[Rezension] Die Erben der alten Zeit. Das Amulett – Marita Sydow Hamann

Titel: Die Erben der alten Zeit. Das Amulett
Autor: Marita Sydow Hamann
Band: 1/3
Verlag: Grassroots Editions
Erschienen am: 27.05.2013 (erstmals 2010)
ISBN: 978-320003081
Preis HC: 19,80€
Leseprobe










Autor


Marita Sydow Hamann wurde in Alesund, Norwegen, geboren und wuchs unter anderem in Deutschland, Österreich und Spanien auf. Nach dem Abitur begann sie ein Lehramtsstudium und eine Heilpraktikerausbildung. Sie unterrichtete Reiten, Norwegisch und Deutsch. Im Jahr 2000 zog sie nach Schweden. Dort arbeitete sie als persönliche Assistentin für Kinder und Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen. In den Schlafpausen ihrer Patienten begann sie mit dem Schreiben.
Aktuell lebt Marita Sydow Hamann mit ihrem Mann, drei Pferden, zwei Hunden und zwei Katzen auf einem kleinen Hof in Smaland.

Inhalt

Ein verstörendes Erlebnis veranlasst das 14-jährige Findelkind Charlotta Johansson, genannt Charlie, nach ihren wahren Eltern zu suchen. Das darauf folgende Abenteuer sprengt Charlies Vorstellungen von der Welt und ihrer eigenen Rolle in ihr.
Charlie stiehlt die über sie angelegte Akte und verlässt bei Nacht und Nebel das Kinderheim, in dem sie lebt. Mit dabei: ein steinernes Amulett, das der Akte beilag. In Charlies Händen bewirkt es seltsame Dinge: Auf ihrer Flucht wird sie von dichtem Nebel umhüllt und findet sich plötzlich auf einem anderen Planeten namens Godheim wieder. In dieser mittelalterlich geprägten Welt herrscht der grausame Magier Oden, der nun auch nach Charlies Leben trachtet. Außerdem gibt es noch Sora, eine junge Frau, die nach einem mystischen, nahezu 15.000 Jahre langen Schlaf auf dem fortschrittlichen Planeten Euripides erwacht. Hier regieren Wissenschaft und Technik. Welche Verbindung besteht zwischen den beiden Welten? Und was hat dies mit Charlies Herkunft zu tun?

Erster Satz

Ingrid Olfasson war verständlicherweise etwas nervös.
S.11

Meine Meinung

Vorweg muss ich sagen, dass mir das Cover nicht ganz so gut gefallen hat. In einer Buchhandlung hätte ich vermutlich nicht unbedingt nach dem Buch gegriffen. Die Zeichnung auf der Rückseite und unter dem Einband hat mir persönlich einfach besser gefallen und so steht das Buch jetzt auch ohne Schutzhülle in meinem Regal, weil es mir einfach besser gefällt.

Ich bin ja ein durchaus kritischer Fantasy-Leser, weil mich Fantasy-Welten nicht immer begeistern können, doch Marita Sydow Hamann hat mich mit dieser Welt durchaus überzeugt. Die vielen verschiedenen Mythologien, die eingeflochten waren, diese kleinen Details, waren einfach faszinierend und es hat Spaß gemacht, diese alle zu entdecken. Aber auch die recht einzigartigen Fabelwesen stechen hier hervor – z.B. die Fichtenwichtel, die waren grandios! Die Welt an sich ist, je mehr man davon liest, ziemlich komplex, aber für mich soweit in sich doch logisch begründet. Man erfährt einfach Stück für Stück mehr von ihr, es erschließt sich alles langsam aber stetig. Eine der schönsten fantastischen Welten für mich!

Die Protagonistin Charlie findet sich für mich eigentlich fast schon zu schnell in der neuen Welt zurecht, auch wenn sie einige Unfälle hat. Dennoch finde ich sie gelungen, vor allen Dingen, da sie nicht so stereotyp wie manch andere Fantasywelt-Protagonisten ist.
Interessanter hingegen fand ich Sora: Sie hat Probleme in ihrer Welt, man versteht nicht recht, was sie nun mit Charlie und der Welt zu tun hat – ihre Geschichte ist einfach mysteriöser, zumindest anfangs. Denn auch zu Charlie kommen immer mehr Fragen auf und ihre Vergangenheit wird zwar teilweise aufgedeckt, doch dadurch entstehen noch mehr Fragen. Übrigens kam dies für mich ziemlich überraschend (auch weil ich den Grund dafür ziemlich verwirrend fand… das lag allerdings nicht am Buch, sondern in dem Fall an meinen nicht vorhandenen Fähigkeiten). So bleiben auch noch ziemlich viele Fragen für den nächsten Band offen.
Auch die anderen Charaktere haben mir an sich gut gefallen, wobei ich gerade Biarns Geheimnis eigentlich ziemlich offensichtlich fand und es ziemlich schnell gelöst hatte. Tora ist ebenfalls interessant, ihre Entwicklung gefällt mir vor allen Dingen gegen Ende, wogegen ihr Bruder Kunar im Verhältnis flach gestaltet ist. Dies empfand ich insbesondere auf die fünfte Person, die im Laufe des Buch zu den vieren stößt so. Aber vielleicht hat Kunar seinen großen Auftritt in einem der weiteren zwei Bände.
Antagonist Oden wird eigentlich meistens nur erwähnt, aber dennoch ist da immer seine Bedrohlichkeit spürbar da, auch wenn man nicht so viel über ihn erwähnt und er einen Auftritt von vielleicht… zehn Seiten hat. Trotzdem merkt man auch gerade in Bezug auf Kunar und Tora die unglaubliche Gefahr, die von ihm ausgeht. Und seine Zwillinge waren toll, das muss ich einfach mal erwähnen!

Ich muss sagen, ich freue mich auch schon auf den nächsten Band, denn obwohl das Buch wirklich schön dick ist, kommen keine großartigen Längen auf. Es liest sich richtig gut. Ich habe zwar nur immer so hundert Seiten an einem Abend gelesen, das liegt aber daran, dass ich so Fantasy-Epen lieber nicht am Stück lese, ansonsten hätte ich es sicherlich auch in einem Rutsch durchgelesen!

Fazit

Auch wenn ich vielleicht ein, zwei Kleinigkeiten zu bemängeln habe, fallen die hier kaum ins Gewicht und ich kann ich euch dieses tolle Fantasyepos wirklich nur ans Herz legen! Spannende Geschichte, liest sich hervorragend und ich auch die Charaktere, die allesamt eine tolle Persönlichkeit haben und eben nicht den so oft gelesenen Fantasy-Stereotypen entsprechen (zumindest für mich nicht :))

Bewertung

Danke an Marita Sydow Hamann  für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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