[Rezension] Der Thul – Marita Sydow Hamann

Titel: Der Thul
Autor: Marita Sydow Hamann
Band: 2/3
Verlag: Grassroots Editions
Erschienen am: 24.02.2014
ISBN: 978-3950365894
Preis: 19,80€
Leseprobe









Autor


Marita Sydow Hamann wurde in Alesund, Norwegen, geboren und wuchs unter anderem in Deutschland, Österreich und Spanien auf. Nach dem Abitur begann sie ein Lehramtsstudium und eine Heilpraktikerausbildung. Sie unterrichtete Reiten, Norwegisch und Deutsch. Im Jahr 2000 zog sie nach Schweden. Dort arbeitete sie als persönliche Assistentin für Kinder und Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen. In den Schlafpausen ihrer Patienten begann sie mit dem Schreiben.
Aktuell lebt Marita Sydow Hamann mit ihrem Mann, drei Pferden, zwei Hunden und zwei Katzen auf einem kleinen Hof in Smaland.

Inhalt


Der bösartige Magier Oden, der grausam über den Planeten Godheim herrscht, hat der 14-jährigen Charlie jenes magische Amulett entrissen, mit dem man zwischen der Erde und Godheim reisen kann. Während Charlie auf Godheim festsitzt, startet Oden seinen magischen Angriff auf die Erde. Gemäß einer alten Prophezeiung soll nur Charlie ihn noch stoppen können. Doch die hat nicht die mindeste Ahnung, wie das geschehen soll. Sie weiß ja nicht einmal, wie sie ihre in Gefangenschaft geratene Freundin Hanna aus Odens Burg Asgard befreien kann. So macht sie sich mit ihren Freunden auf die Suche nach jener jungen Frau, die ihr mehrmals in Visionen erschienen ist. Ob dies der richtige Weg ist?

Erster Satz


Eine finster drein blickende Gestalt stürmte durch die dunklen Gänge der Festung, die sich auf einer kleinen Felsinsel vor Vanaheims und Godheims Nordküsten erhob.
S.11

Meine Meinung

Mein erster Gedanke nach dem Ende des Buches war: ‚Wie jetzt? Schon vorbei?‘ Dabei hat man mit den bisher erschienenen Bänden der Reihe Die Erben der alten Zeit durchaus keine kleinen Büchlein in der Hand, sondern doch schöne Schwergewichte und dennoch war ich so fasziniert von der Geschichte, dass ich einfach am liebsten weitergelesen hätte. Und so ging es mir eigentlich auch schon nach Das Amulett.


Ich muss sagen, dass diese Welt, die die Autorin hier entwickelt, einfach fesselt. Ganz besonders sagt mir hier einfach der Aufbau auf den schwedischen/nordischen Mythen (und den griechischen Anspielungen dazwischen) zu. Da ich selbst ein großes Faible für Mythen jeder Art hege, ist das natürlich ein wirklich willkommenes Thema. Wenn dann noch die vielen fantastischen Wesen kommen, welche von Marita Sydow Hamann selbst entwickelt werden… einfach fantastisch. Es macht Spaß, diese Wesen kennen zu lernen und immer tiefer in die Welt dort einzutauchen (auch wenn ich noch mit den Namen der Welten durcheinander komme, diese kann ich mir einfach nicht merken!).

Die Charaktere sind alle authentisch, auch wenn mir Biarn allmählich etwas zu perfekt wird. Ich wünschte, er hätte auch eine Schwäche oder einen komischen Charakterzug, der ihn nahbarer macht. Er ist aber auch der Einzige, den ich als Leserin als distanziert empfand. Die anderen Figuren sind mir ans Herz gewachsen, allen voran einer, der sehr selten vorkommt, nämlich Jonas, der ja noch auf unserer Erde hier verweilt. Ich bin gespannt, wie sein Erzählstrang im dritten Band wieder aufgenommen wird.
Doch auch Charlie, Kunar und die anderen sind Charaktere, die einem einfach… ja, wie soll ich das bezeichnen? Charaktere, die einem nahe sind. Wenn man das Gefühl hat, vollkommen in eine Welt abzutauchen und mit Freunden Abenteuer zu erleben. Wenn man das Gefühl hat, alten und guten Bekannten wieder zu begegnen. Wenn man das Gefühl hat, Leute nach einer Weile zu treffen und sich sofort wieder zu verstehen.

So langsam entwirrt sich die Geschichte etwas und auch der Teil um Sora wird endlich klarer und verständlicher, auch wenn dennoch viele Fragen bleiben, die neugierig auf den nächsten Teil machen (ja, mich macht hier viel neugierig auf Fortsetzung und Ende von Die Erben der alten Zeit).
Der klare Schreibstil gefällt mir immer noch richtig gut, auch wenn es hier doch etwas gab, was mich einfach unglaublich irritiert hat und ich noch nicht weiß, ob das Absicht oder schlicht und einfach falsch eingeprägt ist: Biarn wird stets als Emphat bezeichnet, obwohl sich das eigentlich als Empath schreibt. Auf alle Fälle hat mich das jedes Mal aufs Neue irritiert, so sehr, dass ich sogar nachgeschlagen habe, ob ich mich irre. Dennoch, mal abgesehen von diesem persönlichen Irritationsgrund, lese ich diese Bücher auch rein vom Schreibstil her gerne.

Fazit

Einzig Biarn ist jetzt für mich noch ein kleines Manko, da er mir einfach zu perfekt und unnahbar ist, während ich die anderen Charaktere in diesem Band als alte Bekannte empfunden habe. Die Spannung steigert sich immer weiter und ich kann den nächsten und leider letzten Band kaum noch abwarten. Dazu noch die Mythen als Grundlage in Kombination mit den besonderen fantastischen Wesen… empfehlenswert!

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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