[BaBü] August Ganter

Neben den Büchern und interessanten Aktionen, auf die ich aufmerksam werde, möchte ich mit euch auch ein wenig in die Vergangenheit reisen und euch ein paar bekannte Dichter und Schriftsteller vorstellen, die gerade in unserer Gegend ihren Sitz hatten.

Heute wäre das August Ganter, Dichter in der alemannischen Mundart. Er ist gerade in dem Bereich, in dem ich lebe und wohne aktiv gewesen.
1862 wurde er in Oberkirch geboren, hat aber in verschiedenen Städten wie Baden-Baden und Karlsruhe eine Ausbildung zum Lehrer absolviert und endete schließlich in Freiburg (im Breisgau), wo er den Großteil seines Lebens verbrachte.
Seinem Geburtsort blieb er jedoch treu, stattete ihm immer wieder Besuche ab und verfasste zur 600-Jahr-Feier der kleinen Stadt auch ein Gedicht mit dem Titel „Oberkirch – 600 Jahre Stadt“. Für diese Liebe erhielt er auch den Ehrenbürgertitel der Stadt.

Anfangs war er, wie so manch Schriftsteller, nur Gelegenheitsdichter und zwar, das Besondere bei ihm, in der alemannischen Sprache von hier unten. Um die Jahrhundertwende herum war seine größte Schaffenszeit, auch die, in der er viele Liebhaber und Leser gewann. Die kleinen Verse beschäftigen sich viel mit dem Alltag des Menschen, Sorgen und Kummer und ähnliches.

Ich habe euch natürlich auch zwei Gedichte rausgesucht:

V’rständiga
(aus: Silwerdischtle us em Schwarzwald)

Franzosa, nowli Lüttli, wuhne
E Woche drei ball in d’r Krune.

O, ’s gfallt ne sölli uf em Wald!
Bloß mit em Schwätze habbert’s halt.
Dütsch kinne si no nit e Schnok.
Des isch e G’wurgs als un e G’frog!
Un ’s Krunewirts v’rstihn französisch
Grad wia ne Wasserschapf chinesisch.
Do brucht’s als g’hörig Rueß un Salz,
Bis dia enand begriffe-n als.
Doch d‘ Wirdi un d‘ Madam, dia bleich,
Dia kumme-n allewil als z‘ Streich.
’s Verständiga, des hen sie los;
Do drinne sin sie meh as groß.
Gescht z’owed hen sie Brodis g’ha;
D Französi, selli luegt en a.
Sie het dem Brodis nit recht traut;
Sie stupft dra rum un schmeckt und kaut.
Sie düdet druf un lacht so schlau
Un piepst: „Sein wohl miau, miau?“
„Oh, nei,“ het d‘ Wirdi z‘ Antwort gä,

„Nix, nix miau, – mäh, mäh, – mäh, mäh!

Und:

D´ Küechli
 
(aus: Dannezapfe usem Schwarzwald)

D´ liab Mueder bacht Küechli; d´r flachsköpfig Bue,
der lährt in d´r Biw´l un luegt ere zue.

„Du, Müederli“, sait´r, „was bisch au so still?“
„Eh“, meint sie, „eh, wil i nit schwätze grad will“.

„Weisch“, sait´r, „des Stillsi, i ka´s nit v´rtrage;
gang, Müederli, sag ebbs.“ – „Was soll i denn sage?“

„He“, meint´r un blettert druf los in sim Büechli,
„De kinntsch emol sage: Wottsch nit au e Küechli?“

Na, habt ihr viel verstanden? Oder ist Übersetzungsbedarf?

Quellen

Autorenvita
Gedichte

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5 thoughts on “[BaBü] August Ganter

  1. Guten Abend,

    es passt zwar jetzt nicht ganz unter diesen Post, aber ich wollte mich grad mal ganz kurz bei dir bedanken.
    Die beiden Links zum Einbau des Drop-Down-Menüs haben mir wirklich sehr geholfen. Da ich mich bereits ein bisschen mit CSS auskannte brauchte ich nicht mal einen Test-Blog.
    Vielen, vielen Dank für deine Hilfe!

    Liebe Grüße
    Chrissi

  2. Hallo! 🙂
    Ich finde deinen Post echt schön. Ich bin selbst Cosplayerin und finde es super, dass du über August Ganter berichtet hast – ich bin nämlich seine Ururenkelin. :DD Schön, dass ihn auch außerhalb der Familie jemand kennt. 😀
    Liebe Grüße!

    1. Da er mit mit im gleichen Ort geboren ist, kenn ich ihn natürlich 😉
      Aber das finde ich jetzt doch lustig, dass die Ururenkelin von August Ganter Cosplayerin ist 😀

      Alles Liebe, Chimiko

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