[Kommentar] Der dunkle Thron – Rebecca Gablé

Erster Satz

„Waringham, du bist einfach hoffnungslos.“

Meine Meinung

Rebecca Gablé schafft mit ihren Waringham-Büchern bei mir wirklich immer etwas Besonderes: Ich fühle mich, als würde ich geradewegs heimkommen und dort warten gute alte Freunde auf mich. Auf Waringham fühle ich mich einfach wohl, sowohl auf dem Gestüt als auch im Familiensitz (der alter Bergfried, wundervoll).
Auch bei diesem Band dauerte es nicht lang und ich war schon mitten in der Familie und der Geschichte drin und richtiggehend ergriffen von ihr. Der aktuelle Waringham, Nick oder auch Nicholas mag nicht die politische Gesinnung seiner Vorfahren haben und stur sein und auf manchen stellenweise einfach dickköpfig wirken, aber genau das finde ich sympathisch. Denn so gelingt es Rebecca Gablé, neue Charaktere zu erschaffen, die sich in gewisser Weise zwar ähneln, aber eben keine Kopien sind. Jede Generation denkt anders, das ist doch heutzutage auch so, oder?
Statt dem Mittelalter nähern wir uns der Reformation an… was heißt annähern, der Leser stolpert mitten rein in die englische Reformation. Das beginnt mit Nicks Vater, der dafür büßen muss, und setzt sich dann langsam fort bis in das Königshaus. Und dort sitzt ein interessanter Regent mit vielen Schwächen und falsch getroffenen Entscheidungen: Henry VIII. Und diese Entscheidungen erlebt der Leser an Nicks Seite hautnah.
Ich denke, viele könnten den König und seine Frauen als überzeichnet sehen, oder als einseitig dargestellt. Allerdings ist nun mal auch Tatsache, dass das Ganze aus Nicks Sicht beschrieben wird und man daher seine Position im Blick auf den König einnimmt. Den kann man getrost als nicht wirklich positiv sehen. Gerade bei beispielsweise Anne Bouleyn hätte ich auch gerne die andere Seite gesehen, doch dies ist nicht gegeben. Von Nicholas‘ Position aus ist dieser negative Blick aber gut verständlich.

Auch wenn ich dieses Buch – wie seine Vorgänger – wirklich sehr, sehr, sehr schätze (für mich hat das einen Süchtig-mach-Faktor, da ich mir jetzt meine zwei fehlenden Gablé-Bücher gekauft habe), kann ich auch verstehen, wenn es Leser gibt, die nicht so begeistert sind, die Erzählung einseitig finden und einige Charaktere überzeichnet. Doch mich stört es nicht, denn es passt zu Nicks ruppigem Charakter und seinem Denken,

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