[Rezension] Gefährten des Zwielichts von Alexander Lohmann

Titel: Gefährten des Zwielichts
Autor: Alexander Lohmann
Band: 1/3
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen am: 16.9.2011
ISBN: 978-3404285273
Preis: 14€/Taschenbuch 8,99€
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Autor

geboren 1968 in München; Ausbildung zum Informatiker; Germanistik-/Geschichts-Studium; Redakteur bei Zeitschriften; „Herr der Ringe“ weckt Liebe zur Fantasy, Mitherausgeber eines Fanzines in den 90ern; freier Lektor/Literaturübersetzer in Leichlingen

Inhalt

Gnome, Trolle, Nachtalben, Wardu und Goblins:
Sie alle gehören zu den Finstervölkern. Sie sind die Gefährten des
Zwielichts – das wahre Böse. Doch wie würden sie selbst ihre Geschichte
erzählen?
Eine Gruppe aus Menschen, Elfen, Zwergen und
Wichteln will das steinerne Herz des dunklen Herrschers vernichten. Die
Finstervölker schicken die Gefährten des Zwielichts aus, um das Herz
zurückzuholen. Denn wenn sie überleben wollen, müssen sie die Guten
aufhalten … um jeden Preis.

Cover

Hier sieht man ein sehr detailreiches Gebäude hervorragen, das trotz der dunklen Gestaltung viele architektonische Verzierungen aufweist. Erinnert mich ein bisschen an eine gotische Kathedrale von der Gestaltung, von der Grundform jedoch eher an ein düsteres Schloss. Auch die unglaubliche Größe wird dargestellt, dafür gibt es einfach eine wirklich winzig kleine Figur auf einem Pferd, die in dem gelb erleuchteten Eingang zu sehen sind. Fabrlich gesehen wirkt es durch dieses mächtige Gebäude sehr düster, ich finde, selbst die gelben Fenster haben etwas Bedrohliches. Auch der rot-orange-gelbe Himmel wirkt gewitterig, gefährlich, als würden Flammen lodern.

Zitate 

Die Gegenwart der gewaltigen Leiber war erdrückend, ihr Geruch und die Wärme, die von ihnen ausging, erfüllte alles um sie herum, jede Bewegung ließ den Boden erzittern.
S.30

Es war Zeit, zu seinen Gefährten zurückzukehren, aber Baskon liebte diese Augenblicke, wenn das Leben auf den Gehöften von Bitan erwachte und die Menschen sich regten. Er war gezwungen, im Dunkel zu wandeln, doch er gehörte nicht zu den Finstervölkern. Einst war er ein Mensch gewesen, hatte auf einem Hof gelebt wie jenen, die hier überall zwischen den Feldern und Weiden im nördlichen Bitan standen.
S.71

„‚Leuchmadans Herz‘ ist nur ein Name- Es ist kein Herz, kein pochender Klumpen Fleisch. Ein magisches Herz ist ein Gegenstand, der die Lebensenergie seine Besitzers trägt und ihm manchmal zauberische Fertigkeiten verleiht.[…]“
S.78


Meine Meinung

Wito wird zusammen mit seinen Gnomgefährten Skerna und Darnamur in einen Trupp berufen, dessen Aufgabe darin besteht, das Herz Leuchmadans – dem ehemaligen Anführer der Finstervölker – zurückzuholen und so die Macht über die lichten Völker gewinnen. Begleitet werden die Gnome dabei von Baskon, einem Wardu, Daugrula, der Nachtalbin, Gibrax, dem Troll und Werzaz, seines Zeichens Goblinkrieger. Gemeinsam müssen die ungleichen Gefährten das Herz finden und zurückbringen – für Leuchmadan. Dabei müssen sie jedoch weit in die Gebiete der lichten Völker hinein und treffen dabei auf so manchen Elf, Zwerg oder auch Wichtel.

Es gibt viele Völker, denen man hier begegnet und ich persönlich verlor da manchmal auch den Überblick – eigentlich peinlich, oder? Aber ich gib es zu, ich kam durcheinander, komischerweise insbesondere bei Gnom und Goblin, aber auch die Wichtel kamen da dann im Verlauf des Buches dazu.
Es sind sehr unterschiedliche Charaktere, die hier gestaltet wurden, aber auch stereotyp, eben ihrem Volk, das sie repräsentieren sollten, entsprechend. So war Gibrax wirklich extrem dämlich – aber immer beleidigt, wenn es hieß, er würde Menschen verzehren. Und Werzaz war aufbrausend, kampfeslustig, ein echter Goblinkrieger. Das könnte ich jetzt noch so weiterführen. Der einzige, der für mich charakterlich wirklich hervorstach, war der Gnom Wito. Das lag unter anderem daran, das ein Großteil des Buches einen Einblick in seine Sicht der Dinge gab. Aber für einen Gnom war er auch sehr vernünftig, im Gegensatz zu seinen Gefährten spielte er den anderen keine Streiche, sondern verurteilte sie stellenweise und dachte auch immer wieder über ihre Mission und mögliche Gefahren und Folgen nach. Auch als die Gruppe ihren Gegner aus dem lichten Volk gegenüber stand, war Wito geradezu höflich und ruhig. Ein sehr sympathischer… Protagonist oder Antagonist? Je nachdem, wie man es sieht.
Das Buch lebt hier jedoch eindeutig von der Überzeichnung der Stereotypen, typischer ging wirklich nicht mehr.
Eine interessante Art finde ich übrigens die Wardu, eine eigens für diese Buch entwickelte Rasse. Die Wardu leben durch Leuchmadans Gnade und sterben, um bei ihm ein zweites Leben zu beginnen. Ihre Art zu leben und wie sie existieren fand ich an diesem Buch mit am Interessantesten – auch wenn Baskon ein sehr unsympathischer Zeitgenosse ist, was vermutlich auch typisch für die Wardu ist, arrogant und sehr selbstbewusst.

Ich hatte jedoch immer wieder das Gefühl, in eine Welt hineingeworfen zu werden, zu der mir der Schlüssel zum Verständnis fehlt. Es war, als ob der Anfang fehlen würde und ich ein Buch einfach mal in der Mitte begonnen hätte. Es ist zweifellos eine unglaublich spannende Welt, die Alexander Lohmann hier entwickelt hat und vielleicht gäbe sich dieses mein Gefühl mit den weiteren Bänden, aber hier kam es immer wieder auf.
Die Idee von Leuchmadan und seinem steineren Herz finde ich doch recht faszinierend, doch irgendwo muss ich etwas überlesen haben, denn so ganz stieg ich nicht dahinter, was mit dem Herz geschehen sollte, wenn die Gefährten es gefunden hätten. Aber wenn man das mal missachtet, war ich wirklich begeistert von der Geschichte. Fantasy in ihrer Reinform: die unterschiedlichen Rassen, ihr Umgang untereinander, ihre Fähigkeiten, ihre Charakterzüge, es war alles perfekt aufeinander abgestimmt. Auch die Hintergrundgeschichte über die Finstervölker und die lichten Völker war stimmig.

Fazit

Eigentlich eine sehr stimmige und gut geschriebene Fantasy-Geschichte, doch hatte ich immer das Gefühl, dass mir ein Teil fehlt, der zum Verständnis wesentlich wäre. Jedoch kann ich nicht sagen, ob das an meiner Lesestimmung lag oder am Buch.


Bewertung

Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Alle Zitate entstammen den Buch und sind auf den angegebenen Seiten zu finden.

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