[Kommentar] Die Schwere des Lichts – Patti Callahan Henry

Erster Satz
Es gibt wunderbare und schreckliche Momente im Leben einer Frau.
S.7

Meine Meinung

Was für ein wunderbares und warmherziges Buch! Patti Callahan Henry ist hier ein sehr einfühlsames und leicht melancholisches Buch gelungen, welches mich sofort in seinen Bann gezogen hat.

Es ist eine Geschichte, wie sie überall und jederzeit geschehen kann: Der Tod von Ellies Mutter löst in ihr etwas aus, eine Art Kettenreaktion, die jede Menge Steine ins Rollen bringt. Dazu eine Ehe, die nicht mehr so glücklich ist, ein Mann, der scheinbar seine Gefühle für seine Frau weggeschlossen hat und ebendiese Frau, die nun, nachdem die Tochter aus dem Haus ist, unglücklich mit ihrer Situation ist. Und dann gibt es da noch diese große Liebe, die nun wieder auftaucht und noch mehr durcheinander bringt.

Das Buch ist voller Gefühle und Romantik, die dabei immer wieder auf harte und scheinbar gefühllose Charaktere trifft. Teilweise wurde ich wirklich melancholisch, denn Ellies Leben erschien mir wirklich traurig, zumindest an manchen Stellen. Es schien einfach alles so verhext und so unmöglich, den richtigen Weg aus diesem Dilemma zu finden. Manchmal schien Ellie es zu schaffen und dann kamen doch wieder irgendwelche Schwierigkeiten und Gegenwehr, so dass sie in ihre alten Gewohnheiten verfiel. Es bleibt immer dieser leicht bittere, etwas schwere Beigeschmack.

Patti Callahan Henry lässt hier drei Ebenen geschickt und nahtlos miteinander verschmelzen: Die Szenen aus der Vergangenheit zeigen ihre Beziehung zu Hutch, ihrer großen Liebe. Dann gibt es noch die Gegenwart, ihre Eheprobleme und ihre Suche nach einer eigenen Identität. Außerdem ist da das Tagebuch ihrer Mutter, welches zwar nicht direkt eingebunden wird, aber dennoch vieles beiträgt.
Auch der wunderschöne Schreibstil der Autorin lässt viele Bilder entstehen, die einen zu Ellie und ihrer Welt mitnehmen.

Es sind tolle Charaktere, sehr realistische, die auch der Nachbar von nebenan sein könnten. Ellie ist unzufrieden, unglücklich und hat vieles, über das sie nachdenken muss. Rusty, ihr Ehemann, wirkt dagegen kalt, sehr zufrieden mit sich und seinem Leben, aber eben gefühllos. Es ist ein Nebeneinander, kein Miteinander. Hutch, die große Liebe, ist ein ganz anderer Typ, voller Leben, voller Gefühle, ein besonderer Mann, der jedoch auch nicht perfekt ist. Der wohl schwierigste Charakter ist Ellies Mutter Lillian: Man empfindet wohl keine richtige Sympathie für sie, sie ist verbittert und unnahbar, dennoch schafft es Patti Callahan Henry, dass ich zumindest Verständnis für ihre Handlungen und ihr Wesen entwickele, wenn auch keine Sympathie. Dazu kommen noch weitere Charaktere, die alle sehr liebevoll, detailliert und bildreich beschrieben werden.

Ein ganz besonderes Ereignis, das einen wichtigen Part des Buches darstellt, ist das sogenannte Jubilee. Dort kommt alles, was so im Meer kreucht und fleucht für eine Nacht an den Strand, man kann es praktisch mit den Händen fangen, es kriecht einem in den Eimer. Ein magischer Moment für die Leute, die dort leben, aber auch ein magischer Moment für den Leser. 

Fazit

Ein sehr berührendes Buch, ein sehr herzerwärmendes Buch, das zugleich auch melancholische Töne ansteht. Patti Callahan Henry besticht nicht nur durch lebensnahe Charaktere, sondern auch durch die bildhafte Sprache und die Geschichte, die sich einfach ins Herz schleicht.

Quellen
Cover
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

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