[Kommentar] Dreizehn Stunden – Deon Meyer

Quelle des Covers

Erster Satz


Um 05:36 Uhr rannte sie den steilen Hang des Leeukops hinaus.






























Meine Meinung


Ich bin immer etwas misstrauisch gegenüber Kriminalromanen, weil es einfach nicht mein bevorzugtes Genre ist, doch Deon Meyer hat mich mit seinem Roman komplett in den Bann gezogen. Nach nur wenigen Seiten konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und musste es so schnell wie möglich beenden. Schon das Prinzip der dreizehn Stunden – auch die einzelnen Abschnitte sind nach Uhrzeiten gegliedert – haben dafür gesorgt, dass meine Nerven immer angespannt waren und ich nur dachte: ‚Die Zeit wird immer knapper.‘ Jedes Mal, wenn ich ein Buch oder eine Geschichte mit einem derartigen Aufbau finde, bin ich eigentlich immer recht fasziniert davon.

Auch die Charaktere sind ein absoluter Pluspunkt: Deon Meyer beschreibt seine Polizisten sehr feinfühlig und detailliert. Dabei kommt besonders auch die Problematik Schwarze – Weiße – Farbige hervor. Auf diesen Konflikt geht er u.a. mit Hilfe des Farbigen Fransman Dekker ein. Für mich als relativ unbedarfter und unwissender Mensch war es dank dessen Gedanken und Gefühle nicht schwierig, einen Einblick in diese Welt zu erlangen und stellenweise war es dann doch überraschend bis schockierend. Rassismus gibt es nicht nur in den wohlhabenderen Ländern, auch in Südafrika ist er ein großes Thema.
Natürlich ist der Protagonist Bennie Griessel. Er ist weiß, lebt gerade getrennt von seiner Frau und ist ein trockener Alkoholiker. Und insbesondere die Szenen, in denen er sich nach Alkohol sehnt, waren sehr eindrucksvoll geschrieben. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so erfahren zu haben, was ein trockener Alkoholiker empfindet. Doch auch seine Ermittlungen sind sehr interessant, er ist ein sehr spezieller Ermittlertyp und hängt sich komplett in seinen Fall hinein. Insbesondere die Entführung der jungen Amerikanerin macht ihm zu schaffen – hier wird wohl intertextuell auf ein Vorgängerbuch des Romanes, das ich nicht gelesen haben.
Grundsätzlich ist jeder Charakter sehr durchdacht und einfühlsam dargestellt. Es sind vielfältige Charaktere, detailliert beschrieben, die einen in ihrer Handlung immer wieder überraschen.

Die zwei Grundstränge der Geschichte sind auf der einen Seite die Jagd nach der Rucksacktouristin sowie der Mord an ihrer Freundin und auf der anderen Seite der Mord an einem bekannten Musikproduzenten. Es ist eine wirklich komplexe Story, die hier langsam aufgebaut wird, und ich als Leserin habe immer mitgerätselt und Vermutungen angestellt. Einige wenige haben sich als wahr herausgestellt, doch die meisten waren letztendlich ein Schuss in den Ofen. Es hat mir Spaß gemacht, mitzurätseln, doch gleichzeitig habe ich auch mitgefiebert, wenn wieder die Flucht thematisiert wurde.

Das einzige, was mir ein bisschen Schwierigkeiten bereitet hat, waren die Afrikaansausdrücke, bzw. wenn die Charaktere sich in ihrer Sprache unterhalten haben. Beim Lesen auf dem Kindle habe ich nicht an ein Glossar gedacht und dies dann auch erst gegen Ende entdeckt. Doch trotzdem hat sich dieses Buch einfach nur so heruntergelesen und hat mich einfach in den Bann gezogen.


Fazit


Ein wirklich komplexer Kriminalroman, der mich sofort gefesselt hat und den ich unbedingt zu Ende lesen musste. Auch das Setting in Südafrika hat sicher seinen Teil dazu beigetragen, weil die ganze Polizeistruktur dort einfach faszinierend anders ist.

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