[Rezension] Der dunkle Wächter – Carlos Ruiz Zafón

Titel: Der dunkle Wächter
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Original: Las luces des septiembre
Verlag: FJB
Erschienen am: 23.09.2009
ISBN: 978-3596853885
Preis HC: 17,95 €
Preis TB: 8,99 €
Leseprobe


Autor


1964 in Barcelona geboren; lebt heute in Los Angeles; Autor von sieben
Romanen mit Übersetzungen in 40 Sprachen; entwickelt die einzigartige
Buchreihe „Friedhof der vergessenen Bücher“

Inhalt


Nach düsteren Tagen wünscht sich Irene das Glück des Sommers. Als sie
mit dem Jungen Ismael an der Blauen Bucht liegt, scheint alles perfekt.
Doch der Spielzeugfabrikant, der Irenes Mutter auf seinen Landsitz
Cravenmoore geholt hat, hegt ein finsteres Geheimnis. Alle Zimmer seines
gewaltigen Hauses stehen voll selbstgebauter Automaten und raffiniertem
Spielzeug, und einige Räume dürfen nie betreten werden. Im großen Wald
rings um die Villa geht der Besitzer oft spazieren. Aber auch ein
sonderbares Geschöpf treibt sich dort herum, das einem Albtraum zu
entstammen scheint …
Bald jagen dunkle Schatten durchs Haus, und im Nebel drohen vom
Leuchtturm die gefürchteten Septemberlichter. Cravenmoore entpuppt sich
als Ort des Schreckens. Irene und Ismael kämpfen im größten Abenteuer
ihres Lebens um ihre Liebe.


Erster Satz


‚Liebe Irene, die Septemberlichter haben mich gelehrt, Deine Fußspuren in Erinnerung zu behalten, die von den Gezeiten hingespült wurden.‘
S.7


Meine Meinung


Trotz der Bezeichnung als Jugendbuch ist das für mich wieder ein typisches Zafón-Buch. Man merkt auch der etwas einfacher gehaltenen Sprache sofort an, wer dieses Buch geschrieben hat. Nicht nur das, auch die Vorliebe für Maschinen und Spielzeuge sowie die bevorzugte Epoche mussten wieder herhalten. Doch auch wenn das nach bekannten Mustern klingt, ist es dem Autor dennoch gelungen, ein völlig selbständig stehendes Buch zu verfassen, das vielleicht in Teilen an Vorgänger erinnert und dabei doch irgendwie anders ist.

Gerade als ich von den Automaten, bzw. man kann stellenweise wohl schon fast Roboter sagen, gelesen hatte, musste ich sofort an ‚Marina‚ denken – an die Puppen, die hergestellt wurden und wichtiger Bestandteil sind. Es gibt wirklich Parallelen, das kann man nicht verleugnen. Für mich auch ein Grund, dem Buch etwas in der Bewertung abzuziehen, einfach weil ich mir doch gewünscht hätte, diese Ähnlichkeiten eben nicht zu haben, sondern etwas Neues zu lesen. Seltsamerweise hat dies meinem Lesevergnügen letztendlich dennoch keinen Abbruch getan: Ich fieberte mit den Protagonisten mit, litt mit und rätselte immer wieder, was hinter all dem steckt. Wie immer versteckt Zafón Bruchstücke der Geschichte und gegen Ende des Buches setzt sich das Puzzle zusammen und ich dachte einfach nur ‚Logisch, da hätte ich auch früher drauf kommen können.‘

Auch die Sprache ist wieder wunderschön, daran ändert auch nichts die vermeintliche ‚Einfachheit‘, die aufgrund der Einordnung ist das Jugendbuchgenre vorzufinden ist. Ich finde die Sprache einfach nur wundervoll, stark, bilderreich und faszinierend. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich Parallelen hier leicht verschmerzen kann?

Auch die Ausarbeitung der Protagonisten liegt dem Autor. Irenes und Ismaels kleine Romanze ist einfach berührend in ihrer Schlichtheit. Auch Irenes kleiner Bruder bekommt viel Aufmerksamkeit und ist eine wirklich spannende Figur. Doch besonders gut hat mir der Rahmen der eigentlichen Geschichte gefallen, einfach nur wundervoll!


Fazit


An der Geschichte gibt es eigentlich nichts aussetzen, Spannung, tolle Charaktere, wundervolle Sprache – wenn da nicht die Parallelen wären, die mich an andere Werke des Autors erinnern. Nichtsdestotrotz ein wundervolles Buch!


Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

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2 thoughts on “[Rezension] Der dunkle Wächter – Carlos Ruiz Zafón

  1. Ahhh, das Buch habe ich auch gelesen :D!!!

    Ich fand es damals sooo spannend, das müsste ich auch wieder mal lesen, um zu wissen ob es mir immer noch gefällt…
    Zafon kann einfach schreiben *_*.

    Alles Liebe, Clärchen 🙂

    1. Oh ja, Zafon kann wirklich einfach schreiben, besser kann man es nicht ausdrücken 😀
      Darum freu ich mich immer, wenn ich seine Bücher in meinem Regal betrachte 😉

      Liebe Grüße
      Chimiko

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