[Rezension] Steife Prise – Terry Pratchett

Titel: Steife Prise
Autor: Terry Pratchett
Original: Snuff
Band: 34
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-442-48087-6
Preis: 9,99€
Leseprobe









Autor


Terry Pratchett wurde 1948 in Beaconsfild geboren und ist mit über 45 Millionen verkauften Scheibenweltbüchern wohl einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. 1983 legte er mit „Die Farben der Magie“ den Grundstein der fantastischen Scheibenwelt. All seine Verdienste, Preise und sein unglaubliches Wirken kann ich hier gar nicht nennen, zu viel kam von diesem großartigen Autor. Seit 2007 ist jedoch bekannt, dass er unter einer Frühform von Alzheimer leidet und seitdem konzentriert sich Terry Pratchett nur noch auf das Schreiben. Für Interessierte empfehle ich den unten angegebenen Link der Autorenvita.

Inhalt

Niemand liebt seine Arbeit und seine Stadt so sehr wie Samuel Mumm, Kommandeur der Stadtwache von Ankh-Morpork. Doch nun droht Ungemach. Denn Mumms Ehefrau Lady Sybil hat ihn zu zwei Wochen Landurlaub auf dem Familienstammsitz verdonnert. Frische Luft, grüne Wiesen, ein Haus voller Dienstboten und standesgemäße Nachmittagstees: die Hölle auf Erden. Doch zum Glück bewahrheitet sich die Regel, dass wo ein Cop, da auch ein Verbrechen ist. Und so steckt Samuel Mumm auch auf dem angeblich so idyllischen Lande bald wieder bis zum Hals in höchst abenteuerlicher Arbeit…

Erster Satz

Das, was die Welt von Goblins weiß, beschränkt sich im Großen und Ganzen auf den Kult oder vielleicht auch die Religion des Unggue.

Meine Meinung

Leser, die sich hier schon etwas länger tummeln, wissen ja sicher durch den ein oder anderen Post: Ich bin Scheibenwelt-Fan! Ja, ich liebe die Scheibenwelt, ich liebe die Figuren, die sich dort tummeln. Insbesondere die Wachen-Romane haben es mir angetan und daher konnte ich es kaum abwarten, endlich Steife Prise in den Händen zu halten. Leider gehört es für mich zu den schwächeren Scheibenwelt-Romanen. Und vor allen Dingen zu den schwächeren Wachen-Büchern. Es gab einige Punkte, die mich nicht überzeugt haben. Wo fange ich an?

Genau, mit dem ersten Satz, denn schon da fängt das Problem etwas an: die Goblins. Ich mag an der Scheibenwelt, dass alles stimmig ist und nicht urplötzlich irgendetwas auftaucht, was einfach reingepflanzt wirkt und sich nicht perfekt einfügt. Leider haben die Goblins genau diesen Beigeschmack für mich. Ich habe den ersten Satz gelesen und war so: Was? Goblins? Vielleicht ging es anderen ja nicht so, aber irgendwie passt diese Spezies für mich nicht so ganz rein. Die kleinen Größten z.B. haben sich damals beim ersten Lesen richtig gut eingefügt, was auch daran liegt, dass sie selbst mich durch ihren ganz eigenen Charme für sich eingenommen haben. Die Goblins hingegen… das kommt einfach nicht so rüber. Sicher ist Tränen-des-Pilzes ganz entzückend und Stinky… interessant (um es mal höflich auszudrücken), aber es fehlt das gewisse Etwas. Zumindest für mich. Also ein Punkt, der mich in diesem Buch nicht überzeugt hat, ist schnell gefunden.

Habe ich es schon erwähnt? Ich liebe die Wache. Die komplette Wache. Hier steht Samuel Mumm sehr im Vordergrund. Kein Ding, denn ich mag auch ihn, aber mir fehlt einfach der Rest der Wache. Zwar kommen die anderen Wächter auch vor, doch irgendwie fehlt mir das Zusammenspiel von Mumm, Nobby, Fred, Karotte, Angua und so weiter und so weiter. Die Dialoge, Mumm am Schreibtisch, mir fehlt… mir fehlt Ankh-Morpork.

Doch natürlich gibt es auch positive Dinge, die ich erwähnen möchte: Wenn mir die Interaktionen der Wächter fehlen, gefällt mir umso besser wie sich die Beziehung zwischen Mumm und Sybil immer weiter entwickelt. Ich liebe ihre Dynamik als Ehepaar, die hier natürlich total genial zur Geltung kommt. (Ich verwende bei Pratchett-Bücher das Wörtchen ‚lieben‘ gerne, fällt euch das auch auf?)
Und dann noch Klein-Sam, was einfach ein entzückendes kleines Kerlchen ist. Sein Umgang mit den Goblins ist unglaublich liebenswert und ganz ehrlich? Pratchett hat hier einfach das perfekte Kleinkind geschrieben, so wünsche ich mir Kinder.

Gegen Ende gab es noch spannende Action, doch irgendwie kam diese Spannung nicht so auf. Schade eigentlich, doch so recht packte Steife Prise mich nicht. Erst geht es lange, dann Schlag auf Schlag.
Auch der gewohnte Witz von Herrn Pratchett kam hier nicht ganz zur Geltung. Da gibt es weitaus humorvollere Bücher.

Fazit

Steife Prise wird definitiv keines meiner Lieblings-Scheibenwelt-Romane. Irgendwie konnten mich die Goblins nicht ganz überzeugen, die Storyline fand ich nicht packend und ich vermisse meine heißgeliebte Wache. Dennoch gibt es einfach immer Momente, die ich rührend finde oder die mich amüsiert haben. Und dann ist da noch die Ehepaar-Dynamik, davon will ich in Zukunft auf alle Fälle mehr!

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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2 thoughts on “[Rezension] Steife Prise – Terry Pratchett

  1. Habe ich dir schon gesagt, dass ich es total super finde, dass du oft Bücher rezensierst, die nicht so 0815 sind? Mein Dashboard quillt immer über mit den gleichen Bücherrezis – aber auf Chimiko ist Verlass, dass es mal was Neues gibt – danke für diese schöne (Halb-)Empfehlung.
    Was ist dein Lieblings-Scheibenwelt-Roman?

    1. Aw, vielen lieben Dank ♥ Ich werde ja ganz rot *lach*.

      Und gleich stellst du mir eine schwierige Frage. Ich glaube, ich würde mich tatsächlich 'MacBest' oder 'Wachen! Wachen!'. Allgemein aber bin ich bei jedem der Hexen-Romane dabei. Wobei ich auch die Rincewind-Roman mit dem Touristen liebe, das war mein Einstieg in die Welt und daher ist damit auch viel Nostalgie verbunden.

      Alles Liebe, Chimiko

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