[Rezension] Solange am Himmel Sterne stehen – Kristin Harmel

Titel: Solange am Himmel Sterne stehen
Autor: Kristin Harmel
Original: The Sweetness Of Forgetting
Verlag: Blanvalet
Erschienen am: 15.04.2013
ISBN: 978-3442381210
Preis TB: 9,99 €
Leseprobe

 Autorin

Kristin Harmel hat bereits einige Romane veröffentlicht und mit Medien wie People und Glamour zusammengearbeitet. Mit Solange am Himmel Sterne stehen erfüllt
sie sich den Wunsch, eine große Geschichte von Liebe und Verlust über
Generationen hinweg zu erzählen. Es ist ihr erster Roman, der in
deutscher Sprache erscheint, und er wird derzeit in dreizehn Sprachen
übersetzt. Kristin Harmel lebt in Orlando, Florida.

Inhalt

Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten
Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich – an die Menschen, die sie
liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose
weiß, dass es bald zu spät sein wird, denn sie hat Alzheimer. Bald wird
niemand mehr an das junge Paar denken, das sich einst die Liebe
versprach … 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach
Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden
Geschichte, die sie dort entdecken wird – von Hoffnung, Schmerz und
einer alles überwindenden Liebe …

Erster Satz

Die Straße vor dem Bäckereifenster liegt still und schweigend da, und in der halben Stunde genau vor Sonnenaufgang, während ein leichter Schimmer der Morgenröte am Horizont sichtbar wird, könnte ich fast glauben, der einzige Mensch auf der Welt zu sein.
S.9

Meine Meinung

Es ist ein richtiges Herzensbuch, das hier den Weg zu mir gefunden hat, ich habe geweint, gelacht und mitgelebt.
Die Thematik ist für mich eine sehr Besonderes, denn für mich persönlich ist Alzheimer die schlimmste Krankheit, die es gibt. Das mag für andere nicht so sein, aber es ist für mich ein unvorstellbarer Schrecken, wenn ich wüsste, dass all meine Erinnerung verschwinden und ich in einem tiefen Dunkeln versinken könnte. Daher habe ich mir anfangs auch viele Gedanken darüber gemacht, ob ich das Buch wirklich lesen möchte, doch letzten Endes bin ich einfach nur froh darüber, dass ich mich dafür entschieden habe.
Kristin Harmel geht mit diesem Theme sehr feinfühlig um, beschreibt sowohl, was Hope angesichts ihrer vergessenden Mamie empfindet, aber es gibt auch immer wieder kursiv gedruckte Passagen, die Roses Sicht erzählen. Gerade diese Stellen fand ich sehr ergreifend, zu sehen, wie Rose versucht, sich zu erinnern und wie sie es dann auch stellenweise vortäuscht, wirkte so realistisch und wirkt einfach so intensiv.
Hinzu kommt, dass Hope in einem der klaren Moment von Rose den ‚Auftrag‘ bekommt, ihre Familiengeschichte herauszufinden, und dann ist da noch ihre Bäckerei, die den Bach runter geht, ihr Exmann und ihre zickige Tochter sowie ein netter Handwerker und ein Bankangestellter. Man sieht, dass es ein wirkliches Chaos ist, das Hope hier bewältigen muss. Und trotz dieser vielen Erzählstränge schafft die Autorin es hier, keinen zu vernachlässigen. Das ist das wirklich Erstaunliche daran. Sie wird jeder dieser Geschichten gerecht und gerade Hopes Suche in Paris ist da doch sehr ausführlich. Natürlich kann man hier auch anführen, dass es sehr viele Zufälle sind, die Hope recht leicht an ihr Ziel führen, aber es passt. Es wirkt nicht an der Nase herbeigezogen, nicht zu konstruiert. Und sollte man Hope in der Hinsicht nicht ein bisschen Glück gönnen?

Wie ich bereits erwähnt habe, gibt es zwei Sichten auf das Ganze: Einmal erfährt man Roses Gedanken im Stil eines Er-Erzähler und zum anderen ist da Hope, die Ich-Erzählerin der Geschichte. Was ich hierbei sehr gelungen, sehr schön finde, ist der Bezug zu der Bäckerei, ein Familienerbe, nicht nur das Gebäude, sondern eben auch das Gebäck. Die beiden Erzählweisen werden durch Rezepte getrennt, die einem bereits durch die bezaubernden Bezeichnungen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Es klingt wirklich alles superlecker!

Auch der Titel wird immer wieder im Text eingebaut und ausgiebig erklärt:

‚Solange am Himmel Sterne stehen, werde ich dich lieben.‘ Das hat der Prinz in deinen Geschichten immer gesagt.“
S.85

Wenn man den Hintergrund erst genauer kennt, wird die Titelauswahl noch schöner und berührender.

Beeindruckt haben mich jedoch auch die vielen kleinen Geschichten, die sich in der großen Geschichte verstecken. Die von dem Prinzen, die Lebensgeschichten und Hintergründe – alle sind mit so viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und die meisten würden wahrscheinlich, wenn man noch weiter daran schreiben würde, ein ganzes Buch füllen.

Fazit

Das hier ist ein wirkliches Herzensbuch, ein Buch, das mich unglaublich berührt hat und das mich mit seinen liebevollen kleinen Details und Geschichten in den Bann gezogen hat. Ich würde hierfür gerne hundert Brillen geben, weil ich dieses Buch so sehr liebe!

Bewertung

Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

 

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4 thoughts on “[Rezension] Solange am Himmel Sterne stehen – Kristin Harmel

  1. Hach ja, dieses Buch ist wirklich sehr schön und die Liebesgeschichte so unglaublich traurig!!!

    Eine wirklich sehr gelungene Rezension!!!

    GLG Lena

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