[Kommentar] Theos zweite Reise – Catherine Clément

Erster Satz


„Theo? Hörst du mich?“
S.9
























Meine Meinung


Ich bin immer noch ein großer Fan von Theos Reise, der Grund, warum ich – nachdem ich sehr spät davon erfahren habe – nun auch die Fortsetzung besitzen musste. Allerdings kommt dieser zweite Teil für mich wirklich nicht an den ersten Band heran. Liegt das an mir? Das kann gut sein, denn ich habe das Gefühl, dass mir lange Texte über Religionen und Mythen mehr liegen als über das hier gewählte Thema. Dabei finde ich Umweltschutz durchaus wichtig und interessant, es liegt mir auch am Herzen, doch ich komme mit diesem Buch einfach nicht ganz klar. Vielleicht liegt es auch daran, dass bei der ersten Reise immer noch Theos Krankheit eine große Rolle gespielt hat und den durchgängigen roten Faden gebildet hat, der sich hier jedoch auflöst, da Tante Marthe recht schnell wieder gesund wird. Oder liegt es daran, dass die menschlichen Persönlichkeiten fehlen? Die vielen unterschiedlichen Menschen, die für ihren Glauben einstanden?

Die vermittelten Standpunkte sind durchaus interessant (ein Beispiel sind die Inuit oder auch die Atommüllaufbereitungsanlage), doch manchmal wird es doch sehr langatmig und auch zu theoretisch. Ja, zu theoretisch, so ging es jedenfalls mir. Ich habe mich immer wieder ertappt, wie ich Passagen überflogen, aber nicht gelesen habe. Es ist somit kein leichtes Buch, ich musste mich darauf konzentrieren. Doch es ist einfach… es ist ein guter Ansatz, ein Ansatz, der mir auch gefällt, doch die Umsetzung ist für mich zu langatmig.

Vielleicht liegt es auch daran, dass der erwachsene, gesunde Theo auf mich unsympathisch wirkt. Er war schon als Kind altklug und bockig, doch jetzt kann man dies nicht mal mehr durch die tödliche Krankheit verzeihen. Theo ist für mich ein unsympathischer Protagonist, der starrsinnig auf seinen Standpunkten besteht. Und wenn dann so Phrasen wie ‚mein Renate-Naturkind‘ kommen, schüttelt es mich einfach. Das passt nicht zu einem 22jährigen und nicht zu einer Beziehung, die vielleicht gerade mal zwei Tage andauert.
Die Passagen hingegen, in denen Tante Marthe erzählt, haben mir deutlich besser gefallen. Es wirkt frischer, lebendiger und auch offener. Leider gab es davon viel zu wenige.

Was ich persönlich nicht verstehe, ist die Klassifizierung als Jugendroman. Ja… die Jugend sollte davon erfahren, das stimmt, dennoch finde ich Stil und Darstellung des Themas nicht jugendgerecht.


Fazit


Eigentlich finde ich das Thema wichtig, doch die Umsetzung behagt mir persönlich nicht ganz. Außerdem empfand ich Theos Art als unsympathisch und das spielt vermutlich eine große Rolle, dass das gesamte Buch mich einfach nicht überzeugen konnte.

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