[Rezension] Das Leben ist ein listiger Kater – Marie-Sabine Rogers

Titel: Das Leben ist ein listiger Kater
Autor: Marie-Sabine Rogers
Original: Bon rétablissement
Verlag: Atlantik
Erschienen am: 11.03.2014
ISBN: 978-3-455-60002-5
Preis: 19,99€
Leseprobe












Autor

Marie-Sabine Roger wurde 1957 in Bordeaux geboren, arbeitete lange als Grundschullehrerin in Südfrankreich und lebt seit 2011 in Kanada. Ihr Roman Das Labyrinth der Wörter war in Frankreich und Deutschland ein Bestseller. Zuletzt erschien von ihr Der Poet der kleinen Dinge (2011). Das Leben ist ein listiger Kater erhielt den Prix des Lecteurs de l’Express 2012 und wird fürs Kino verfilmt.

Inhalt

Jean-Pierre wacht auf und kann sich an nichts erinnern. Er ist in die Seine gefallen, ein junger Mann hat ihm das Leben gerettet. Jetzt liegt er im Krankenhaus, ein Alptraum für den menschenscheuen Einzelgänger. Doch dann lernt er die vierzehnjährige Maeva kennen und all die anderen Menschen, die ungefragt in seinem Zimmer ein und aus gehen. Und plötzlich ist Jean-Pierres Leben gar nicht mehr so grau.

Erster Satz

Ich will ja nicht angeben, aber so mit sechs, sieben Jahren hatte ich in Sachen gesetzlich verbotene Straftaten schon einiges ausprobiert.

Meine Meinung

Nachdem ich von Das Labyrinth der Wörter wirklich verzaubert war, war ich neugierig auf dieses Buch, ob es mich auch so ansprechen wird. Das Leben ist ein listiger Kater ist ein wirklich schönes Buch, aber irgendwie reicht es für mich persönlich nicht an Das Labyrinth der Wörter heran.

Jean-Pierre ist ein wundervoller Charakter, etwas griesgrämig, eigenbrötlerisch, aber das hätte ruhig noch etwas stärker rauskommen können, denn nach dem Klappentext habe ich mir das noch ausgeprägter vorgestellt. Jean-Pierre war zwar genervt, z.B. von Maeva, aber das wäre ich auch gewesen. Und auch ansonsten war er viel netter als gedacht. Ich hätte mir wirklich einen alten einsamen Griesgram gewünscht, aber da waren meine Erwartungen höher als der letztendliche Charakter.
Seine Geschichten aus der Vergangenheit sind hingegen wirklich toll, das beginnt schon mit dem Auftakt. Der erste Abschnitt des Buch, schon der erste Satz, ist einfach perfekt. Sprachlich gesehen hat mich die Marie-Sabine Rogers da wieder gepackt. Ich finde ihren Stil einfach nur wunderschön. Sprachlich begeistert sie mich doch immer wieder, auch wenn ich hier einfach inhaltlich etwas mehr von Jean-Pierre erwartet hätte. Immerhin merkt man ihm zumindest an, dass er ziemlich weltfremd ist, besonders in Hinblick auf Maeva.
Maeva… die nervt einfach nur, überrascht dafür am Ende jedoch ziemlich. Zumindest mich hat ihre Geschichte doch überrascht, was aber auch daran liegt, dass Jean-Pierre null Durchblick hat und ich als Leserin somit genauso wenig damit gerechnet habe.

Der Schluss war wirklich schön in seiner Schlichtheit. Es hatte etwas Selbstverständliches und das mochte ich. Und der Grund, warum Jean-Pierre überhaupt erst im Krankenhaus gelandet ist… sehr amüsant und ebenso überraschend. Damit habe ich tatsächlich nicht gerechnet.
Das Leben ist ein listiger Kater ist eines dieser Bücher, das von seinen Charakteren lebt. Wenn Jean-Pierre noch etwas griesgrämiger gewesen wäre, wäre es perfekt gewesen, aber mir hat einfach ein bisschen was gefehlt!

Fazit

Irgendwie habe ich mir von Jean-Pierre etwas mehr erwartet, aber dennoch ist Das Leben ist ein listiger Kater ein schönes Buch, dessen Sprache einfach wundervoll ist. Und auch die meisten Charaktere sagen mir zu, auch wenn da insgesamt noch etwas mehr Tiefe hätte sein können.

Bewertung


Quellen
CoverAutorenvitaInhalt

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2 thoughts on “[Rezension] Das Leben ist ein listiger Kater – Marie-Sabine Rogers

  1. Trotz der kleinen Schwäche möchte ich das Buch auch gerne noch lesen, nachdem mir "Das Labyrinth der Wörter" so gut gefallen hat. Frau Rogers Sprachstil ist wirklich fantastisch und sie streut so viele wundervolle Lebensweisheiten in ihre Werke mit ein ♥
    Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie es mir später gefallen wird 🙂
    Ganz liebe Grüße und noch einen schönen Tag!
    Nora

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