[Rezension] Sieh mich an – Natascha Friend

Titel: Sieh mich an
Autor: Natasha Friend
Original: My Life in Black and White
Verlag: Carlsen
Erscheint: 21.02.2014
ISBN: 978-3551312662
Preis: 10,99€
Leseprobe











Autor

Natasha Friend wurde 1972 im Staat New York geboren. Da es in ihrem Haus keinen Fernseher gab, las sie sich schon früh durch stapelweise Bücher und begann ihrem Vater kurze Geschichten zu diktieren. In den meisten ging es um Regenbogen, Einhörner und arme Waisenmädchen, die kostbare Schätze finden. Nach ihrem Studium zog sie nach Boston und veröffentlichte 2004 ihren ersten Roman – ganz ohne Einhörner.

Inhalt

Lexi war immer stolz auf ihre Schönheit – doch dann wacht sie eines Tages im Krankenhaus auf, das Gesicht von einem Autounfall entstellt. Wenn Ryan sie nicht mit ihrer besten Freundin betrogen hätte, wäre sie nie in dieses Auto gestiegen und würde jetzt nicht vor jedem Spiegel fliehen. Lexi muss sich und ihr Leben komplett neu definieren. Unerwartete Hilfe kommt von ihrer Schwester Ruth. Durch sie lernt Lexi auch Theo kennen, der ihr zeigt, dass es im Leben nicht auf Äußerlichkeiten ankommt.

Erster Satz


Stell dir dieses Bild vor: Ich bin drei Jahre alt, throne auf auf einem Hocker vor dem Schminktisch und streiche mir mit einem weichen Pinsel schwungvoll Rouge auf die Wangen.
S.7

Meine Meinung

Sieh mich an beschäftigt sich eigentlich mit dem Hang zum Oberflächlichen vieler Mädchen. Es ist eine eindringliche Jugendgeschichte, die aufzeigt, dass eben nicht nur das Äußere zählt, was heute ja leider oft der Fall ist.

Lexi steht im Prinzip vor dem Scherbenhaufen ihres jungen Lebens, so empfindet sie es zumindest: Ihr Gesicht ist zerstört, der Betrug durch ihre beste Freundin und ihrem festen Freund und keiner scheint sie zu verstehen. In dem Buch wird, wenig überraschend, aber dennoch sehr eindringlich und einfühlsam, aufgezeigt, wie sie langsam aus diesem Tal wieder hervorkommt. Doch dabei wird Lexi eben nicht nur positiv dargestellt, denn sie ist nun mal eine egoistische, oberflächliche Zicke, die mit ihrem Leben unzufrieden ist und die auch keinen richtig an sich heran lässt, geschweige denn sich sonderlich für ihre Familie interessiert. Sie ist nicht nur nett, aber dennoch mag man sie und obwohl so eine Verletzung und so eine Erfahrung glücklicherweise nicht für jeden von uns nachvollziehbar ist, hat man Verständnis für Aktionen und Reaktionen.
Allgemein ist nicht nur Lexi ausführlich gestaltet, auch die anderen Charaktere haben Tiefe, beispielsweise Heidi oder auch insbesondere Ruth.

Diese Geschichte hat mich unweigerlich in ihren Bann gezogen. Obwohl ich wirklich nicht mit Lexi mitgelitten habe und manchmal nur den Kopf über sie geschüttelt habe, musste ich wissen, wie es ihr ergeht, wie sie sich rauskämpft, wie sie mit der Situation umgeht. Es macht auch Spaß zu beobachten, wie sie reagiert.


Sieh mich an ist eine dieser Geschichten, bei denen das Ende sicher nicht überraschend ist, man aber einfach sagen kann: Der Weg ist das Ziel. Und genau das ist es hier. Es geht um den Weg, den Lexi meistern muss und den man als Lesern begleitet.

Fazit

Sieh mich an ist ein sehr einfühlsames Buch, das jedoch auch immer wieder klar stellt, dass es eben nicht nur auf diese Oberflächlichkeiten ankommt. Und Lexi ist eine Protagonistin, die vielleicht nicht immer die Netteste ist, deren Handlungen man aber eben nachvollziehen kann und die am Ende zu innerer Stärke findet. Ein eindringliches Buch, das definitiv eine Leseempfehlung ist!

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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