[BaBü] Mord im Zeichen des Zen – Oliver Bottini

Titel: Mord im Zeichen des Zen
Autor: Oliver Bottini
Verlag: Fischer
Erschienen am: Dezember 2005
ISBN: 978-3596165452
Preis: 8,95€ (TB); 8,49€ (E-Book)
Leseprobe

Autor

Oliver Bottini, in Nürnberg geboren, studierte in München Neuere
deutsche Literatur, Italianistik und Markt- und Werbepsychologie. Er
erhielt für seine beiden Kriminalromane »Mord im Zeichen des Zen« und
»Im Sommer der Mörder« jeweils den Deutschen Krimi Preis. Beide Romane
standen monatelang auf der KrimiWelt-Bestenliste und wurden in mehrere
Sprachen übersetzt. 2007 wurde er für den Friedrich-Glauser-Preis in der
Sparte Roman nominiert. Sein dritter Roman, »Im Auftrag der Väter«,
stand 2007 auf der Shortlist des Münchener Tukan-Preises. Auch die
beiden weiteren Romane, »Jäger in der Nacht« und »Das verborgene Netz«,
waren sehr erfolgreich. Oliver Bottini lebt in Berlin.

Inhalt

Louise Bonì, Hauptkommissarin bei der Freiburger Kripo aus dem Dezernat
Kapitalverbrechen, 42 Jahre alt, geschieden, steht wieder einmal vor
einem tristen Wochenende mit den Schatten der Vergangenheit. Doch dann
stört ein Anruf des Dezernatsleiters ihre Erinnerungen, und Louise
bekommt den merkwürdigsten Auftrag ihrer Karriere als Polizistin: Sie
soll einen japanischen Mönch suchen, der östlich von Freiburg in
Sandalen und Kutte durch das verschneite Land streift, und herausfinden,
was er vorhat. Als sie den Mönch eingeholt hat, wird ihr rasch
zweierlei klar: Er ist verletzt, und er ist auf der Flucht. Als Louise
die Hintergründe eines schrecklichen Verbrechens aufklärt, verändert
sich auch ihr Leben drastisch.

Meine Meinung

Heute stelle ich euch mal ein Buch vor, das sich schon seit Jahren in meinem Besitz befindet und welches genau zum Projekt passt.
Dieses Mal spielt sich die Geschichte in der Nähe vom wunderschönen Freiburg ab. Außerdem – und das ist tatsächlich ein interessanter Punkt hier in Baden – wechseln die Protagonisten auch immer mal wieder nach Frankreich rüber. Insbesondere der Gebirgszug der Vogesen spielt hier eine örtlich wichtige Rolle.
Aber auch Louise Boni – die Protagonistin – vereint hier das Wesen dieses Buches in sich: Die Mutter ist Deutsche, der Vater Franzose, aus der Nähe der Vogesen stammend.
Louise ist ein interessanter Charakter, etwas abgewrackt, auch ein wenig zerrissen durch die Nationalitätenfrage, durch ihre auch charakterlich unglaublich unterschiedlichen Eltern. Sie hat eindeutig Probleme, psychische und physische. Sie ist am Ende ihrer Kräfte und der Einsatz in dem Buch macht dies nicht besser. Durch sie erhält das Ganze einen melancholischen, fast schon düsteren Charakter. Verstärkt wird dies durch die Protagonisten an ihrer Seite: Hollerer, dessen Frau verstorben ist, Lederle, der ebenfalls familiäre Probleme hat und ihren Chef, der sie immer nur ‚Luis‘ nennt.

Auch der Inhalt, die Geschichte des Mönches und was sich noch dahinter verbirgt, verstärkt diese Atmosphäre. Vom Inhalt will ich nicht zuviel verraten, denn hinter Taros Wanderung verbirgt sich noch so viel mehr. Zum Einen private und persönliche Erkenntnisse für die Protagonisten, aber auch ein zutiefst krimineller Hintergrund, der in seiner Organisatiertheit erschreckend wirkt.

Noch einmal zum BaBü-Teil: Ich habe schon diese Vermischung zwischen Frankreich und Deutschland erwähnt. Das ist hier in der Gegend wirklich typisch und so finde ich auch die Zusammenarbeit zwischen Polizisten dieser beiden Länder definitiv interessant. Grenzenübergreifende Ermittlungsarbeiten werden hier sehr faszinierend beschrieben. Dabei werden auch die kleinen Eigenheiten der unterschiedlichen Nationalitäten hervorgearbeitet (in der Hinsicht fand ich schon die Charakterisierung des Dorfes am Anfang mehr als nur genial – so treffend, so wahr, so erlebe ich es praktisch jeden Tag).

Ein Zitat, das die schwierige Zusammenarbeit, besonders auf bürokratischer Ebene, gut zeigt, findet man im Taschenbuch auf Seite 268:

„Überlegen wir, was wir haben. Wir haben ein Kloster in Frankreich, in dem Franzosen, Deutsche und Asiaten leben. Trotzdem, das Kloster gehört erst mal uns, es steht in Frankreich. Dann haben wir einen VW Sharan mit Kölner Kennzeichen. Der gehört prinzipiell euch, es sei denn, er ist in Frankreich. Das Gleiche gilt für den Halter. Wir haben eine Schweizer Organisation mit Sitz in Basel, die gehört der Schweiz…“
Gerade von Freiburg aus, ist es nur eine Stunde Fahrt nach Basel, daher ist natürlich auch die Schweiz immer ein Punkt hier.
Baden ist nicht nur Schwarzwald, auch dieser Teil im Flachland gehört dazu, dieser fließende Grenzübergang. Daher für mich ein absolut empfehlenswertes BaBü-Buch.

Fazit

Oliver Bottinis Roman besitzt eine wirklich melancholische und düstere Atmosphäre, die sich besonders in den Charakteren widerspiegelt. Sehr stark ist auch die Zusammenarbeit mit den französischen Behörden, diese fließende Übergänge und faszinierende Gegenüberstellungen zweier Lände. Besonders letzteres wird in Form von Protagonistin Louise Boni noch einmal stark verdeutlich.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

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