[Rezension] Wie ein flammender Schrei – Mats Wahl


Titel: Wie ein flammender Schrei
Autor: Mats Wahl
Original: Ormfagel
Verlag: Hanser
Erschienen:  29.09.2014
ISBN: 978-3-446-24640-9
Preis: 14,90€
Leseprobe
 
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Autor

Mats Wahl, 1945 geboren, lebt als freier Schriftsteller in Stockholm. Er
hat über 40 Bücher veröffentlicht, darunter Romane für Kinder und
Jugendliche, Theaterstücke, Drehbücher für Fernsehfilme und TV-Serien
und pädagogische Fachbücher. Für seine Romane bekam er zahlreiche
bedeutende Auszeichnungen. Er erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis
und wurde u.a. mit Därvans Reise (1995)dafür nominiert. Zuletzt erschienen bei Hanser seine Jugendbücher Du musst die Wahrheit sagen (2011) und Wie ein flammender Schrei (2014).


Inhalt

Ellen ist neu in der Schule. Von Anfang an ist klar, dass es nicht
einfach wird. Vier Schüler terrorisieren die anderen. Dabei schrecken
sie auch vor sexuellen Übergriffen und massiven Drohungen nicht zurück.
Einziger Lichtblick ist die Theater-AG. Als Ellen Mut beweist, indem sie
einem Mädchen zu Hilfe kommt, wird sie selbst zum Opfer. Sie wird
bedroht und begrapscht. Nach einer Beschwerde bei der Rektorin werden
die Jungs bestraft. Doch sie schwören Rache. Wenig später geht die
Schule in Flammen auf, während im Keller die Theater-AG probt. Ein
schonungsloses Jugendbuch über Gewalt an Schulen.

Erster Satz

Zehn Tage später wird sie in einem Bett auf der Intensivstation im künstlichen Koma liegen und eine Frau in grüner Schutzkleidung wird sagen, der Zustand des Mädchens sei kritisch.

Meine Meinung

Okay, ich fange jetzt noch mal ganz von vorne an, denn irgendwie habe ich mich total verrannt beim Schreiben. Und auch beim Buch fange ich vorne an, nämlich beim ersten Satz: Ihr lest den Satz und ihr wisst, wie es endet. Es gibt Bücher, die sind so und sind echt alles andere als gut. Dieses Buch ist beeindruckend. Beängstigend. Fesseln. Und leider auch realitätsnah, auch wenn der Schluss natürlich (aktuell noch!) auf die Spitze getrieben ist. Wie ein flammender Schrei ist eine dieser Geschichten, bei der das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel!“ einfach nur perfekt passt. Man weiß: Es wird was wirklich Schreckliches geschehen. Man weiß auch in groben Zügen, warum das so passiert, aber es ist einfach nur faszinierend, diese Person auf ihrem Weg zu begleiten.

In letzter Zeit gab es ja schon vermehrt Bücher, die einen Amoklauf an der Schule als Hintergrund hatten, ein ebenfalls spannendes Thema. Doch Mats Wahl hat hier ein – leider – alltäglicheres Thema gewählt: Mobbing. Terrorisierung. Und das findet hier wirklich in trauriger Vollendung statt.

Man begleitet Ellen, die Protagonistin, auf ihrem Weg. Auf ihrem Weg ins Krankenhaus sozusagen und Leute, das ist stellenweise echt beängstigend! Vor allen Dingen, wenn ich mir vorstelle, dass es da immer wieder Momente gibt, die sich sicherlich täglich auf unseren Schulen abspielen.
Ellen selbst ist jetzt auch nicht unbedingt eine Musterschülerin und hat nicht die perfekte Familie. Sonst wäre sie auch nicht auf dieser Schule gelandet. Doch auch ihre Geschichte wirkt authentisch, bzw. ihr Benehmen wirkt authentisch. Ich sehe sie förmlich vor mir, wenn sie da am Fenster sitzt und in die Ferne schaut.

Gegen Ende hatte ich übrigens ein immer beklemmenderes Gefühl, vor allen Dingen als man wusste, dass es nun praktische jede Seite passieren kann. Der Autor selbst sorgt dafür, dass man diesen „Countdown“ auch nie aus den Augen verliert, indem er Kapitel des Öfteren mal so einleitet und den Leser einfach daran erinnert: Hey, in ein paar Tagen/Stunden ist es soweit! Denk dran!
Und dann kommt das Ende und… es bewegt wirklich.

Fazit

Dank seiner Realitätsnähe hat mich Wie ein flammender Schrei wirklich geflasht und mir fiel es auch nicht leicht, eine Rezension zu schreiben, weil ich eigentlich alles und nichts erwähnen wollte. Zum Glück basiert die Geschichte nicht auf einer wahren Gegebenheit, doch es ist eben auch nicht so fern. Schockierend realistisch.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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