[Kommentar] Im Kirschblütenweg – Rupert Mattgey

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Erster Satz


Wir werden zu spät kommen, ich spüre es.














Meine Meinung

Der vollständige Titel lautet ja Im Kirschblütenweg – Die Hölle ist gleich nebenan. Und das sagt schon vieles über den Inhalt dieses wirklich kurzen, aber dafür umso eindringlicher wirkenden Buches aus. Und wenn man da noch diesen Teil der Kurzbeschreibung liest, graust es zumindest mir umso mehr: 
10 Jahre Terror. 33 Notrufe. Nur ein Ausweg.

Nach einer wahren Begebenheit.



Beim Lesen des Buches liefen mir die Schauer über den Rücken und trotz oder gerade wegen dieser unverblümten und direkten Art, in der der Autor das grauenvolle Leben der Familie darstellt, konnte ich es nicht aus der Hand legen. Es war wie ein Zwang, dieses Buch zu Ende zu lesen. 
Und es ist doch immer noch so: Das Leben schreibt immer die grausamsten Geschichten. Eine Mutter, eine behinderte Tochter, ein Sohn mit Legasthenie und Kinder, die ihre eigene nicht minder tragische Familiengeschichte an der kleinen Familie auslassen. Die Art, wie der Autor diese hasserfüllten und eigentlich sinnlosen Taten beschreibt ist wirklich eindringlich. Auch dass er Schriftstücke der Frau, die dies alles wirklich erleben musste, mit einbaut, verstärkt diesen Effekt noch einmal. Doch nicht nur ihre Sicht wird aufgezeigt, das Ganze wird noch emotionaler, weil die Sicht regelmäßig wechselt. Ob nun Sophia, Timmy oder einer der Täter erzählt… Rupert Mattgey schafft es immer, dies perfekt darzustellen und die Gedankenwelt dem Leser nahezubringen. Manchmal war ich wirklich schockiert, dass dies eine wahre Begebenheit ist, manchmal war ich schockiert zu lesen, wie die jugendlichen Täter denken und fühlen – und nicht nur einmal auch angewidert. 
Doch nicht nur die Täter haben mich geschockt, insbesondere die Handlungen des Sozialamts waren wirklich widerwärtig. Anders kann ich es nicht ausdrücken: Rupert Mattgey hat mit der Sozialarbeiterin wirklich eine unglaublich unsympathische Figur geschaffen, die zugleich aber auch ausdrückt, wie man in Schubladen gesteckt wird und wie Hilfe wirklich ankommt. 
Es gibt immer wieder kursiv gedruckte Abschnitte, die einen Hinweis darauf geben, was mit der Familie geschieht, was dieses Mobbing, dieser Terror ihnen antun wird. Man weiß – auch schon durch die Kurzbeschreibung – einfach, worauf es hinaufläuft und doch hofft man irgendwie, dass es vielleicht doch ein besseres Ende nimmt, als man glaubt. Doch die Wirklichkeit ist nicht gnädig.

Fazit

Dieses kleine Werk ist eindringlich, beängstigend, bewegend, beklemmend und vieles mehr. Es hinterlässt zumindest mich sehr nachdenklich und auch ein bisschen geschockt, denn ich neige, wie so viele andere wohl auch, dazu, solche Gräueltaten zu verdrängen. Es ist absolut empfehlenswert zu lesen.

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4 thoughts on “[Kommentar] Im Kirschblütenweg – Rupert Mattgey

  1. Hallo Chimiko,
    dieses Buch klingt sehr lesenswert! Zumindest sorgt deine Rezension dafür, dass es auf meiner (ohnehin schon überfüllten) Wunschliste landet. Danke für die Rezi!
    Liebe Grüße, Iris

    1. Hallo Iris,

      es ist auch wirklich lesenswert und auch recht kurz, also man ist schnell durch. Und trotzdem lässt es einen wirklich sehr nachdenklich zurück.

      Alles Liebe, Chimiko

    2. Hallo Chimiko,
      jetzt hab ich es auch gelesen und stimme deiner Meinung zum Buch absolut überein. Besonders nachdenklich macht mich der Aspekt, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Und das ist sehr, sehr erschreckend.
      Tolles Buch!
      Viele liebe Grüße, Iris

    3. Hallo Iris,

      es ist definitiv erschreckend und irgendwie auch erschütternd. Das kleine Büchlein sollten noch viel mehr Menschen lesen.

      Alles Liebe, Chimiko

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