[Rezension] Der Garten der verlorenen Seelen – Nadifa Mohamed

Titel: Der Garten der verlorenen Seelen
Autor: Nadifa Mohamed
Original: The Orchad of Lost Souls
Verlag: C.H. Beck
Erschienen am:
ISBN: 
978-3-406-66313-0
Preis: 
19,95€
Leseprobe












Autor

Nadifa Mohamed, geboren 1981 in Hargeisa, Somalia, kam als Kind mit ihrer Familie nach London und studierte in Oxford Geschichte und Politik. 2010 erschien ihr Roman „Black Mamba Boy“, der auf der Longlist des Orange Prize for Fiction stand und auf der Shortlist des Guardian First Book Award, des Dylan Thomas Award, des John Llewellyn Rhys Prize, des PEN/Open Book Award und den Betty Trask Award gewann. Nadifa Mohame gehört mit einem Auszug aus „The Orchard of Lost Souls“ zu den 20 „Best of Young British Novelists“ der renommnierten englischen Zeitschrift „Granta“.

Inhalt

Drei Frauen, deren Schicksal unwiderruflich miteinander verknüpft ist, die Feindinnen werden könnten und am Ende ein prekäres Bündnis des Überlebens schließen – die neun Jahre alte Dequo, die aus dem Flüchtlingslager, in dem sie geboren ist, in die Stadt flieht; Kawsar, eine einsame Witwe, die um ihre Tochter trauert und an ihr Bett gefesselt ist; und Filsan, eine junge Soldatin, die mithelfen soll, den Aufstand zu unterdrücken.

Erster Satz

Fünf Uhr morgens.

Meine Meinung

Der Garten der verlorenen Seelen ist wirklich ein sehr ernster Roman, ein nachdenklicher Roman, der eine andere Welt zeigt, der ein Somalia zeigt, das wir Europäer uns sicher nicht immer ganz so vorstellen können.
Es werden die Wege von drei Frauen miteinander verwoben, die im ersten Teil des Buches mit teils verheerenden Folgen aufeinander treffen. Dabei wirkt es nicht gewollt, sondern wie ein Zufall, der einfach genauso stattfinden könnte: Filsan als Soldatin muss an Ort und Stelle sein und ihrer Pflicht nachgehen, Kawsar wird mit anderen Frauen dazu gezwungen und Dequo ist ein Waisenkind, das an diesem Ort sein Glück versucht. Das erste Treffen dieser drei Frauen geht definitiv nicht gut aus, insbesondere für Kawsar, die danach bettlägerig ist. Und danach trennen sich die Wege wieder: Dequo gerät an die Huren des Viertels und hat dort erstmals ein gutes Leben, Filsan erkennt so langsam, was das Soldatendasein für sie wirklich bedeutet und Kawsar sinniert über ihre Vergangenheit und die Gegenwart. Da ist kein Glück, kein Frohsinn, nur einzelne gute Momente.

Dieses Buch lässt einen wirklich nachdenklich zurück. Das wird auch stilistisch verstärkt, denn – was absolut wundervoll ist – Nadifa Mohamed wertet nicht. Sie beschreibt die Situation, das Geschehen, aber als Leser muss man selbst entscheiden, was man davon hält, was diese Geschichten in einem auslösen. Mich haben sie berührt und gefesselt. Mich haben die drei Frauen jede für sich mit genommen in ihre persönliche Welt und jede der drei hat etwas in mir ausgelöst und berührt. Mich hat insbesondere der Schluss fasziniert und wie die Wege, so viel kann ich ja definitiv schon einmal verraten, wieder zusammenführen und die drei Frauen den im Klappentext benannten Pakt schließen.

Fazit

Ich möchte gar nicht viel mehr sagen, denn eigentlich spricht dieses Buch für sich selbst, wenn man es liest. Es ist anspruchsvoll und keine Lektüre für mal eben nebenbei. Ich finde, das Buch sollte man in alle Ruhe lesen und auf sich wirken lassen. Es ist eine ganz besondere Geschichte von drei besonderen Frauen.

Bewertung

Quellen
CoverAutorenvitaInhalt

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