[E-Rezension] Grün. Le vert de la Provence – Tom Burger

Titel: Grün. Le vert de la Provence
Autor: Tom Burger
Erschienen am: 10.12.2012
ASIN: B00AM5Y720
Preis E-Book:
6,49€
Leseprobe


















Autor

Tom Burger arbeitete mehrere Jahre lang u.a. als Schiffsreiniger im Hamburger Hafen, auf israelischen Bananenplantagen sowie als Fahrer bei Autoüberführungen nach Syrien, bevor er als freier Journalist und als Texter für Werbeagenturen zu schreiben begann. Der Autor lebt in einem Dorf am Eifelrand.

Inhalt

Und plötzlich ist die Provence kein friedlicher Ort mehr…

Mit der Idylle der Haute Provence ist es in diesem Provence-Krimi schlagartig vorbei, als Valerie Baumann an einem heißen Augusttag ihren Mann tot im Pool der gemeinsamen Villa findet. So bleibt dessen geheimnisvolle Beziehung zu einer Frau, die auf den provenzalischen Märkten Heilkräuter und – essenzen verkauft, ungeklärt. Valerie bittet den Kochbuch- und Krimiautor Anselm Bernhard mehr über diese Händerlin in Erfahrung zu bringen. Auch Kommissar Luc Vidal hat in Bezug auf Baumanns Tod Informationsbedarf.
Während beide Männer verschiedenen Spuren in die Vergangenheit folgen, ereignen sich in schneller Folge mehrere Morde in der sonst so friedlichen Bergwelt. Schnell rücken das Pflanzenwissen der nach Baumanns Tod verschwundenen Markthändlerin, aber auch die Befreiung der Provence durch die Alliierten in den Fokus der Ermittler. Sie erkennen dabei viel zu spät das wahre Ausmaß der Niedertracht.


Erster Satz

Dort, wo im Sommer leuchtendes Violett die Ebene bedeckt und bis an den bergansteigenden Wald gereicht hatte, lag jetzt eine graue Steppenlandschaft.

Meine Meinung

Ein Krimi, der in der Provence spielt, und dabei ermittelt neben einem Kommissar auch ein Autor. Klingt gut, klingt spannend, dennoch konnte das Buch mich nicht auf ganzer Linie überzeugen. Das beginnt mit den vielen Perspektivenwechseln – das ist etwas, was ich grundsätzlich mag, doch hier kam es stellenweise nach sehr langen Erzählsträngen aus einer festgelegten Sicht zu einem plötzlichen Wechsel zu einer anderen Person. Dann sind es wieder nur sehr kurze Abschnitte und es wird erneut gewechselt. Leider gab es auch keine klaren Schnitte, die es übersichtlicher gemacht hätten.
Außerdem hätte ich mir gerade in Hinblick darauf gewünscht, dass die Ermittlung bei einer Person geblieben wäre. Anselm und Vidal sind sehr unterschiedliche Ermittler, was jedoch nicht Hand in Hand ging, sondern nur zeigte, dass jeder für sich allein auf verschiedenen Wegen zu einem Ergebnis kam. Das fand ich oft ein bisschen anstrengend und hätte mir gewünscht, dass sie mehr zusammenarbeiten – das hätte ich interessanter gefunden.

Anselm ist wohl der Charakter, der mir am Sympathischsten ist. Vielleicht empfand ich die Perspektivenwechsel zwischen ihm und insbesondere Vidal deshalb als störend, weil ich im Gegensatz zu Anselm den Kommissar ziemlich negativ fand. Eigentlich kann man Vidal schon als unsympathisch bezeichnen, zumindest ging es mir so. Allgemein hatte ich mit den Charakteren meine Probleme, zwar waren alle geheimnisvoll, was den Spannungsbogen durchaus ziemlich weit oben gehalten hat, aber dabei waren sie mir trotz allem nicht sympathisch – Sympathiepunkte konnte ich da wirklich nicht verteilen…

Positiv ist jedoch wirklich, dass ich bis zum Schluss den Mörder sowie den Grund nicht enttarnen konnte. Auch das leicht offene, aber irgendwie doch geschlossene Ende fand ich ziemlich faszinierend – das hat mich angeregt, noch weiter über die Geschichte nachzudenken.
Auch wie die verschiedenen Morde inszeniert wurde, fand ich sehr gelungen, die ganzen Verstrickungen sind komplex, so dass die Lösung eben nicht offensichtlich ist.

Trotzdem gab es einige Längen, die ich insbesondere bei den Szenen empfand, die sich rund um den Weltkrieg, die Alliierten und die Vergangenheit der Provence drehten. Grundsätzlich waren das wirklich interessante Fakten, die sich jedoch etwas hinzogen… leider nicht so spannend umgesetzt, wie ich es mir gewünscht hätte.

Fazit

Für mich wirklich ein schwieriger Kriminalroman, denn zwar fand ich die Morde an sich wirklich gut und auch schön verstrickt, so dass die Lösung erst am Ende aufgedeckt wurde, doch weder Figuren noch Stil konnten mich überzeugen.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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