[E-Rezension] Glasseelen. Schattengrenzen I – Tanja Meurer

Titel: Glasseelen. Schattengrenzen I
Autor: Tanja Meurer
Band: 1/aktuell 2
Verlag: bookshouse
Erschienen am: 01.01.2013
ASIN: B00BE515EA
Preis E-Book: 5,99€
Leseprobe











Autor

Tanja Meurer wurde 1973 in Wiesbaden geboren. Sie ist gelernte Bauzeichnerin aus dem Hochbau, arbeitet allerdings seit 2001 nur noch in bauverwandten Berufen und ist seit 2004 bei einem französischen Großkonzern als Dokumentations-/Projektassistenz beschäft. In den für die Baukonjunktur besonders schlechten Jahren nahm sie Stellen als Kurier- und Behindertenbusfahrerin an Nebenberuflich arbeitet sie seit 1997 bis heute als Autorin und freie Illustratiorin für verschiedene Magazine, Internetseiten und Verlage.

Inhalt


Für die 19-jährige Camilla und ihre Freundin Theresa endet ein Museumsausflug mit einem Schock: Ein Mann stürzt sich vor ihren Füßen zu Tode. Seine Augen lösen sich in Staub auf, aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel. Steht der Suizid in Zusammenhang mit einem wahnsinnigen Mörder, der sein Unwesen in Berlin treibt? Bereits mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen. Die verstümmelten Leichen verbindet ein grausiges Merkmal: herausgeschnittene Augen.

Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung einer Psychotherapeutin und der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier. Von Panik getrieben gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt auf rätselhafte Menschen. Können der greise Amadeo oder der attraktive Chris sie vor ihrem fanatischen Verfolger retten? Mit dem Namen ‚Sandmann‘ gibt Chris ihr einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Um seinen Attacken zu entkommen, muss sich Camilla nicht nur ihrem Peiniger stellen. Sie entdeckt eine übersinnliche Fähigkeit, die vielleicht besser im Verborgenen geblieben wäre.


Erster Satz

Als sein Schädel auf dem Boden aufschlug und ein Rinnsal hellen Blutes um die Spitze ihres Turnschuhs lief, hörte die Welt für einen Moment auf zu atmen.
S.9

Meine Meinung


Wo soll ich beginnen? Vielleicht mit dem wirklich rasanten und atemlosen Auftakt, der Verfolgungsjagd in die Tiefen Berlins hin zum wunderbaren Ancienne Cologne. Die Autorin hat es recht schnell geschafft, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Ausdrucksstark baut sie mit nur wenigen Seiten Spannung auf und fesselt einen. Doch insbesondere die Atmosphäre Ancienne Colognes hat mich dann vom Setting der Geschichte vollkommen überzeugt. Tanja Meurer hat eine wirklich fabelhafte Unterwelt entwickelt, die auch noch logisch und funktionstüchtig ist. Da ich die Idee von Unterwelten dieser Art recht faszinierend finde, hat mir das Setting sehr gut gefallen.

Aber was mir auch wirklich sehr zugesagt hat, ist die Geschichte ‚Der Sandmann‘ von E.T.A. Hoffmann, welche in Glasseelen integriert wurde. Tanja Meurer hat das Original wirklich sehr eng mit ihrer Geschichte rund um Camilla eingewoben, ohne diese zu… ‚verschandeln‘. Dabei hat sie diese stattdessen noch weiter entwickelt und daraus ein faszinierendes Mystery-Abenteuer in unserer Zeit geschaffen.

Die Charaktere wirkten alle sehr authentisch, insbesondere Camilla mit ihrer harten Schale und dem doch weichen Kern. Auch die Tatsache, dass ihre Trauer um die ermordete Freundin sehr kurz kam, passt eigentlich zu ihr.
Insbesondere hat es mir hier jedoch Chris angetan: Er ist für mich eine Art Teddybär, anders kann ich es nicht sagen. Ich habe sofort Sympathie für ihn empfunden und das bleibt durchweg so. Ein wundervoller Charakter, wirklich.
Doch auch die restlichen Charaktere, angefangen mit Amadeo bis hin zum Sandmann, sind sehr vielfältig gestaltet worden.

Der Schreibstil ist sehr detailreich, wer also gerne Raum für die eigene Fantasie und Vorstellung hat, wird den Stil also vielleicht nicht unbedingt wertschätzen.
Ich persönlich habe einige Sätze und Wendungen als nicht ganz flüssig empfunden. Manchmal bin ich einfach etwas hängen geblieben, was den Lesefluss jedoch nur minimal gestört hat. Anders ging es mir bei den Szenen, die sich mit dem Fandom Anime/Manga beschäftigt hat. Ich selbst bin zwar Fan davon, doch das ändert nichts daran, dass es hier (zumindest der spätere Teil im Zusammenhang mit dem Kommissar) keine Rolle für die Entwicklung des Inhalts gespielt hat. Dies war jedoch das einzig größere Manko für mich.

Fazit

Ein wirklich toller Auftakt der Reihe und das Ende macht richtig Lust darauf, den zweiten Band zu lesen. Tanja Meurer entführt den Leser eine fantastische Unterwelt Berlins und lässt den Sandmann zur Wirklichkeit werden. Ein toller Mystery-Thriller.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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