[E-Rezension] Ödland. Der Keller – Christoph Zachariae

Titel: Ödland. Der Keller
Autor: Christoph Zachariae
Band: 1/voraussichtlich 4
Verlag: Lucid Dreams
ASIN: B009MO439S
Preis E-Book:
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Leseprobe





Autor

Christoph Zachariae wird 1972 als Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Lehrerin in Bremen geboren. Im Alter von 12 Jahren schreibt er die erste Kurzgeschichte. Ab 1993 studiert er Filmwissenschaften und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und realisiert Fotoausstellungen. Aus eigenen Drehbüchern entstehen Kurzfilme, die auf zahlreichen Festivals laufen. 1996 wechselt er an die Filmakademie Ludwigsburg und schließt ein Regiestudium ab.
Seine Leidenschaft gehört der Phantastik und der dunklen Seite der menschlichen Seele.
Seit 2002 lebt er in Berlin. Hier entstehen unter anderem Hörbücher, Drehbücher für Kinofilme und TV-Serien sowie eigene Kurzfilme.


Inhalt

Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: das ÖDLAND.
Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben.
Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat.
Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen.
Erzählt wird Megas Reise durch das ÖDLAND zu den Ursprüngen ihrer Existenz, denn Mega hat nie vergessen, dass sie nicht im Keller geboren wurde.


Erster Satz

Trockenes Gras raschelte in den Ritzen zwischen den Pflastersteinen.

Meine Meinung

Ich muss vorweg sagen, dass ich dieses Buch in einer wirklichen Leseflaute gelesen habe.

Ganz schlicht und einfach vorweg: Das Buch hat mich nicht gepackt. Die Idee hat mir wirklich gut gefallen und ich habe mich auch darauf gefreut, das Buch zu lesen, doch irgendwie waren wir zwei wohl nicht ganz kompatibel. Vielleicht lag es auch wirklich an dieser Flaute, doch auch jetzt noch, wenn ich darüber nachdenke, bin ich einfach nicht überzeugt. Ich habe es jetzt einige Tage sacken lassen, bevor ich diese Rezension schreibe.

Vom Ansatz her gefällt es mir richtig gut: Die Erde wurde zum Ödland, die Menschen, die noch leben, leben in Verstecken, im Untergrund und sichern sich gegen andere Überlebende ab. Die Katastrophe hat die Welt zu einer einzigen Gefahr werden lassen und man kann keinem Außenseiter vertrauen. Das passt hervorragend zum Menschen an sich, denn ganz ehrlich, wer glaubt schon, dass Menschen im Angesicht so einer Katastrophe wirklich ihre kargen Vorräte teilen? Es ist viel realistischer, dass sich jeder selbst der Nächste ist. Und das wird hier wirklich gut umgesetzt.
Und doch gab es viele Kleinigkeiten, die mich einfach gestört oder zumindest irritiert haben. Ich mag Bücher mit offenen Fragen, jedoch hätte ich gerne auch ab und zu eine Erklärung, die mich zumindest ein Stück weiterbringt. Oder eine falsche Erklärung, die mich in eine falsche Richtung lenkt und in den Folgebänden richtig gestellt wird. Das fehlt mir hier – angefangen mit der Katastrophe. Ich brauche wirklich keine physikalisch detaillierte Erklärung, doch zumindest einen kleinen Hinweis auf die Hintergründe der Katastrophe wären ganz interessant gewesen. Ich weiß nicht, ob sich das in den drei Fortsetzungen irgendwann klärt, manchmal erschien es mir hier jedoch, als wüssten nicht einmal die Wissenschaftler aus dem Keller, was passiert ist. Hinzu kommt, dass ich mich manchmal gefragt habe, warum es teilweise so wirkte, als wären die Menschen überrascht worden und die Wissenschaftler auf der anderen Seite Dinge in Sicherheit bringen konnten. Das waren einfach ein paar Punkte, die mich irritiert haben.
Der Keller war auch eines dieser Dinge, mit denen ich zumindest anfangs gehadert hatte. Dort leben viele Kinder und Wissenschaftler und ich habe mich lange gefragt, warum es dort keine Eltern gibt. Dies hat sich dann doch geklärt und zwar sehr logisch. Das war definitiv ein interessanter Ansatz.

