[Rezension] Ich bin kein Serienkiller von Dan Wells

Titel: Ich bin kein Serienkiller
Autor: Dan Wells
Original: I am not a serial killer
Band: 1/3
Verlag: Piper
Erschienen am: 1.9.2010
ISBN: 978-3492267717
Preis Taschenbuch: 9,99€
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Autor
studierte Englisch in Utah; überzeugter Mormone; Redakteur bei einem Sci-Fi-Magazin

Inhalt

Du spürst, da ist etwas Böses in dir. Deine Freunde behaupten, es sei
bloß Einbildung. Aber du weißt es besser. Du versuchst es mit allen
Mitteln zurückzuhalten. Verbietest dir selbst den Kontakt zu Mädchen,
besuchst den Psychotherapeuten, hältst dich stets unter Kontrolle. Doch
niemand kann dir helfen. Denn diese dunkle Gewissheit ist da. Eines
Tages wird es ausbrechen. Du wirst zum Serienkiller werden. Die Frage
ist nur – wann?

Cover

Zum Cover lässt sich dieses Mal ja nicht sehr viel sagen, da es schlicht ist. Trotzdem empfinde ich das laufende Blut als sehr passend. Insgesamt ist das Blut meiner Ansicht auch durch ddas Gestanzte sehr realistisch.

Zitate


Damals wussten wir es noch nicht, aber Mrs Anderson sollte für sechs Monate der letzte Mensch im Clayton County bleiben, der auf natürlich Weise gestorben war. Die anderen holte der Dämon.
S.10

„[…] Aber du kannst doch nicht… es ist nicht normal, John. Ich hatte wirklich gehofft, du würdest dieses Besessenheit für Mörder irgendwann mal ablegen.“
„Keine einfachen Mörder“, widersprach ich. „Serienmörder.“
S.21

„Die Handlungen, die ich vermeiden will, liegen ein paar Stufen niedriger als ein Mord“, sagte ich. „Serienkiller sind in gewisser Weise praktisch immer Sklaven ihrer eigenen Zwänge. Sie töten, weil sie töten müssen, sie können sich nicht beherrschen. Da ich nicht bis zu diesem Punkt kommen will, habe ich Regeln für kleinere Dinge aufgestellt – etwa die, dass ich keinen Menschen allzu lange beobachten darf. Wenn ich es doch mal tue, bemühe ich mich, den Betreffenden eine Woche lang nicht zu beachten und nicht einmal über ihn nachzudenken.“
S.36

„Ich bin ein guter Mensch, weil ich weiß, wie gute Menschen sich verhalten, und weil ich sie kopiere“, antwortete ich.
S.42
 
Meine Meinung

John ist 15 Jahre alt und ein Psychopath, das heißt, er kann keine emotionale Bindung über Gefühle wie Liebe oder Freunde gegenüber anderen aufnehmen. Die Fähigkeit zur Empathie fehlt ihm komplett. Schon früh begann bei ihm eine unglaubliche Faszination für Serienkiller, die für seine Familie, aber auch in der Schule für Unbehagen sorgt. Das in Kombination mit seinen mangelnden Kenntnissen im Umgang mit Menschen sorgt dafür, dass John relativ unverstanden ist. Denn trotz dieser erschreckenden Diagnose kämpft er dagegen an, indem er regelmäßig einen Psychologen aufsucht und sich selbst Regeln im Umgang mit den Menschen setzt. Doch als eines Tages ein Serienmörder auftaucht, muss John seine Regel brechen und gerät in gefährliche Ermittlungen.

Johns Charakter ist stellenweise schon sehr unheimlich gestaltet, was natürlich auch an seiner Krankheit liegt. Ich finde diese einfach unglaublich gut dargestellt, Johns Handlungen und sein Denken sind genau so, wie es einem Psychopathen entsprechen könnte. Wie ich es mir vorstelle. Und auch sein ständiger Kampf gegen das Monster, das in ihm steckt, wirkt beängstigend real. Die wenigen Male, in denen er richtig die Kontrolle über sich verliert, sind doch sehr intensiv, da man seine Gedanken dabei erlebt. Dieser Wandel von dem kontrollierten John zu dem Monster in ihm ist beeindruckend verfasst.
Auch die Darstellung seiner Familie ist ein gelungener Kontrast zu John. Seine Mutter ist eine sehr gefühlsbetonte Person, auch wenn es ihr nicht immer gelingt, dies zu zeigen. Doch insbesondere ihre Angst und Sorge hebt sie gegenüber John hervor und verstärkt für den Leser seine psychopathische Seite.

Doch ich muss sagen, der Inhaltstext auf dem Buchrücken und der Inhalt passen nicht so ganz aufeinander. Mich persönlich hat das jetzt nicht gestört, aber auch ich hatte dem Buch gegenüber eine andere Erwartungshaltung. Dennoch fand ich den Gedanken eines Dämons, der – ähnlich Frankensteins Monster – aus Ersatzteilen besteht, sehr interessant. Und der Weg, wie John ihn schließlich bekämpft und gegen ihn vorgeht, ist auf einer Seite eigentlich rührend, da ein nicht-empathischer und von Serienkillern so faszinierter Mensch wie John dieses Monster immerhin auch hätte morden lassen können und kein Interesse an den Opfer, sondern nur an der Tag zeigen können. Auf der anderen Seite konnte auch hier Johns kalte Art dargestellt werden und wie er ganz langsam seine Kontrolle über sich selbst verliert. Der Dämon dient hier als Möglichkeit dazu, das Monster aus John freizulassen. Wobei ich den Dämon teilweise menschlicher fand als John.

Fazit

Während die Geschichte an sich zwar spannend war, mich aber nicht unbedingt so mitgerissen hat, war Johns Darstellung als Psychopath und sein langsamer Verlust der Kontrolle unglaublich interessant. Hier hat mich mehr das Psychologische dahinter interessiert, denn dieser Einblick war doch sehr spannend.


Bewertung

Quellen 

Inhalt
Autorenvita
Cover

Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

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2 thoughts on “[Rezension] Ich bin kein Serienkiller von Dan Wells

  1. Oh, du bist schon fertig mit dem Buch!? Ich bin erst bei der Hälfte, weil ich es unterbrochen habe (falsche Genreerwartung), lese es jetzt aber doch fertig.
    Bin gespannt, wo sich unsere Meinungen treffen;). Danke für die Rezi!

    Liebe Grüße, Iris

  2. Also der Klapptext klingt ja wirklich total interessant, aber da du nicht so begeistert davon bist… Mal schauen, vielleicht les ich es trotzdem irgendwann mal^^

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