[Rezension] Untot. Sie sind zurück und hungrig – Kirsty McKay

Titel: Untot. Sie sind zurück und hungrig
Autor: Kirsty McKay
Original: Unfed
Band: 2/3
Verlag: Carlsen/Chickenhouse
Erschienen am: 23.08.2013
ISBN: 978-3551520531
Preis Softcover: 16,99€
Leseprobe










Autor

Kirsty McKay war Schauspielerin, bevor sie begann, dramatische Texte zu verfassen und für kommerzielle Theater in Großbritannien und Nordamerika zu schreiben. Erst seit wenigen Jahren widmet sie sich der Kinder- und Jugendliteratur. Kirsty wurde im Nordosten Englands geboren. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in den USA und ist Vollzeit-Autorin.


Inhalt

Na toll! Eine Glatze, eine Narbe und 6 Wochen Koma. Als Bobby erwacht, ist bereits ganz Schottland zombifiziert und zur Sperrzone erklärt worden. Ausgerechnet in einem schottischen Krankenhaus festzusitzen, ist also eher ungünstig. Dass auch Alice und Pete dort untergebracht sind, ist zumindest eine gute Nachricht. Doch wo steckt Smitty? Und wieso hat Bobbys Mutter, die angeblich tot sein soll, verschlüsselte Nachrichten auf dem Handy hinterlassen? Die ungleichen Freunde müssen schnellstens hier weg. Denn die Untoten sind lernfähig und hungrig und verdammt gefährlich. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihnen hinterher jagen…

Erster Satz

Wenn man fünfzehn ist und dem Tod ins aufgerissene Maul starrt, dann gibt es noch nicht so wahnsinnig viel Leben, das an einem vorbeiziehen kann.
S.5

Meine Meinung

Okay… was soll ich sagen? Nachdem Band 1 mit einem Cliffhanger abschloss, geht es in Band 2 an genau dieser Stelle weiter, doch… eine Auflösung des Cliffhangers bekommt man nicht. Ich finde, Kirsty McKay ist es gelungen, diesen noch zu verstärken, indem sie Bobby ins Koma versetzt: Denn dadurch, dass der Leser – wie natürlich auch im ersten Band – alles aus Bobbys Sicht erfährt, fehlen ihm wie auch unserer Erzählerin einige Wochen und in denen ist viel passiert.
In diesem Band gibt es schließlich mehr Erklärungen zu den Hintergründen, die zu dieser Zombieapokalypse geführt haben, die Organisation dahinter wird näher beleuchtet und auch der Grund, warum der Impfstoff eigentlich entwickelt wurde, wird enthüllt. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg – und wie im ersten Band gilt hier einfach nur die Devise ‚Lauf!‘, sonst kriegen sie dich. Zwischendurch dachte ich tatsächlich mal, sollte es zur Zombieapokalypse kommen… meine Kondition ist dafür nicht geeignet. Trotz dieser vielen Fluchten ist die Atmosphäre des Buches nicht atemlos und gehetzt, es finden sich immer wieder ruhige, amüsante und fast schon romantische Momente dazwischen.
Auch wenn einige Geheimnisse gelüftet werden, entstehen dafür wieder neue: Warum wurden Alice und Bobby getestet? Was hat das zu bedeuten? Um nur mal ein Beispiel zu nennen. So schafft die Autorin es, dass auch am Schluss wieder offene Fragen bleiben. Aber wenigstens empfand ich dies nicht als so dramatischen Cliffhanger wie in Band 1. Es hätte auch ein offenes Ende sein können, das dem Leser ermöglicht, sich selbst auszumalen, was mit den Freunden noch passiert.

Da Smitty verschwunden ist, findet sich in dem Krankenhaus, in dem die anderen drei untergebracht sind, glücklicherweise gleich Ersatz: Russ, der etwas von einem sanften Hünen hat, und der Alice sofort beeindruckt. Somit haben wir auch in diesem Band ein Quartett, was gut ist, denn nur mit Computergenie Pete und Quengeltante Alice hätte Bobby weder die Flucht noch die… Flucht geschafft. Es musste ein ausgleichender Charakter dabei sein.
Natürlich treffen die vier auch auf alte Bekannte, wie zum Beispiel Grace, die wieder eine Rolle spielt, ein ziemlich wichtige sogar. Doch dabei soll es nicht bleiben…
Ansonsten hat sich keiner der Charaktere großartig verändert, wenn man mal von Petes neuem Selbstbewusstsein, das ja schon im ersten Band anklang, und seiner damit verbundenen neuen Frisur absieht. Und da Smitty nicht da ist, erschafft sich Bobby (übrigens auch mit schicker neuer Frisur – Stoppelglatze) einen Gedanken-Smitty, der sie praktisch anfeuert und Sprüche zur Situation abgibt.

Wieder berichtet uns alles Bobby in ihrer stellenweise selbstironischen, humorvollen und manchmal ziemlich trockenen Art und Weise. Wie bereits der Vorgängerband liest sich auch dieses Buch schnell und zügig und ich wollte nicht aufhören damit.
Allerdings gab es einige Stellen, die ich seltsam fand, eine ist beispielsweise Bobbys erstaunliche Fitness, nachdem sie so lange Zeit im Koma lag. Das empfand ich als äußerst unlogisch (und mich hats tatsächlich gestört, dass sie da stellenweise kaum einen Tag nach dem Erwachen wie ein Äffchen rumturnt). Es gab noch anderes, was ich etwas zu gestellt und unnatürlich fand, aber ich will hier ja niemanden spoilern. Außerdem ist da immer noch dieses Etwas, das mir fehlt, die Begeisterung für das Buch und die Reihe, obwohl es an sich wirklich gut ist.

Fazit

Ein, zwei, drei Gegebenheiten fand ich unlogisch und/oder etwas zu gestellt und gewollt, doch im Großen und Ganzen kann auch der zweite Band der Untot-Reihe überzeugen: schöner Stil, besonders schön ist natürlich Bobbys Sicht auf die Dinge, und auch die neuen Fragen, die sich stellen, sowie die Klärung der alten sind gelungen.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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