nicht weiß, wer denn nun eigentlich Seth ist. Man verdächtigt praktisch jeden, Seth zu sein, weil jeder augenscheinlich ein Motiv haben könnte. Das Geheimnis wird tatsächlich erst am Schluss gelüftet und da ist es auch logisch, dass diese Person Seth in sich trägt.

In dem Buch gibt es noch viel mehr, das mir nicht so gut gefallen hat, doch ich will nicht spoilern, nicht wahr? Doch eines muss gesagt werden: Der Schluss war sehr konstruiert, um das Ganze am Leben zu erhalten für den dritten Band. Für mich war dieser Inhalt absolut unnötig (jeder, der das Buch liest, versteht vermutlich, was ich meine).

Und trotz allem… nach der jetzt doch eher nicht so positiven Rezension sollte man das nicht glauben, aber ich möchte auch Band 3 lesen. Obwohl mir vieles nicht gefallen hat, schafft Giordano es dennoch, mich am Ball zu behalten. Eine Leistung, die man auch mal würdigen muss. Wenigstens ist es dieses Mal kein ganz so böser Cliffhanger wie bei Band 1…

Fazit

Es ist schon seltsam: Einerseits musste ich bei diesem Buch so oft den Kopf schütteln, weil ich einfach mit vielen Dingen nicht einverstanden war und auch einiges unnötig fand, dennoch hat es mich gefesselt und ich wollte wissen, wie es weitergeht. Wer jedoch Chaos in einem Buch und den Erzählsträngen absolut nicht mag, sollte hier auf keinen Fall zugreifen, denn auch wenn sich am Ende das Chaos klärt, ist es während dem Lesen doch anstrengend.

Bewertung

Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt 

Die Zitate wurden dem Buch entnommen und sind auf den angegebenen Seiten zu finden.

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