[Kommentar] Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung – Philippe Claudel

Erster Satz

Am Heck eines Schiffes steht ein alter Mann.
S.7

Meine Meinung


Es ist kein Roman, auch wenn das auf dem Buch drauf steht, für mich ist dieses kleine Buch nur eine Erzählung, eine Kurzgeschichte. Aber was für eine! Es ist eine feinfühlige Geschichte, so liebevoll erzählt und gestaltet, so umwerfend geschrieben, einfach nur wunderschön. Und sehr traurig. Immer wieder sind bei mir tatsächlich die Tränen geflossen, vor Rührung, vor Mitgefühl und auch angesichts dieses tieftraurigen Ende. Selbst wenn ich jetzt daran denke, kommen mir die Tränen, obwohl ich das Buch schon vor einer Woche beendet habe.
Die Geschichte erzählt von einer Freundschaft, die ohne Worte auskommt und dabei viel schöner ist als manch andere. Es treffen zwei Männer aufeinander, die nicht die gleiche Sprache sprechen und sich dennoch gegenseitig zuhören, obwohl sie nichts verstehen. Monsieur Linh, der aus einem asiatischen Kriegsgebiet geflohen ist, nur mit einem Koffer und seiner kleinen Enkeltochter. Seine Kinder starben bei einem Bombenangriff. Und Monsieur Bark, der Franzose, der seine Frau verloren hat und nun um sie trauert. Es geht einem wirklich zu Herzen, wenn diese beiden ihre einseitigen Unterhaltungen führen und sich dabei so viel Halt geben. Auch die kleine Sang Diu, die brave, stille, liebe Enkelin von Monsieur Linh ist immer dabei.
Es ist eine ergreifende Geschichte. Ich weiß nicht, wie ich diese wundervolle und so traurige Geschichte sonst beschreiben soll. Vielleicht melancholisch? Sie regt zum Nachdenken an, sie lässt einen lächeln und sie lässt einen weinen. Ich bin sehr froh, dass ich mir diese kleine Geschichte gekauft habe.

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