[Rezension] Assassino – Gerd Ruebenstrunk

Titel: Assassino
Autor: Gerd Ruebenstrunk
Verlag: Bloomoon
Band: 1/?
Erschienen am: 05.03.2013
ISBN: 978-3760786810
Preis HC: 16,99€
Leseprobe













Autor


Nach Stationen in den unterschiedlichsten Berufen, vom Sprachlehrer bis zum Kreativdirektor, arbeitet Gerd Ruebenstrunk heute ausschließlich als Schriftsteller und Werbetexter. Als Autor von Jugendromanen ist er mit der erfolgreichen Arthur-Trilogie bekannt geworden.

Inhalt

Nicht zum ersten Mal macht sich die 17-jährige Kati Bergmann mit dem Archäologen Chris Montiel auf die Suche nach verlorenen Schätzen. Doch bei der Recherche nach einer sagenumwobenen etruskischen Gewandfiebel ist alles anders. Bald wird die Forschungsreise zu einem Wettlauf gegen die Zeit!
In den verwinkelten Gassen Dubrovniks wird Kati überfallen – und von dem geheimnisvollen Ilyas gerettet. Wer ist hinter ihr her? Und warum? Sind die Gerüchte um die magischen Kräfte der Fiebelscheibe etwas wahr? Und welches Geheimnis steckt hinter Ilyas Herkunft und seinen unglaublichen kämpferischen Fähigkeiten? Vor der exotischen Kulisse Dubrovniks und Istanbuls fügen sich Geschichte, Magie und Abenteuer zu einem bunten Teppich, dessen Muster unglaublichen Geheimnisse offenbart. Fremde werden zu Verbündeten und eine einfache Recherchereise zu einem gefährlichen Wettlauf mit düsteren Gestalten. Wer wird das Ziel erreichen?


Erster Satz

Als Kati den Rektorenpalast verließ, hatte sie zum zweiten Mal an diesem Tag das Gefühl, dass sie jemand beobachtete.
S.5

Meine Meinung

Assassino ist ein Buch, mit dem ich persönlich einfach nicht warm geworden bin. Es konnte mich nicht mitreißen, ich war nicht wirklich begierig darauf, zu wissen wie es weitergeht. Ich habe das Buch gelesen, es hat mich jetzt auch nicht unbedingt gelangweilt, doch ebenso wenig wurde ich in die Geschichte hineingezogen, wurde von ihr mitgerissen oder verzaubert. Es ist für mich ein Buch, das absolut den Mittelmaß vertritt, aber eben nicht überzeugen kann.

Das mag auch daran liegen, dass ich das Gefühl hatte, dass nur an der Oberfläche gekratzt wurde und die Charaktere einfach kaum Tiefe besitzen. Das beginnt bereits mit Protagonistin Kati, aus deren Sicht der Leser die Geschichte erlebt. Ich muss vorweg sagen, dass ich absolut keinen Zugang zu ihr gefunden habe, sie ist ein Charakter, mit dem ich Probleme habe. Sie ist hochintelligent, betont gerade anfangs ihre Unfähigkeit im Umgang mit anderen Menschen und dennoch scheint sie fast abhängig von Ilyas und seiner Meinung zu ihr werden, als sie sich begegnen. Dies wirkt im Verhältnis doch sehr unglaubwürdig. Und dafür, dass sie nur eine mangelhafte emotionale Intelligenz besitzen soll, ist sie auch viel zu besorgt um die Angreifer und kann allgemein zu gut auf Menschen eingehen. Ein IQ von fast 200… so kam mir ihr Benehmen definitiv nicht vor. Sie wirkt eher wie ein normal-intelligenter Teenager, der in eine unglückliche Situation gekommen ist. Auch allein in den Tributen, die sie auszeichnen, zeigt sich die Oberflächlichkeit der Charaktergestaltung: Kati ist reich, intelligent und schön. Letzteres wird dann noch ausgerechnet mit diesem typischen ‚Ich bin eigentlich voll unhübsch und hab total kein Selbstbewusstsein‘ kombiniert, eine Eigenschaft, die mir – zugegebenermaßen – allmählich wirklich extrem auf die Nerven geht. Ja, man merkt, Kati und ich, wir werden keinen Freundinnen mehr.
Doch dadurch dass sie erzählt, bekommen auch die anderen Protagonisten kaum Tiefgang. Nicht einmal ihr Begleiter und Freund Chris, den sie ja angeblich gut kennt. Ich finde, insbesondere Chris ist ziemlich blass geblieben.
Ilyas hingegen hat natürlich durch die Episoden, die in seiner Vergangenheit spielen, mehr Charakter bekommen. Allerdings finde ich schade, dass die Suche nach der Fibelscheibe aufgrund seiner Geschichte so extrem in den Hintergrund rutscht und eigentlich eher zu einem Zufallsprodukt verkommt. Die Fibelscheibe hätte eine durchaus noch interessante Abenteuersuche fördern können.
Am Interessantesten bleibt Seamus, weil er trotz fehlendes Hintergrundwissens über ihn geheimnisvoll ist und bleibt. Seamus ist mein Charakter-Lichtblick.

Der Schreibstil, die Sprache, die hier gewählt wurde, ist definitiv wundervoll zu lesen, doch das alleine reicht nun einmal leider nicht aus, um mich zu begeistern. So konnte mich auch der Cliffhanger nicht neugierig auf eine Fortsetzung machen.

Fazit

Assassino ist definitiv voller Potential, was für mich jedoch durch stereotype und oberflächliche gestaltete Charaktere einfach umgesetzt wurde. Hier ist Protagonistin Kati mein persönliches Problem, da ich finde, dass sie einfach nicht der von ihr selbst gegebenen Beschreibung entspricht und ihr Intellekt definitiv nicht an den 190 kratzt, so wie sie es anfangs doch so sehr betont.

Ich habe wirklich zwischen zwei und drei Brillen geschwankt und ohne die Rezension hätte ich wahrscheinlich sogar ohne zu Zögern die drei Brillen gegeben. Es wären 2,5 Brillen mit Tendenz nach unten.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Weitere Posts zum Thema

2 thoughts on “[Rezension] Assassino – Gerd Ruebenstrunk

  1. Mir hat das Buch damals ein bisschen besser gefallen als dir.
    Trotzdem werde ich wohl keine Fortsetzung lesen, sofern es eine geben sollte…

    Beste Grüße

    1. Ja… ich hatte eigentlich mehr erwartet nach einigen sehr positiven Rezensionen, aber das Buch ist leider schwach.
      Fortsetzung definitiv unnötig!

      ALles Liebe, Chimiko

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.