[Rezension] Kleine freie Männer – Terry Pratchett

Titel: Kleine freie Männer
Autor: Terry Pratchett
Original: The Wee Free Men
Band: 1/4
Verlag: Goldmann
Erschienen am:
ISBN: 978-3442463091
Preis TB: 8,95€
Leseprobe

Autor

Terry Pratchett wurde 1948 in Beaconsfild geboren und ist mit über 45
Millionen verkauften Scheibenweltbüchern wohl einer der erfolgreichsten
Autoren der Gegenwart. 1983 legte er mit „Die Farben der Magie“ den
Grundstein der fantastischen Scheibenwelt. All seine Verdienste, Preise
und sein unglaubliches Wirken kann ich hier gar nicht nennen, zu viel
kam von diesem großartigen Autor. Seit 2007 ist jedoch bekannt, dass er
unter einer Frühform von Alzheimer leidet und seitdem konzentriert sich
Terry Pratchett nur noch auf das Schreiben. Für Interessierte empfehle
ich den unten angegebenen Link der Autorenvita.

Inhalt

Manchmal sind sich Welten so nahe, dass sie
sich berühren, und wenn das geschieht, nutzt die böse Feenkönigin die
Gelegenheit, Dinge zu stehlen und Kinder von der Scheibenwelt zu
entführen. Als der kleine Willwoll in ihre Fänge gerät, bricht seine
Schwester, die Nachwuchshexe Tiffany, mit ihren kampfeslustigen,
winzigen, blauhäutigen, tätowierten, rothaarigen Begleitern zu einer
Reise ins Feenland auf. Doch das Reich der Märchen ist voller Gefahren,
und die Rettung des Bruders so gut wie ausgeschlossen …

Erster Satz

Manche Dinge beginnen vor anderen.
Es war ein Sommerschauer, der nicht wusste, dass er einer war – es goss in Strömen, wie bei einem Unwetter im Winter.
S.7

Meine Meinung

Es ist ja für die Leser, die hier öfter vorbeischauen, sicherlich kein Geheimnis, dass ich ein großer Terry-Pratchett-Fan bin. Dies fängt bei der Scheibenwelt an und erstreckt sich über so ziemlich alles, wo sein Name drauf steht.
Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Terry Pratchett gelingt es einfach, einen mit nur zwei, drei Sätzen wieder in seine Welt zu katapultieren. Es ist auch seine besondere Art zu schreiben, die mich persönlich sofort in den Bann zieht, wenn ich eines seiner Bücher öffne – diese Hauch von Ironie, schwarzem Humor und gesellschaftskritischen Themen ist einfach eine gelungene Kombination, die ich immer und immer wieder lesen kann.

Kleine freie Männer bildet den Auftakt zu einer neuen Pratchett-Reihe, die jedoch ebenfalls in der Scheibenwelt, diesem grandiosen Universum, angesiedelt ist. Hierbei dreht sich alles um die Nachwuchshexe Tiffany, die in verschiedene Abenteuer stolpert. Dieser Band hier führt Tiffany dabei in diese Welt ein und vor allen Dingen stellt er die kleinen freien Männer vor, eine sehr amüsante Bande mit einem interessanten Glauben: Die Scheibenwelt, auf der sie leben, ist die Nachwelt, ihr persönliches Paradies und genauso leben die kleinen Größten Rob Irgendwer, der doofe Wullie und all die anderen. Da passt es auch ganz gut, dass neben Stehlen und Saufen das Kämpfen eine ihrer großen Leidenschaften ist, denn Tiffany Weh muss auf der Suche nach ihrem klebrigen Bruder Willwoll u.a. gegen die Elfenkönigin kämpfen.

Wie man schon anhand dieser kurzen Beschreibung sieht, sind die Charaktere wieder so entwickelt worden, dass sie einfach herausstechen und mit ihren ganzen Details und Eigenheiten im Gedächtnis bleiben. Terry Pratchett schafft es wirklich, dass jeder Charakter besonders bleibt und einem einfach hängen bleibt. Seine Charakterentwicklung fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Es sind diese ganzen Kleinigkeiten, die hier zusammenspielen. Man denke nur an Willwoll, der dauernd klebrig ist und dessen Wortschatz aus dem Satz ‚Ich will zur Toh-lett!‘ besteht. Solche Dinge bleiben hängen und solche Details machen auch viel von Pratchetts Werken aus.

Die Hexen der Scheibenwelt gehören immer mit zu den Charakteren, die ich einfach am meisten mag. Hier bekommt nun eine junge Nachwuchshexe ihre eigene Reihe. Schon nach dem ersten Band (und dem vierten, den ich aus Versehen zuerst gelesen habe) weiß ich, dass diese Reihe problemlos neben Scheibenweltveteranen wie Oma Wetterwachs und Nanny Ogg bestehen kann. Ich bin schon sehr gespannt, wie Tiffany sich noch entwickelt und welche Abenteuer sie bestehen wird.

Hinzu kommt, dass man doch immer wieder alten Bekannten begegnet, was natürlich dieses ‚Zuhause‘-Gefühl, was sich auf der Scheibenwelt bei mir immer einstellt, noch verstärkt. Terry Pratchett verknüpft diese ganzen Fäden auf eine sehr raffinierte Art und Weise, er stellt so viele Verbindungen her, dass der Wiedererkennungseffekt (und bei mir der Bedarf, die Hand gegen die Stirn zu klatschen und ein ‚Natürlich!‘ zu murmel) absolut verstärkt.

Fazit

Terry Pratchett ist und bleibt ein absolutes Schreibgenie. Wieder ist ihm mit Kleine freie Männer ein neuer Reihenauftakt in einer alten Welt gelungen, der fantasytechnisch für mich persönlich einfach herausragt. Neben den fantastisch gestalteten Charakteren bestechen die Scheibenweltbücher aber auch mit so vielen Details und Verbindungen innerhalb, mit einem so gigantischen und unglaublich fein ausgearbeiteten Universum. Es ist schlicht und einfach der Wahnsinn!

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

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