[Rezension] Suna – Pia Ziefle

Titel: Suna
Autor: Pia Ziefle
Verlag: List
HC rschienen am: 29.02.2012
ISBN: 978-3548611655
Preis TB: 9,99€
Leseprobe













Autor

Pia Ziefle, geboren 1974, ist freie Autorin und Bloggerin. Beiträge von ihr erschienen u.a. im Tagesspiegel, der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Tübingen. Suna ist ihr erster Roman.


Inhalt

Sie schläft nicht. Nicht im Arm, nicht im Kinderwagen, nicht in der Wiege. ‚Sie kann hier keine Wurzeln schlagen‘, sagt der Arzt. ‚Finden Sie Ihre.‘ Also trägt die junge Mutter Luisa Nacht für Nacht ihr waches Kind durchs schlafstille Haus und erzählt: von ihrer serbischen Mutter, ihrem türkischen Vater und ihren deutschen Adoptiveltern. Von Liebe, die gefunden wurde und wieder verlorenging. Von der Zeit, als sie erfuhr, dass ihre Eltern nicht ihre leiblichen Eltern sind. Und davon, weshalb sie Suna genannt wird und ihre türkische Familie es für ein Wunder hält, dass es sie gibt. All das erzählt Luisa ihrem Kind und findet im Erzählen eine Heimat für sie beide. Suna ist die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, dass zu ihrem Leben Menschen gehören, denen sie nie begegnet ist.


Erster Satz

Niemals schläfst du.
S.11

Meine Meinung

Auch wenn ich die ersten Seiten leichte Probleme hatte, in den Schreibstil hineinzukommen, vergaß ich das alles nach einer Weile und versank vollkommen in die Geschichte Luisas, bzw. in die Geschichte ihrer Herkunft.

Pia Ziefle erzählt hier eine leise Geschichte, präsentiert Luisas Lebensgeschichte und auch die ihrer Vorfahren sehr einfühlsam und ohne große Schnörkel. Wenn sich die Sprache mir gegenüber anfangs zwar ein bisschen gesperrt hat, fand ich sie, je mehr ich davon las, umso poetischer und passender.
Bereits der erste Satz hat sich eingeprägt. Und ich liebe es wirklich, wenn Bücher mit so prägnanten Sätzen beginnen. Drei Worte, sehr kurz, aber ein wundervoller Einstieg.

Das Buch behandelt nicht nur Luisas Identitätssuche, sondern eben dadurch liefert es auch einen Querschnitt der Kulturen, aber auch verschiedenen Zeiten. Dies in Kombination mit den feinfühlig gezeichneten Figuren, mit ihren detaillierten Wesenszügen, ergibt ein Buch, das schlicht und einfach gelungen ist.
Ich habe auch die unterschiedlichen Geschichten, die vielen Strängen und die verbundenen Lebensfäden der unterschiedlichen Vorfahren Luisas wirklich gerne gelesen. Wobei ich zumindest bei Julka und Tanja nicht ganz zufrieden war. Es ist natürlich Luisas Geschichte, aber mich hätte dennoch interessiert, was mit dem dritten Kind passiert ist und wie Julka und Tanja wieder zueinander fanden. Nachdem alles so detailliert erzählt wurde, fand ich es schade, dass das gar nicht mehr thematisiert wurde.

Das Thema an sich ist sicher eines, was viele Menschen anspricht: Identitätssuche ist sicherlich oft ein wunder Punkt. Pia Ziefle hat dies sehr feinfühlig bearbeitet, ohne Anklagen. Es ist einfach die Geschichte einer Familie, die hier erzählt wird. Und gerade das gefiel mir sehr gut. Aber auch ansonsten konnte sie mich in jeder Hinsicht berühren, ich musste lächeln, ich musste gegen Ende weinen, ich habe einfach mitgefühlt.

Fazit

Suna ist ein wirklich wundervoller Roman über Familie, Identität und vieles mehr. Bewegend, emotional, berührend, schlicht und schön.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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