[E-Rezension] Das Tal. Die Katastrophe 1.2. – Krystyna Kuhn

Titel: Die Katastrophe
Autor: Krystyna Kuhn
Band: 2/8
Verlag: Arena
Erschienen am: 10.10.2010 (Printausgabe)
ASIN: B00AAT67LC
Preis E-Book: 6,99€
Leseprobe

Autor

Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg
geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte in
Würzburg und Göttingen sowie zeitweise in Moskau und Krakau. Sie
arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin. Seit 1998 ist sie
freischaffende Autorin und schreibt mit Vorliebe Thriller und
Krimis. „Schneewittchenfalle“ war Krystyna Kuhns erster Jugendroman. Für
ihr literarisches Werk wurde Krystyna Kuhn bereits zweifach für den
Frauenkrimipreis nominiert.

Inhalt

Mitten in den kanadischen Wäldern liegt das
berühmte Grace-College, Ausbildungsschmiede für Hochbegabte. Doch
seltsame Dinge gehen in dem abgeschlossenen Tal vor sich: Warum ist der
Ort nicht auf Google Earth zu finden? Was hat es mit der Gruppe
Jugendlicher auf sich, die Mitte der 70er in den Bergen verschwanden?
Julia und ihre Clique sind ahnungslos, als sie ihr erstes College-Jahr
beginnen. Doch sie werden bald herausfinden, dass im Tal nichts ist, wie
es scheint. Und dass sie alle nicht ganz zufällig an diesem Ort sind.
Katie hat nur ein Ziel. Den Gipfel des Ghosts, jenes legendären
Dreitausenders, der das Tal überragt. Unheimliche Mythen ranken sich um
den Berg, seit dort in den 70er Jahren eine Gruppe von Jugendlichen
verschwunden ist. Und doch machen sich Katie und ihre Freunde auf den
Weg. Aber am Berg wird sehr schnell klar, wer zum Freund wird, wer ein
Feind ist. Und als dann noch ihre Führerin, die Cree-Indianerin Ana,
spurlos verschwindet, sind die College-Studenten völlig auf sich
gestellt. Niemand von ihnen ahnt, dass ein gefährlicher Schneesturm
heraufzieht.

Erster Satz

Irgendwo stürzte ein Stein die Felsen hinab, schlug in seinem Fall mehrfach gegen die Wand und das dumpfe Geräusch des Aufpralls wiederholte sich noch lange als Echo, als der Felsbrocken schon längst auf die glatte Oberfläche des Lake Mirrors eingeschlagen und innerhalb weniger Sekunden hinab auf den Grund des Gletschersees gesunken war.
S.5

Meine Meinung

Nach dem spannenden Ende des ersten Bandes konnte ich es nicht erwarten, hier weiterzulesen und habe mir recht schnell den zweiten Band besorgt.

Auffallend ist natürlich der Perspektivenwechsel: Hat im ersten Band noch Julia den Großteil der Geschichte erzählt, erlebt man dieses Abenteuer nun aus der Sicht von Katie. Diesen Wechsel fand ich angebracht, denn den Großteil von Julias Geschichte kennt man ja nun schon, während die anderen Protagonisten doch noch ziemlich geheimnisvoll bleiben. Gerade Katie ist in dieser Hinsicht im ersten Band besonders ausgefallen (wenn man jedoch darüber nachdenkt, weiß man auch kaum etwas über die anderen Charaktere).

Erzähltechnisch setzt der Band einige Monate nach dem Todesfall wieder an und geht dabei insbesondere auf die acht – angeblich – verschwundenen Studenten ein, deren Gedenkstein die Protagonisten im letzten Buch entdeckt haben. Das ist natürlich ein besonders interessanter Punkt, da ja auch Julias Verhältnis zu diesen Studenten einiges an Potenzial birgt. Übrigens gibt es auch einige wenige Kapitel aus ihrer Sicht, die zur Aufklärung des Ganzen beitragen.
Nicht nur die verschwundenen Studenten sind hier ein großes Geheimnis, auch die Charaktere bleiben definitiv sehr geheimnisvoll. Man weiß einfach nichts über sie, erfährt sehr wenig und nur häppchenweise Details. Das macht das Ganze doch noch spannender. Dazu gibt es noch das Grace College, das ebenfalls nicht unbedingt die offenste Schulpolitik ausführt und dazu noch der Gletschersee, bei dem sich viele Fragen stellen: Temperatur, keine Fische usw. Statt einer Klärung von bestehenden Fragen, kommen immer mehr neue Fragen dazu und das kleine Fragezeichen, das ich beim ersten Lesen schon über dem Kopf hatte, wurde mit jeder Seite noch größer.
Nichtsdestotrotz strotzt das Buch wieder vor lauter spannenden Elementen und man fiebert doch gerade auf der Klettertour mit.

Zu den bereits vorhandenen Protagonisten kommen in diesem Band wieder zwei neue Charaktere dazu, die allerdings nicht zur Aufklärung von Fragen beitragen, sondern eher noch neugieriger machen: Ana, die Bergführerin, und Paul Forster, Sohn des Lehrers Forster, der Katie wiederum auf dem Kieker hat. Beide sind so gestaltet, dass man wieder praktisch nichts über sie weiß und somit diese ganze Unsicherheit und das Unwissen einfach noch mehr verstärkt werden.
Ich fand Katie von allen Charakteren im letzten Band den, der mich am meisten interessiert hat und hab mich deshalb gefreut, dass ihre Sicht hier beschrieben wird. Es gab wirklich einen schönen Einblick in ihr Leben und ihre Gedankenwelt sowie die Vergangenheit. Wie auch Julia (und Robert) trägt sie eine eher unschöne Vergangenheit in sich verschlossen, die auch einiges von ihrem Benehmen erklärt. Man wird nicht gleich mit der kompletten Leidensgeschichte konfronitiert, sondern erfährt im Verlauf des Buches immer mehr Details, die sich am Ende wie ein Puzzle zusammensetzen.
Schade fand ich, dass kein kleines Kapitel die Sicht der zurückgebliebenen Freunde beschreibt, obwohl ich auch nicht traurig war, dass Debbie keine Rolle spielte. Selbst die Szenen am Anfang haben mir gereicht, und das nicht nur aufgrund ihres Charakteres, sondern auch aufgrund der Art und Weise, wie die anderen sie behandeln – Mobbing vom Feinsten aufgrund ihrer Figur. Ich mag so etwas einfach nicht, auch wenn sie ein nerviger Charakter ist.

Fazit

Ein mehr als nur gelungene Fortsetzung, die wieder vor Spannung trotzt. Wermutstropfen war das Fehlen von Charakteren, wie beispielsweise Robert, der das Ganze sicherlich noch interessanter gestaltet hätte.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

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2 thoughts on “[E-Rezension] Das Tal. Die Katastrophe 1.2. – Krystyna Kuhn

  1. Huhu,

    um "Das Tal" habe ich bisher immer einen Bogen gemacht – ich mag einfach nicht so gerne Serien, wo kein Ende abzusehen ist. 🙂
    Wenn ich mal gar nichts anderes zu Lesen finde, werde ich es vielleicht doch mal beginnen.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

    1. Ich hatte den ersten Band gewonnen und davon war ich so begeistert, dass ich jetzt natürlich weiterlese 😉
      Aber acht Bände sind schon ziemlich viel, das muss ich sagen.

      Alles Liebe, Chimiko

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