[E-Rezension] Die Schattensurfer – Hubert Wiest

Titel: Die Schattensurfer
Autor: Hubert Wiest
Verlag: Create Space Independent Publishing Platform
Erschienen am: 24.10.2013
ASIN: B00GSF6NUW
Preis E-Book: 3,99€
Leseprobe















Autor

Hubert Wiest, geboren 1964, erfindet und schreibt Geschichten für Kinder und Teenager. Zusammen mit Nina von Stebut produziert er Hörbücher und den Podcast Radio Lomoco. Nach der Ausbildung zum Werbekaufmann, dem Besuch der Bayerischen Akademie der Werbung und einigen Semestern BWL-Studium gründete Hubert Wiest in den neunziger Jahren die Internetagentur FREIRAUM Multimedia. Er führte sie durch die stürmische New-Economy der Jahrtausendwende. Später arbeitete er als Marketing- und Vertriebsleiter für internationale Unternehmen. Nach drei Jahren in Hong Kong lebt er seit 2011 mit Nina von Stebut, drei Kindern sowie den Hunden Pepsi und Cola in Sydney.

Inhalt

Die vierzehnjährige Sansibar lebt in einer Welt, in der alle alles miteinander teilen. Auch ihre Gedanken. Diese werden im großen Netzwerk RUHL erfasst und gespeichert. Mit fünfzehn wird jeder in die Gemeinschaft RUHL aufgenommen und stellt seine Gedanken, Träume und Wünsche der Allgemeinheit zur Verfügung. Sansibar kann es kaum erwarten, dazu zu gehören. So wie ihre beste Freundin. Sansibar lernt wie besessen für die Aufnahmeprüfung. Sie ist bereit, all ihre Gedanken und Erinnerungen mit dem mächtigen Netzwerk zu teilen. Nur eine nicht, ihre wichtigste: die letzten Momente mit ihrer verschwundenen Mutter…
Computergenie Luan ist fünfzehn und hat nur ein Ziel: Programmierer zu werden. Doch mit einem dummen Diebstahl ruiniert er seine ganze Zukunft und muss fliehen. Als sich Sansibars und Luans Wege kreuzen, behauptet Luan Sansibar von früher zu kennen. Und obwohl sie ich daran nicht erinnern kann, beschließt sie Luan zu helfen. Vielleicht auch, weil seine tintenblauen Augen so unergründlich sind? Die Zeit drängt, plötzlich geht es um Leben und Tod. Luan ist überzeugt, dass Sansibar ihn verraten hat und ist kurz davor aufzugeben – da macht Kalawesi, der Besitzer eines Vergnügungspark, ihm ein unglaubliches Angebot.


Erster Satz

Luan drückte sich ganz dicht an die Stahlsäule, die das gewölbte Vordach hielt.

Meine Meinung

Es ist einfach eine Tatsache, dass mich Bücher faszinieren, die sich mit dem gläsernen Mensch der Zukunft beschäftigen und Die Schattensurfer ist ein Kinder-/Jugendbuch (genau der Übergang eigentlich), das sich mit eben dieser Thematik auf sehr spannende Art und Weise befasst – also optimal zum Lesen für mich und ich wurde auch nicht davon enttäuscht.

Der Big Brother dieser Welt ist RUHL, eine Organisation, die alle Gedanken der Welt, aller Menschen, die die sogenannte Kristallprüfung abgelegt haben, liest und speichert, natürlich vollkommen anonym. Nicht nur das, RUHL nutzt die leeren Gedanken, um Kraft und Energie daraus zu gewinnen. Klingt unheimlich, oder? Nicht für die Bewohner dieser Welt, denn sie machen das alles freiwillig und haben auch noch große Freude daran! Und wer das nicht so klasse findet und gerne Geheimnisse hätte, ist krank, der leidet dann an der Krankheit Disinformie. Wie ihr seht, ist das ein wirkliches durchdachtes Grundgerüst, das auch sicher bei entsprechender Technik in einer ähnlichen Form auftreten könnte. Beängstigend, oder?
Da kommen einem noch Erinnerungen an gewissen Staaten hoch, die alles kontrollieren und überprüfen und überwachen. Die sogenannten Sipos verstärken diesen Eindruck noch. Zwar hat das Buch auch durch den Schreibstil und die Klassifizierung als Jugendbuch einen eigentlich eher fröhlichen und bunten Oberton, doch schwingt eben diese Kritik immer wieder mit durch. Vielleicht zeigt es auch einigen Jugendlichen, dass das Internet nicht immer nur Gutes will, sondern nie vergisst. Dennoch gefällt mir hier, dass es eben kein belehrender Ton ist, der ermahnt, sondern ein wichtiger Grundgedanke schön verpackt ist.
Ein weiteres Detail von RUHL ist es, dass Petzen belohnt wird. Anders kann man es nicht ausdrücken, auch wenn die Damen und Herren mit Kristallen dies wohl eher als melden bezeichnen würden, ist es nichts anderes als jemanden zu verraten und dies zu petzen. Erinnert doch noch mehr an einen Überwachungsstaat, oder?

Das Buch ist natürlich sehr kinder- und jugendfreundlich geschrieben, immerhin ist das die angestrebte Zielgruppe, dennoch finde ich, dass man auch als Erwachsener gerne mal zugreifen kann, zumindest wenn einem nicht jedes kleinste technische Detail wichtig ist. Manche Dinge und Handlungen sind auch etwas verschönert und erleichtert, doch das tut der Spannung eigentlich keinen Abbruch. Auch sind einige Moment vorhersehbar, aber ich habe das Buch trotzdem verschlungen, weil es sich einfach nur gut liest.

Dazu gibt es dann noch jede Menge tolle Idee und ich bin mir sicher, so ziemlich jeder ist vom Lunapark und seinen Attraktionen verzaubert. Ich würde mir jedenfalls einen Lunapark wünschen. Ein weiterer Teil, der mich fasziniert hat, war das Garmal. Doch nicht nur diese Substanz an sich hat mir gefallen, sondern auch der Hintergrund dazu, die Garmal-Sammler. Eine wirklich wunderbare Idee, die sich sehr von anderen Geschichten der Art unterscheidet!

Auch die Charaktere fand ich sehr lebhaft und bildhaft beschrieben. Insbesondere Kalawesi und Rüdiger hat man da natürlich direkt vor Augen! Doch auch die restlichen Figuren sind allesamt schön ausgestaltet und es bleibt eigentlich keine davon blass, jede hat ihren eigenen großen Auftritt, egal ob positiv oder negativ, und einen Hintergrund. Positiv aufgefallen sind mir auch die Namen, die sind wirklich sehr schön. Außergewöhnlich, aber irgendwie passend. Ich muss sagen, dass mir gerade Luan als Name eigentlich schon länger gefiel und ich daher das natürlich noch lieber gelesen habe 😉 Aber auch Sansibar ist ein außergewöhnlicher und toller Name.

Fazit

Die Schattensurfer ist ein wirklich tolles Buch, das sich mit einem Überwachungsstaat und dem gläsernen Menschen beschäftigt. Diese Thematik ist in eine schöne Jugendgeschichte eingebaut, die sich leicht lesen lässt und die man auch gerne liest. Wer den gläsernen Menschen und den Big Brother faszinierend findet, sollte hier auf alle Fälle zugreifen.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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