[Rezension] Judaswiege – Ben Berkeley

Titel: Judaswiege
Autor: Ben Berkeley
Verlag: Piper
Erschienen am: 10.11.2011
ISBN: 978-3492272919
Preis TB: 9,99 €
Leseprobe

Autor

Ben Berkeley, Jahrgang 1975, wurde als Sohn
deutscher Einwanderer in Palo Alto geboren und wuchs in der Bay Area
auf. Nach einem Psychologie-Studium wurde er Berater des FBI und ist
einer der führenden Experten für Medien- und Täterpsychologie. Ben lebt
in Santa Barbara, Kalifornien und Tel Aviv, Israel. »Judaswiege« ist
sein erstes Buch.

Inhalt

»Schau unter den Fahrersitz, Jessica.« Mit Autobomben zwingt ein
Psychopath junge Frauen in abgelegene Waldgebiete und ermordet sie mit
einem mittelalterlichen Folterwerkzeug, der Judaswiege. Doch schon bald
ist ihm das nicht mehr genug: Er stellt Videos von seinen grausamen
Taten ins Netz, getarnt als harte Pornografie. Ein schwieriger Fall für
Sam Burke, Psychologe und leitender Ermittler beim FBI. Hilfe von
unerwarteter Seite erhält er durch seine Expartnerin Klara »Sissi«
Swell, die sich bei ihren Untersuchungen jedoch am Rande der Legalität
bewegt. Können sie den brutalen Killer stoppen?

Erster Satz

Jessicas Schritte patschten im flachen Wasser der Brandung, sie lachte ausgelassen.
S.5

Meine Meinung

Bereits das Cover ist sehr gelungen, der Bezug auf die Foltermethode der Judaswiege ist schlicht, aber perfekt. Hinzu kommt, dass die Zaunpfähle durch ihre Plastizität noch mehr hervorstechen.

Eigentlich lese ich nicht sehr viele Thriller, denn spätestens wenn eine verwesende Leiche vorkommt, spielt mein Geruchssinn verrückt und ich rieche diesen Gestank und kriege es einfach nicht mehr los – hinzu kommt dann noch so ein G’schmäckle im Mund, einfach eklig. Und das stellte sich natürlich auch hier ein, kommt immerhin mit einer Zuverlässigkeit, von der die deutsche Bahn sich noch so einiges abschauen könnte. Doch dieses Mal hat es mich nicht so sehr gestört wie sonst, so sehr war ich in den Bann dieser Geschichte gezogen.

Interessant fand ich vor allen Dingen die Verknüpfung der Taten mit der SM-Szene, deren Beschreibungen sehr stil- und geschmackvoll waren – hat mich durchaus positiv überrascht. Auch das Ermittlungsteam rund um Klara und Sam war sehr detailliert und liebevoll gezeichnet. Da ragen insbesondere Anwalt Stein und Pia hervor, wirklich tolle Charaktere, angefangen mit Steins ganz eigenen Ansichten, die doch so zutreffend sind. Auch Klara, oder auch Sissi, die nicht unbedingt die typische Ermittlerin ist, konnte mich durch ihre Art und Weise besonders faszinieren. Ich mag Charaktere wie sie, die außergewöhnlich sind, und das ist bei ihr nicht nur durch ihre Arbeit, sondern auch durch ihre Vergangenheit und äußere Gestaltung der Fall.

Leider gab es manchmal doch kleine Logikfehler, wie beispielsweise das Klingelschild Adrians: In einem Satz gibt es keine Namen, sondern nur die Nummern der Wohnungen. Kurz darauf ist sein Name nur verblasst auf dem Klingelschild zu erkennen. Sehr schade.
Auch wenn einige Dinge sehr vorhersehbar waren, ist Ben Berkeley hier dennoch ein solider Thriller gelungen. Aber leider war eben nicht jede Wendung überraschend, vieles von Anfang an ersichtlich. Auch sehr schade.

Fazit

Ein solider Thriller, der durch einen außergewöhnlichen Serienmörder sowie interessanten Charakteren punktet, aber leider in kleinen Details etwas nachlässig ist.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.  

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