[E-Rezension] Kälteschlaf – Arnaldur Indridason

Titel: Kälteschlaf
Autor: Arnaldur Indridason
Original: Hardskafi
Band: 8/aktuell 12
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Februar 2012
ASIN: B005DLE2BY
Preis E-Book: 7,49€
Leseprobe




Autor

Arnaldur Indridason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Sein Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Beststellerlisten.

Inhalt

An einem kalten Herbstabend wird an Islands geschichtsträchtigem See von Pingvellir die Leiche einer jungen Frau gefunden. Auf den ersten Blick ein Selbstmord, doch Kommissar Erlendur wird misstrauisch, als ihm der Mitschnitt einer Séance zugespielt wird: Kurz vor ihrem Tod hatte sich die Frau an ein Medium gewandt. Trotz seiner tiefen Skepsis gegenüber spiritistischen Praktiken geht Erlendur den Hinweisen nach und rührt dabei an ein gut gehütetes Familiengeheimnis, das die Jugend dieser Frau überschattet hat…

Erster Satz

María hatte bei der Beerdigung völlig abwesend gewirkt.

Meine Meinung

Mit Kälteschlaf habe ich hier einen Krimi vorliegen, von dem ich jetzt nicht behaupten würde, dass er Krimi des Jahres wird, mich aber dennoch gepackt hat und den ich guten Gewissens weiter empfehlen würde. Es ist auch ein Buch, das ich recht schnell durchgelesen hatte.

Mit den Namen hatte ich erstmal meine Schwierigkeiten (und ich bitte um Entschuldigung, weil es nicht die ganz korrekte Schreibweise ist), aber das ist bei vielen Büchern so, die in Ländern spielen, die ich zum ersten Mal ‚belese‘. Auch das Duzen war nur für einen kurzen Augenblick ungewohnt, aber da das etwas ist, was ich eh mag, hatte ich mich auch im Nu daran gewöhnt. Außerdem gehört es einfach zu Island, von dem her… Die Mentalität fand ich in diesem Buch perfekt rüber gebracht.

Der Ermittler Erlendur war mir von Beginn an sympathisch, wie er auf seine ruhige Art und Weise ermittelt, sich in den Fall verbeißt, ohne dabei aufzugeben. Dabei scheint das hier ja kein Fall zu sein, sondern nur ein Selbstmord und so möchte er eigentlich erstmal nur die Verstorbene kennen lernen. Doch zugleich kommen zwei Vermisstenfälle aus der Vergangenheit wieder ans Licht und Erlendur möchte sie endlich lösen, weil sie ihm doch am Herzen liegen. Es hat mir gut gefallen, dass ihm die Vermisstenfälle nach der langen Zeit noch nicht loslassen, dass er in Hinsicht auf den Selbstmord auf eigene Faust ermittelt und es nicht einfach ruhen lässt. Und insbesondere die Tatsache, dass er die Motive der Selbstmörderin verstehen will… das sind Punkte, die für mich einen interessanten Ermittler ausmachen. Vor allen Dingen ist das Buch nicht grausam oder blutig, sondern die Ermittlungen und auch die Opfer stehen im Vordergrund.
Wie viele andere Polizisten hat auch Erlendur eine zerrüttete Familie, aber auch das ist nur ein Beiwerk, eine Tatsache, ein bisschen Hintergrund. Es wird nicht zu sehr in den Mittelpunkt getrennt, es ist einfach nur so. Es gehört zu Erlendur wie eben auch die Tatsache, dass er eine Lösung für die Fälle finden will.

Da er in diesem Band auf eigene Faust ermittelt, bleiben seine Kollegen etwas im Hintergrund und sind nicht so detailliert dargestellt. Doch bei seinen Kindern und den Angehörigen der Opfer merkt man, dass die Figuren an sich gut ausgearbeitet sind, also vermutlich auch die Kollegen, die nur schlicht und einfach keine großen Auftritte haben.

Fazit

Kälteschlaf ist kein rasanter, atemloser Krimi, besticht dafür aber durch genaue Ermittlungsarbeit und einem durchdachten Hintergrund, was ich persönlich viel spannender finde als Blut und Leichenhaufen.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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