[Rezension] Die Kane-Chroniken. Der Feuerthron – Rick Riordan

Titel: Der Feuerthron
Autor: Rick Riordan
Original:
Band: 2/?
Verlag: Carlsen
Erschienen am: 15.03.2013
ISBN: 978-3551555892
Preis Hardcover: 17,90€
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Leseprobe

Autor
lange Zeit Lehrer für Englisch und Geschichte; lebt mit seiner Familie in San Antonio (USA); widmet sich jetzt auschließlich dem Schreiben

Inhalt

Der finstere ägyptische Gott Seth ist besiegt! Carter und
Sadie Kane könnten sich also ganz ihrer neuen Aufgabe widmen: der
Ausbildung von Nachwuchs-Magiern. Doch schon wieder kommt etwas
dazwischen. Die Chaos-Schlange Apophis erhebt sich und strebt nach der
Weltherrschaft. Der Einzige, der sie zurückschlagen könnte, ist der
Sonnengott Ra. Sadie und Carter müssen ihn unbedingt auf ihre Seite
bringen. Allerdings wirkt der Gott etwas – nun ja – unmotiviert. Um ihn
aus seiner Lethargie zu wecken, brauchen die Kane-Geschwister mehr als
ihre magischen Kräfte.

Cover

Auf dem Cover sieht man eine typisch altägyptische Barke, die mit einem Thron versehen ist. Darauf sitzt ein sehr alter Gott, der anhand seiner Kopfbedeckung leicht als Re zu erkennen ist. Denn dieser spezielle „Hut“ trägt immer die Sonne in sich und diese leuchtet da auch hell und warm. Sein Gesicht ist… sagen wir mal, er wirkt eher nicht so begeistert, vielleicht sogar ein bisschen genervt.
Im Hintergrund sieht man New York, und zwar die Freiheitsstatue sowie ein paar der Hochhäuser.


Zitate

Da er ein Pavian ist, konnte das von „Hey, da unten gibts was zu fressen“ über „Die Scheibe ist dreckig“  bis zu „Mann, diese Nummer mit den Stühlen ist echt bescheuert“ alles Mögliche heißen.
S.12

Leider erinnerte mich die Erwähnung von Desjardins daran, dass wir außer Apophis noch ein paar andere Probleme hatten. Sobald wir mit unserer Suche begannen, würde ein magischer russischer Eisverkäufer namens Wlad der Inhalator versuchen, uns zu ermorden.
S.107

„Ach, stell dich nicht so an. Das ist doch Standardkram. Zu Cheops‘ Zeiten kannte ich einen Magier, der den Nil teilte, damit er auf dem Grund nach der Halskette eines Mädchen suchen konnte. Und da war noch dieser Israelit, Mickey.“
„Moses.“
„Genau der. […]“
S.273

Meine Meinung


Nachdem Sadie und Carter Seth erfolgreich besiegt haben, haben sie nun ihr Nomos zu einem Ausbildungslager für begabte Jugendliche ausgearbeitet. doch sie lehren nicht den Weg des Lebenshauses, nein, der alte Weg der Götter wird hier gelehrt.
Doch es wären die Sadie und Carter, wenn hier alles glatt laufen würde. Sie haben nur noch fünf Tage Zeit die drei Rollen der Sonnenlitanei zu finden und somit Re zu erwecken, bevor das Chaos, die Schlange Apophis erwacht und sich befreit. Nur Re kann ihrer Ansicht nach die Welt noch retten. Und so begeben sie sich zusammen mit ihrem Schüler, dem Amulettmagier Walt und dem Zwergengott Bes auf die Suche nach den Litaneiteilen. Dabei geht nicht immer alles glatt.


Man wird gleich ins richtige Geschehen hinein geworfen, denn Sadie, Carter, Walt und eine weitere Schülerin, Jaz, sind gerade dabei, die erste Rolle aus einem Museum zu stellen. Dabei werden Geister freigesetzt, die Krankheit und Verderben bringen, ein Greif wird lebendig und das Museum, das leer sein sollte, beherbergt eine Hochzeitsgesellschaft. Band 2 fängt also genauso chaotisch an, wie Band 1 war. Und genau das macht das Buch oder eher die Reihe für mich so sympathisch. Die beiden Kanes finden sich zwar mit ihrem Schicksal ab, doch nicht ganz. Sie bleiben Teenager, bei denen eben nicht alles perfekt läuft und die ohne die göttliche Unterstützung von Horus und Isis auch nicht allmächtig sind. Bei wem von uns würde denn bitte so etwas reibungslos ablaufen?

Die beiden behalten aber auch ihre Persönlichkeit, Sadie ärgert Carter immer noch, während der wiederum manchmal sehr unsicher wirkt. Und als Sadies Geburtstag kommt, ist dieser für sie wichtiger als die Suche. Und Beziehungsprobleme hat sie auch: Walt oder Gott Anubis? Insgesamt finde ich, dass dies eher ein Sadie-Band ist, denn Carter ist zwar darauf konzentriert, Zia zu finden, doch Sadies Gefühle werden hier mehr thematisiert und im gemeinsamen Erzählen habe ich das Gefühl, dass ihr Teil überwog. Ich denke, das wird sich im nächsten Band wieder ausgleichen.

Auch Amos, Bastet und vor allen Dingen Seth haben hier wieder ihre Auftritte. Leider unterstützt Bastet die Kanes diese Mal nicht, schickt dafür aber Bes, der ein würdiger Ersatz und dessen „hässliches Kostüm“ ich schon ins Herz geschlossen habe. Der Zwergengott ist wirklich super gelungen. Ich mag übrigens auch Seth, auch wenn er eigentlich ein hinterhältiger Kerl ist, hat er einen super schwarzen Humor. Seine Charakterisierung in dem Buch trifft auch die Schwierigkeit, die er bereitet, denn er ist zwar böse, aber reicht darin noch lange nicht an Apophis, die Chaos-Schlange heran, und im Gegensatz zu dieser hat er schon fast ein gutes Herz.

Mir hat bereits im ersten Band zugesagt, dass Sadie und Carter abwechselnd erzählen und auch immer wieder Kommentare in eckigen Klammern abgeben. Auch die grundsätzliche Idee, dass die beiden ein Band aufnehmen, um so vor der ägyptischen Apokalypse zu waren, finde ich sehr außergewöhnlich. Notizbücher, Erzählungen, Gespräche, ja, aber eine altmodische Kassette? Das ist neu. Und man merkt den Erzählungen auch immer wieder deutlich an, welches der beiden Geschwister in diesem Moment spricht – nicht nur daran, dass dies auf den Seiten oben angegeben ist. Sadie spricht viel freier von der Leber weg, manchmal auch sarkastisch und mit einem sehr ironischem Unterton, was gerade hier in diesem Buch deutlich wurde.

Die Umsetzung des ägyptischen Mythos ist einfach faszinierend. Und detailreich. Und wahnsinnig gut recherchiert – fast noch besser als bei der Percy-Jackson-Reihe. Es gibt unglaublich viele Geschichte und Varianten, doch Rick Riordan gelingt es hier, die ägyptische Geschichte in unsere Zeit zu integrieren und logisch aufzubauen, was bei den vielen Möglichkeiten tatsächlich schwierig hätte werden können.

Fazit

Wieder ein gelungenes Buch, das nicht für an ägyptischer Mythologie Interessierte interessant sein dürfte. Rick Riordan schafft es jedes Mal aufs Neue, mich zu faszinieren und eine Welt zu ziehen, in der Magie, Götter und unser Alltag Hand in Hand gehen.


Bewertung

Quellen

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