[Rezension] Das Testament der Jessie Lamb – Jane Rogers

Titel: Das Testament der Jessie Lamb
Autor: Jane Rogers
Original: The Testament of Jessie Lamb
Verlag: Heyne
Erschienen am: 13.05.2013
ISBN: 978-3453314856
Preis broschiert: 14,99 €
Leseprobe

Autorin

Jane Rogers, mehrfach ausgezeichnete britische Literatin, hat in
England bereits sechs Romane veröffentlicht. Sie arbeitet für Radio und
Fernsehen und lehrt an der Universität Sheffield. Mit ihren beiden
Kindern lebt sie in Lancashire.

Inhalt

Die junge Jessie Lamb lebt in einer Welt, in
der jede Frau, die nach ihrem sechzehnten Geburtstag schwanger wird,
stirbt. Die Ursache ist ein bisher unerforschtes Virus, die Folgen sind
katastrophal: Es werden keine Kinder mehr geboren, die Wissenschaft ist
ratlos, und die Menschheit geht langsam, aber sicher ihrem Ende
entgegen. Doch das kann und will Jessie nicht akzeptieren: Sie möchte
dieser Welt etwas Gutes hinterlassen. Sie möchte neues Leben schenken,
auch wenn das bedeutet, dass sie mit ihrem eigenen dafür bezahlen muss

Erster Satz

Im Haus ist es ganz still, jetzt, da er weg ist.
S.9

Meine Meinung

Ich muss mit dem Cover beginnen: Natürlich gibt es sicherlich wieder diese Aufschreie wegen einem Mädchenkopf, das gibt es schon tausendfach, usw. Das stimmt. Nichtsdestotrotz fasziniert mich das Coverbild sehr – der intensive Blick, die Sommersprossen, die dunklen Lippen, für mich ein wundervolles Cover, das mich wirklich in den Bann zieht.
Jedoch stelle ich mir so keinesfalls die Protagonistin vor. Jedenfalls nicht die von Jane Rogers beschriebene Jessie. Aber dazu später mehr.
Die Idee des Buches finde ich toll, ein super Ansatz für eine Dystopie und eine schreckliche Vorstellung, oder? Eine Krankheit, die verhindert, dass die Menschheit sich fortpflanzen kann, eine Welt, die langsam dadurch in das Chaos versinkt, in der sich das Benehmen der Menschen ändert. Aber auch eine Welt, die interessant wäre für einen Autor, für ‚psychologische Studien‘ und die Gefühle der Menschen. Und dann kommt Jessie. Protagonistin, Ich-Erzählerin, Egoistin. Mir ist dieser Charakter dermaßen unsympathisch und das Handeln dermaßen unverständlich. Diese tollen Ansätze der Geschichte blitzen immer wieder durch und kommen doch nicht zur Geltung, weil Protagonistin Jessie mit ihrem dumpfen Art alles unterdrückt. Ich kann gar nicht sagen, wo ich anfangen soll, doch hier schon mal ein Fazit meinerseits: Ich hätte mir einen anderen Protagonisten gewünscht.
Jessies Handlungen sind oft sehr abrupt, man kann es auch schon als willkürlich bezeichnen. Obwohl man hier eine Ich-Erzählerin hat, sind die Gefühle angesichts der Krankheit und der damit verbundenen Opfer eher… mager. Ups, jemand gestorben? Macht nichts, interessiert mich ja doch nicht.
Und gerade das Ende… es fehlt mir da einfach etwas. Die Begründungen, die wahren Gründe, die tiefergehenden Gedanken dazu, der Sinn, Jessies Gefühle.
Auch die politischen Gruppen, die angesichts der Katastrophe aktiv werden, hätten mehr behandelt werden können. Plötzlich taucht eine neue Organisation auf, Jessie kennt sie, ich als Leserin war dann eher etwas überrascht. Habe ich was überlesen? Nein.
Übrigens hätte es sogar eine Figur gegeben, die spontan für mich die interessantere Protagonistin gewesen wäre: Lisa. Ihr Hintergrund, ihr Auftreten, ihre Meinung, ihre Pläne – alles deutlich interessanter als Jessies seltsame Gedankengänge.

Fazit

Eine gute Idee, von der ich mehr erwartet hätte (auch wenn ich durch Rezensionen schon ahnte, dass das Potenzial nicht ausgenutzt wird), und eine Protagonistin, die alle guten Ansätze im Keim durch ihren Charakter erstickt.

Bewertung

Mein Dank geht an den Heyne-Verlag sowie Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

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