[Rezension] Lycidas. Die uralte Metropole – Christoph Marzi

Titel: Lycidas. Die uralte Metropole
Autor: Christoph Marzi
Band: 1/4
Verlag: Heyne
Erschienen am: 09.11.2011
ISBN: 978-3453529106
Preis TB: 9,99 €
Leseprobe

Autor

Christoph Marzi, Jahrgang 1970, wuchs in Obermendig nahe der Eifel
auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland.
Seit dem großen Erfolg seiner Saga um die Uralte Metropole (Lycidas, Lilith, Lumen und Somnia) ist er einer der erfolgreichsten deutschen Phantasik-Autoren.

Inhalt

Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte
erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es
einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in
einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche
nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den
Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen
verfolgt wird – das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen
nicht ausgedacht.

Erster Satz

Die Welt ist gierig, und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haar.
S.11

Meine Meinung

Das Buch hatte mich allein durch sein Cover fasziniert, und das obwohl ich eigentlich kein Coverkäufer bin. Doch den Stil mag ich sehr gerne und daher ist es auch für mich ein absoluter Blickfang. Es lag jedoch nicht am Cover, dass ich diesem Buch verfallen bin, sondern an den Charakteren (auch wenn die Geschichte mich bereits mit dem ersten Satz schon hatte).
Was für eine Charakterentwicklung! Vielfältig, interessant, vielschichtig vor allen Dingen und sehr besonders. Es gibt wundervolle kleine Details, angefangen mit Emilys Glasaugen oder dem Schokomädchen. Und dann ist da natürlich Wittgenstein. „Fragen Sie nicht“ oder „Zufälle gibt es nicht“ oder „dieses Kind!“ waren Sprüche, die sich eingeprägt haben. Zwischendurch habe ich mich dabei ertappt, selbst mit einem „Frag nicht“ zu antworten, was doch immer für einen Charakter spricht. Es gibt hier eigentlich so gut wie keinen Charakter, den ich nicht zumindest spannend finde – und das gilt auch für die Antagonisten-Seite. Eigentlich jeder einzelne Charakter ist so liebevoll und detailliert gestaltet worden, dass man ihn interessant finden muss, bei den vielen Eigenheiten und Besonderheiten. Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, dessen Personal mich so uneingeschränkt begeistert hat.

Und die Geschichte, wie komplex, wie fantastisch, wie unglaublich. Das ist mal ein Buch, von dem man wirklich lange etwas hat. Ich habe das gesamte Buch hochkonzentriert gelesen, weil ich keine Kleinigkeit verpassen wollte, und ich bin mir dennoch sicher, dass ich beim erneuten Lesen wieder neue Dinge entdecke. Das Ding ist jedoch, ich kann jetzt gar nicht viel über den Inhalt schreiben, denn dieses Buch muss man selbst entdecken.
Die uralte Metropole unter London finde ich eine sehr interessante Idee, ich konnte sie mir stellenweise bildlich vorstellen und hab mir dann alles genau ausgemalt. Kopfkino vom Feinsten! Auch die Vermischung unserer ganzen Mythen war unglaublich faszinierend und vor allen Dingen meiner Ansicht nach sehr logisch eingebaut. Es war alles stimmig, und zumindest bei diesem ersten Lesegang sind mir keine Unstimmigkeiten aufgefallen.

Doch das wirklich Besondere an diesem Buch ist der Erzählstil. Diese Kombination aus einem Ich-Erzähler (Wittgenstein) und dem Er-Erzähler ist unglaublich gut gelungen. Das ist wirkliche Schreibkunst für mich. Das hat mich mit jeder Seite aufs Neue fasziniert. Die Wechsel zwischen Wittgenstein und Emilys Sicht ist interessant, vor allen Dingen die Tatsache, dass Wittgenstein hier kompletten Zugriff auf Emilys Denken und Fühlen hat, diese komplette Vermischung mehrerer Erzählformen hat mich doch sehr fasziniert.

Die Sprache ist natürlich auch ein absoluter Pluspunkt: bildhaft, detailliert, und mit einem ganz besonderen Stil. Ein bisschen London, ein bisschen Snob, ein bisschen düster. Aber sicher kein Stil für jedermann. Ich schätze diese Schreibweise sehr.

Fazit

Ein Buch, das mir wirklich rundum gefallen hat. Es gibt nichts, was ich persönlich kritisieren würde.

Bewertung

Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Das Zitat wurde dem Buch entnommen und ist auf der angegebenen Seite zu finden.

  

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6 thoughts on “[Rezension] Lycidas. Die uralte Metropole – Christoph Marzi

  1. Oh… Das klingt gut.
    Ich hab das Buch ebenfalls auf dem SUB liegen. Allerdings habe ich noch eine andere Ausgabe. Mit einem anderen Cover. Mir persönlich gefällt dieses schwarze Cover ja überhaupt nicht und mit dem Cover hätte ich es wohl nicht gekauft. Aber das ist ja Geschmackssache.
    Ist aber jetzt auf jeden Fall auf meiner Leseliste weiter nach oben gerückt.

    Liebe Grüße.

    1. Stimmt, mir gefällt das Cover beispielsweise sehr gut 😉
      Aber ich achte in der Regel nicht so stark auf Cover, der Inhalt oder der Titel sind mir wichtiger.

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen
      Chimiko

    2. Ja doch. Wenn mir ein Cover gar nicht gefällt, kann es schon sein, dass ich das Buch deswegen überhaupt nicht in die Hand nehme. Ich bin damals auf Lycidas überhaupt auch nur Aufmerksam geworden, weil das Cover so schön war. 🙂

  2. Hach, na da freu ich mich!!
    Ich konnte mir das Buch vor ein paar Tagen ertauschen und bin auch sooo gespannt *_*.
    Das Cover ist ja auch wirklich schöön <33..

    Schöne Rezi :)!!

    LG CLärchen

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