[Rezension] Die Tochter eines Arztes – Martina Frey

Titel: Die Tochter eines Arztes
Autor: Martina Frey
Verlag: Dryas
Erschienen: September 2013
ISBN: 978-3940855428
Preis TB: 9,50€
Leseprobe














Autor


Martina Frey, geboren 1971 in Wiesbaden, begann bereits in der Schule, Geschichten zu schreiben. Inzwischen verfasst sie seit vielen Jahren historische Romane.

Inhalt

Man schreibt das Jahr der badischen Revolution, 1848, als sich die wohlbehütete Arzttochter Eugenia in den Bauernsohn Matthias verliebt. Doch die gesellschaftlichen Unterschiede lassen ihre Liebe unmöglich erscheinen.
Matthias‘ verzweifelter Versuch, seine Familie durch Wilderei vor dem Verhungern zu bewahren, führt zur Katastrophe. Als kurz darauf die Revolution losbricht, wird Eugenias Leben von Grund auf erschüttert und neu bestimmt – kann sie ihr Glück doch noch finden?

Erster Satz

Der Abend war hereingebrochen, sodass kaum noch Licht durch die hohen Fenster fiel.
S.5

Meine Meinung

Martina Frey hat hier wirklich ein historisch solides Buch abgeliefert, das den Umbruchcharakter der Zeit sehr schön in Worte fasst. Leider hat es mich persönlich einfach nicht gepackt und mitgerissen. Aktuell beschäftige ich mich mit Literatur dieser Zeit recht intensiv und fand es daher oft sehr vorhersehbar. Nur mit einer einzigen, dafür aber wirklich großen Wende konnten Autorin und Buch mich überraschen. Danach jedoch war es wie zuvor – keine Überraschungen für mich.

Dennoch – und das will ich wirklich betonen – ist historisch nicht viel zu bemängeln. Im Gegenteil: Es ähnelt doch sehr den Geschichten, die zur Zeit der badischen Revolution modern waren und hat eben diesen Zeitgeist eingefangen und mit moderner Sprache bestückt. Die Charaktere sind entsprechend der zeitlichen Gewohnheiten wundervoll beschrieben worden, ohne zu sehr modernisiert zu werden.
Schönes Beispiel ist hier Protagonistin Eugenia: Sie hat zwar ihre eigenen Wünsche und ihren eigenen Kopf, ordnet sich aber letztlich doch dem Vater unter. Ich finde es schön, dass sie zwar träumt und hofft, aber dann immer wieder auf den Boden der Tatsachen ihrer Zeit zurückgeholt wird. Sehr authentisch.

Was mir allerdings missfallen hat, war das große Geheimnis um den Patienten des Arztes und dessen Krankheit: Es wirkte leider so, als hätte die Autorin nicht gewusst, welche Krankheit sie hier nehmen soll, welche Krankheit zu den Symptomen passt und der damit verbundenen Hintergrundgeschichte. Das nimmt dem gesamten Buch wieder sehr viel ab und ich hatte tatsächlich große Probleme damit. Immerhin beruht auf dieser ‚kleinen‘ Geschichte so viel und dann wird sie über das ganze Buch nie richtig beschrieben oder benannt. Ein großes Manko, so zumindest sehe ich das. Es fehlen Details, um die Situation glaubhafter wirken zu lassen, um überzeugender zu sein.
Vielleicht war dies auch mit ein Grund, das mich die Geschichte nicht mitreißen konnte, denn ich gebe zu, dass ich daran immer wieder gedacht habe. Wenn eine Geschichte schon im Prolog eine solche Lücke zeigt, bleibt da dieses ungute Gefühl das gesamte Buch über – wirklich sehr schade, ansonsten ist es nämlich wirklich super ausgearbeitet.

Fazit

Ich finde es wirklich schade, dass dieses eigentlich den Zeitgeist perfekt einfangende Buch an einer Vorgeschichte solche Lücken hinterlässt – daher konnte es mich nicht überzeugen.

Bewertung


Mein Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares geht an den Dryas-Verlag und Blogg dein Buch.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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