Mega ist die Protagonistin. Sie ist anders, was deutlich hervorgehoben wird, bereits durch ihr Aussehen und ihren Namen. Obwohl sie wirklich lange Strecken des Buches im Vordergrund steht, habe ich dennoch nicht das Gefühl, sie kennen gelernt zu haben. Dazu ist ihre Vergangenheit einfach viel zu mysteriös angesetzt. Das ist allerdings kein Kritikpunkt, immerhin folgen noch drei Bücher, wo das geschehen kann 😉
Allerdings fand ich dafür die Erkundungstour recht anstrengend zu lesen. Zum Einen fand ich das Gerät, mit dem sie sich fortbewegt, zwar ziemlich interessant, doch nach einer Weile gab es einfach Längen. Natürlich lernt man so das Ödland kennen, doch es kommt einfach keine Spannung auf. Und ich habe einfach das Gefühl, das ist fast das Einzige, was passiert. Es ist etwas für meinen Geschmack etwas langatmig. Etwas mehr Spannung, auch etwas mehr ‚Action‘ hätte es ruhig geben dürfen.
Der zweite Erzählstrang war zwar auch noch da und da passierte dann doch etwas mehr, aber auch das konnte mich einfach nicht richtig packen. Es plätschert eigentlich nur vor sich hin und dann kommt am Schluss doch noch ein spannender Cliffhanger…

Ich denke, es ist sicherlich erstmal ungewöhnlich, wenn man die allein gestellten Dialoge liest. Doch ich konnte mich recht schnell daran gewöhnen und fand das doch mal etwas Anderes. Auch die plötzlichen und schnellen Szenensprünge empfand ich als ziemlich interessant.
Dennoch bin ich mir aktuell nicht sicher, ob ich die Fortsetzung lesen würde. Es hält sich wirklich die Waage, was ich bei diesem Buch an positiven und negativen Aspekten gefunden habe.

Fazit

Für mich ein wirklich schwieriges Buch, weil es mich eigentlich nicht überzeugen konnte, aber dennoch wirklich geniale Ansätze hat: Insbesondere die Darstellung einer dystopischen Welt voller Gewalt und Grausamkeit, in der jeder Mensch für sich kämpft, gefiel mir richtig gut. Doch da in diesem ersten Buch nach meinem Empfinden fast nichts passiert ist, habe ich zwar Hoffnung bei der Fortsetzung, aber gleichzeitig auch Zweifel. Ich bin wirklich in einem Zwiespalt.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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5 thoughts on “[E-Rezension] Ödland. Der Keller – Christoph Zachariae

  1. Mir wurde das e-book vom Autor angeboten – ich lehnte ab, weil andere Bücher zuerst gelesen werden wollten/mussten. Jetzt werde ich das wohl auch nicht mehr nachholen, obwohl einige Ansätze nicht so verkehrt klingen.
    Ich danke dir für diese Rezension.

    Liebe Grüße
    Silke

  2. Ich hab es auch angeboten bekommen. Die Ansätze gefallen mir, aber es konnte mich eben einfach nicht ganz überzeugen. Gerade das Brutale der Menschen ist eigentlich so, wie ich mir es auch vorstelle.

    Alles Liebe, Chimiko

  3. Hallo Chimiko!
    Ich hab das Buch gekauft, nachdem ich über eine Rezension darauf aufmerksam wurde. Bis jetzt habe ich sehr unterschiedliche Meinungen zum Buch gehört, weshalb ich umso neugieriger auf Ödland werde.
    Deine Rezension gefällt mir gut, weil du sehr detailliert deine Meinung argumentiert hast. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Dystopie bei mir ankommen wird. Werde ich wohl in den nächsten Tagen lesen.
    Herzlichen Dank für die Rezension! Ich hoffe, deine Leseflaute ist vorüber und kommt so schnell nicht zurück! Liebe Grüße und schöne Feiertage, Iris

    1. Hallo Iris,

      es kann auch gut sein, dass es dir gefällt. Wie gesagt, ich finde die Ansätze wirklich toll. Aber manchmal passt es auch einfach so nicht.
      Ich bin auch gespannt, was du dazu sagen wirst!

      Ja, meine Leseflaute ist vorbei, jetzt kämpfe ich noch gegen die Blogflaute an 😉
      Alles Liebe und schöne Feiertage, Chimiko

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