[Rezension] Bunker Diary – Kevin Brooks

Titel: Bunker Diary
Autor: Kevin Brooks
Original: The Bunker Diary
Verlag: dtv
Erscheint am: 01.03.2014
ISBN: 978-3423740036
Preis: 12,95€
Leseprobe











Autor

Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans „Martyn Pig“ ist er freier Schriftsteller.
Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpeis, für den er innerhalb von sieben Jahren fünf Mal nominiert wurde und den er zwei Mal erhalten hat. Seit 2011 schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene.

Inhalt

Sechs Personen in einem Bunker, festgehalten von einem namenlosen Entführer, dessen Identität ebenso unklar ist wie sein Motiv. Der sechzehnjährige Linus ist der Erste. Die neunjährige Jenny sowie vier Erwachsene folgen. Der Willkür des unbekannten Täters ausgesetzt, suchen Linus und seine Mitgefangenen nach einem Weg, in dieser gnadenlosen Situation das zwangsweise Miteinander erträglich zu machen. Doch als der Entführer beginnt, sie aufeinanderzuhetzen und anbietet, einen von ihnen um den Preis des Lebens eines anderen freizulassen, eskaliert die Situation.

Erster Satz

10.00 Uhr. 

Meine Meinung

Puh… mitreißend, spannend, bewegend, beklemmend – das sind nur ein paar Worte, die das Buch zumindest teilweise umschreiben können. Bunker Diary hat mich atemlos zurückgelassen und ich hatte ein richtig bedrückendes Gefühl, nachdem ich die Lektüre beendet hatte.

Das Buch beschreibt das Leben der sechs Gefangenen, es beschreibt ihren Umgang mit der Situation, während man die Hintergründe dieser Entführung nicht kennen lernt, genauso wenig wie den Täter. Das ist das wirklich Besondere an dem Buch und ich muss sagen, dass ich mich eigentlich kaum nach dem Tätermotiv oder dem Entführer an sich gefragt habe, weil mich Linus‘ Tagebucheinträge so fasziniert haben. Ich habe diesen Hintergrund eigentlich gar nicht gebraucht, weil mich das Leben dieser sechs Personen in dem Bunker so gebannt hat. Alles in allem sind für mich auch fesselnd, bannend, faszinierend einfach die passendsten Ausdrücke, um zu beschreiben, was Bunker Diary mit mir angestellt hat. Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, weil mich diese psychologische Studie, so würde ich es zumindest nennen, so mitgerissen hat, dass ich einfach wissen musste, wie es nun weiter geht.
Das Ende hat mich etwas fassungslos zurückgelassen, einfach weil es das Ende war. Das Buch ist zu Ende und man, in dem Fall ich, möchte eigentlich weiterlesen, weil man so im Bann dieser Geschichte ist, dass man nicht glauben kann, dass diese nun eben doch zu Ende ist. Ihr versteht, was ich mit diesem verwirrenden Satz ausdrücken will? Doch zugleich, auch wenn man eigentlich mehr will, muss man das alles erstmal sacken lassen. Immerhin habe ich mir auch oft die Frage gestellt, wie ich in so einer Situation reagieren würde und ich muss gestehen, dass die Antwort darauf wohl nicht immer die Positivste wäre.

Linus ist, wie erwähnt, der Erzähler, aus seinem Tagebuch erfahren wir von der Situation. Dadurch lernt man auch die anderen Figuren durch ihn kennen – das ist auch der Grund, warum z.B. Anja und Bird recht farblos bleiben, was aber nun mal gut zu der allgemeinen Situation dort passt. Dafür sind einem die anderen Charaktere näher, auch wenn man vielleicht nicht allzu viel von ihrem Hintergrund erfährt, das Wesen an sich erfasst Linus immer ganz gut. Und wer würde schon fröhlich über seine Vergangenheit plaudern, wenn er um seine Zukunft kämpfen muss?

Ein interessantes Detail für mich ist die Zeitgebung: Linus schreibt immer ein Datum über seine Einträge, doch man erfährt im Laufe der Geschichte, dass diese wohl nicht korrekt ist – warum? Das verrate ich natürlich nicht! Dadurch wird man als Leser aber in gewisser Weise genauso hilflos wie Linus und seine Mitgefangenen, denn man weiß einfach nicht, über welchen Zeitraum sich das abspielt, welches Datum wirklich ist usw. Das war etwas, das mich noch mehr fasziniert hat!

Fazit

Bunker Diary ist ein faszinierendes fesselndes Buch, ein Thriller, der hier mal vollkommen auf die andere Seite eingeht und weder Ermittlungen noch Tätermotiv preisgibt. Mich hat dieses Buch einfach nur atemlos zurückgelassen, denn es ist auch eine Geschichte, über die man einfach noch lange nachdenken kann, weil sie einen einfach so mitnimmt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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4 thoughts on “[Rezension] Bunker Diary – Kevin Brooks

  1. Hallo Chimiko!
    Was für eine begeisterte Rezension! Das Buch MUSS ich haben! Das MUSS ich lesen! Ich will auch atemlos zurückgelassen werden ;-).
    Kommt natürlich sofort auf meine WL. Vielen Dank für deine Rezension!
    Liebe Grüße, Iris

    1. Hallo Iris,

      na das freut mich aber! Und ich hoffe, es lässt dich genauso atemlos zurück wie mich 😉 Ich war ganz erstaunt, wie mich vor allen Dingen der Schluss in den Bann gezogen hat!

      Alles Liebe, Chimiko

    2. Hallo Chimiko!
      Nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, frage ich mich ständig, ob wir den gleichen Inhalt hatten oder ob Geschmäcker tatsächlich sooo unterschiedlich sein können. *lach*
      Ich fand die Story nämlich mega-langweilig, mega-unglaubwürdig und dann noch die Auflösung, die keine war … hmm. Bei mir ist das Buch leider komplett durchgefallen.

      Eine schöne Woche dir,
      liebe Grüße, Iris

    3. Huch… Löschen statt Antworten erwischt, ein Glück fragt das ja immer erst noch mal nach 😉
      Na, da würde ich ja doch auf die unterschiedlichen Lesegeschmäcker tippen und nicht auf die Inhalte 😉 Im Gegensatz zu dir lese ich ja auch kaum Thriller, das spielt wahrscheinlich noch mit rein. Ich bin doch ein ziemlich empfindliches Menschlein in der Hinsicht. 😀

      Alles Liebe, Chimiko

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