[E-Rezension] Final Cut – Veit Eitzold

Titel: Final Cut
Autor: Veit Eitzold
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen am: 18.05.2012
ISBN: 978-3404166879
Preis: 8,99€ (TB); 6,99€ (E-Book)
Leseprobe

Autor

Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Anglistik,
Kunstgeschichte, Medienwissenschaften und General Management in
Oldenburg, London und Barcelona. 2005 promovierte er zum Kinofilm
„Matrix“. Während und nach seinem Studium arbeitete er für
Medienkonzerne, Banken, in der Unternehmensberatung und in der
Management-Ausbildung. Veit M. Etzold lebt in Berlin.

Inhalt

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und einen Feind.

Die Freunde sind virtuell,
der Feind ist real.

Er wird Dich suchen.
Er wird Dich finden.
Er wird Dich töten.

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken.

Ein
Killer, der wie ein Computervirus agiert: unsichtbar und
allgegenwärtig. Er nennt sich der Namenlose, und seine Taten versetzen
ganz Berlin in Angst und Schrecken. Hauptkommissarin Clara Vidalis und
ihr Team sind in der Abteilung für Pathopsychologie ohnehin schon für
die schweren Fälle zuständig, aber die Vorgehensweise dieses Verbrechers
raubt selbst ihnen den Atem. Perfide und genial, lenkt er die Ermittler
stets auf die falsche Fährte. Und erst allmählich begreift die
Kommissarin, dass der Namenlose sein grausames Spiel nicht mit der
Polizei spielen will, sondern nur mit einem Menschen: mit ihr, Clara
Vidalis. Während die Ermittler noch verzweifelt versuchen, die Identität
des Killers aufzudecken, startet der Medienmogul Albert Torino eine
neue Casting-Show. Und es gibt jemanden, der diese Show für seine
eigenen, brutalen Zwecke nutzen wird: der Namenlose.

Erster Satz

Nummer 12!
S.7

Meine Meinung

Ab und zu greife ich auch mal zu Thrillern, muss allerdings zugeben, dass es nicht mein bevorzugstes Genre ist – ich bin ein zu empfindliches Gemüt in der Hinsicht. Aber ich habe das Buch gelesen und dabei festgestellt… ich bin wirklich zu zartbesaitet. Es ist ein für mich bedrückender Thriller, mit grauenhaften Phantasien und Vorstellungen, die stellenweise in die Realität umgesetzt werden. Da ist besonders, neben dem Mörder natürlich, die Sendung ‚Shebay‘ hervorzuheben. Diese Vorstellung fand ich fast mit am Gruseligsten, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch zur Wahrheit werden könnte.

Aber auch Fans des Blutigen und raffinierter Morde kommen nicht zu kurz, im Gegenteil: Gerade die Darstellung der Toten ist unglaublich detailliert und… ich wiederhole mich… raffiniert! Aber auch Blut und Gewalt ist viel dabei, mir hats da doch so manches Mal ein bisschen den Magen zusammen gezogen (ich bin aber auch empfindlich).

Spannend fand ich die Einblicke in das Leben von Clara Vidalis, der Ermittlerin, die auch speziell vom Mörder angesprochen wird. Ihre Gedanken und Gefühle sind oft sehr intensiv dargestellt, besonders die ersten Szenen im Beichtstuhl haben mich beeindruckt. Clara fand ich als Person deutlich interessanter als den Mörder – ihre Zweifel, Ängste, Sorgen, Vergangenheit und Reaktionen sind einfach so genial geschrieben und man kann sich richtig in sie herein fühlen und erhält einen Einblick in eine durchaus kaputte Seele.

Übrigens kommt man auch nicht so leicht auf die Spur des Täter, es gibt viele falschen Fährten, man wird oft in die Irre geleitet und zusammen mit Clara und ihren Leuten an der Nase herumgeführt.

Der Schreibstil ist wirklich packend und mitreißend. Das Besondere ist jedoch die Emotionalität, die dadurch entsteht und noch mehr aufgebaut wird. Veit Eitzold gelingt eben insbesondere die bereits genannten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Figuren (ich hebe da noch mal Clara hervor). Sehr beeindruckend.

Natürlich muss man auch das Internet in diesem Zusammenhang besonders erwähnen. Beängstigend, was hier mit Hilfe von Facebook und anderen Internetmöglichkeiten geleistet wird. Das ist sicherlich auch für einige Leute als absolutes Warnschuss gedacht, ich fand es einfach nur faszinierend und manchmal auch fast unglaublich, wie das Internet uns eigentlich schon im Griff hat. Ich finde Bücher mit dieser Hintergrundthematik immer spannend, aber das hier hat auch allein durch die Nutzung von Facebook einen absoluten Thriller-Aspekt.

Fazit

Ein Thriller voller Blut, Gewalt, grausamer Morde und genauso grausamer Ideen. Das Ganze ist gepaart mit einem packenden Schreibstil und faszinierenden Einblicke in die menschliche Psyche.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen.  

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4 thoughts on “[E-Rezension] Final Cut – Veit Eitzold

  1. Dieses Buch habe ich vor einigen Monaten auch gelesen.
    Ich fand es auch recht gut – auf jeden Fall ein "Page-Turner". Ich mag auch Bücher gerne, die Facebook und Medien allgemein ein bisschen kritisch ins Visier nehmen – du hast absolut Recht, was in dem Bild Fantasie ist, könnte irgendwann durchaus Realität werden.
    Ein guter Thriller auf jeden Fall :).

    LG,
    LaLe

    1. Danke, freut mich, dass wir das ähnlich sehen 🙂
      Ein bisschen Kritik in der Hinsicht kann nicht schaden, dann nimmt man alles doch wieder ein bisschen bewusster wahr.

      Liebe Grüße
      Chimiko

  2. Manchmal hat man echt seine Vorurteile.
    Wenn ich mir das Cover und den Titel des Buches anschaue wäre ich nicht auf die Idee gekommen das Buch würde von einem deutschen Autor stammen.
    Jedenfalls klingt es sehr spannend. Da ich sehr gerne Trhiller lese klingt es auch ganz nach einem Buch, dass mir gefallen könnte. Vielen Dank für deine tolle Rezension.

    Liebe Grüße.

    1. Um ehrlich zu sein, ich glaube, diese Vorurteile kann ich nur bestätigen, da gehts mir doch ähnlich. Aber es kann einen doch immer wieder positiv überraschen 😉

      Liebe Grüße

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