[Kommentar] Das Ticket zum Glück – Brendon Burchard

Quelle

Erster Satz

Ich stand im Badezimmer vor dem Spiegel und rasierte mich.
S.17























Meine Meinung

Ich könnte mein ganz persönliches Fazit gleich mal vorweg schicken: Ich möchte auch einen Henry. Ich finde, jeder Mensch braucht seinen eigenen persönlichen Henry. Und seinen eigenen verlassenen Abenteuer- und Freizeitpark mit Rummelplatz. Ich zumindest hätte dagegen nichts einzuwenden.
Okay, ihr fragt euch jetzt sicher zurecht, was ich hier schreibe, also… alles auf Anfang: Das Ticket zum Glück ist ein sehr philosophischer Roman, eine Geschichte, die uns Leser ansprechen und sicher auch motivieren soll. Das alles beruht auf einem persönlichen Erlebnis des Autors, als er selbst nach einem Autounfall seine eigene negative Haltung erkannt hat. Wenn man dies nun liest (und auch das Vorwort von Brendon Burchard), kann man natürlich nun befürchten, dass hier der moralische Zeigefinger erhoben wird – mir ging es jedenfalls so. Daher begann ich das Buch mit gemischten Gefühlen und habe sie – trotz der positiven Einleitung – immer noch.

Der Protagonist wird von seiner schwer verletzten Verlobten Mary zu einem verlassenen Vergnügungspark geschickt, der Ort, an dem ihr Bruder starb. Und dort beginnt die Geschichte erst richtig. Er erlebt seine Vergangenheit, bekommt seine Fehler vorgeführt und muss auch… ja, ich würde es fast als Mutproben bezeichnen, die er bestehen muss, um herauszufinden, was Mary zugestoßen ist.
Dabei durchlebt er wirklich fast alles, was einen guten Rummel ausmacht: Spiegelkabinett, Riesenrad, Löwenbändigen, Wahrsagen, Seilakrobaten und was es sonst noch alles gibt. Jede dieser Attraktion hat eine Lehre, die er manchmal erkennt, manchmal jedoch auch nicht akzeptieren will. Was anfangs als Suche nach dem, was Mary passiert war, begann, endet schließlich in seiner eigenen Suche nach dem Glück.
Auch wenn auf dem Buch selbst eine Meinung gedruckt ist, die sagt, dass es ‚Anleitung zum Glücklichsein‘ ist, finde ich das nicht. Es ist eher eine Anregung, sein Leben vielleicht mal zu überdenken, aber letztlich gibt es da keine allgemeinen Anleitungen.
Manchmal fand ich die Attraktionen und Lehren zu sehr auf die Spitze getrieben, aber andererseits passt das zum Eigenanspruch, dem Protagonisten und den Lesern den Weg zum Glück nahebringen zu wollen.

Dennoch hätte ich gerne meinen eigenen Henry, der mich in die richtige Richtung schiebt, falls ich mal vom Weg abkomme. Das wäre doch sehr praktisch.
Aber im Ernst: Die Figurengestaltung gefiel mir ausnehmend gut. Henry sticht da eben hervor, weil er den Protagonisten auf seinem Weg begleitet und für ihn da ist. Doch auch die anderen Charaktere des Vergnügungsparks hätten in ihrer Gestaltung auch mehr Raum einnehmen können, wenn sie ihn gehabt hätten.
Was mich fasziniert hat, war die Tatsache, dass ich als Leserin auch Mary, die eigentlich kaum aktiv am Buchgeschehen beteiligt ist, näher kennen gelernt habe – sowohl ihre Fassade als auch ihr Inneres.

Ein bisschen Kitsch findet sich dann am Ende des Buches, jedoch nicht zu viel, sondern genau die richtige Menge, um sentimentale Menschen wie mich zu Tränen zu rühren. Ein wundervolles Ende, ein richtiges Happy-End – was natürlich perfekt zum Sinn des Buches passt, zu zeigen, dass jeder Mensch sein Glück findet.

Noch eine Kleinigkeit zu den Covern. Ich habe selbst das Hardcover-Buch, dessen Cover ihr oben seht. Wer sich also beim Taschenbuch über das andere Cover wundert – mir hat dieses hier deutlich besser gefallen und ich hatte das Glück, das HC recht günstig zu bekommen.

Fazit

Dieses Buch dient als Anregung, nicht immer die negativen Seiten des Lebens zu sehen. Es ist ein Buch, nachdem man sicherlich nachdenklich wird – mir zumindest geht es tatsächlich so. Allerdings sind auch einige der Lehren etwas übertrieben dargestellt worden, auch wenn es für den Protagonisten des Buches vielleicht doch der richtige Weg ist.




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