[Rezension] Die Rosenkriege. Sturmvogel – Conn Iggulden


Titel: Die Rosenkriege. Sturmvogel
Autor: Conn Iggulden
Original: Wars of the Rosen. Stormbird.
Band: 1
Verlag: Heyne
Erschienen: September 2014
ISBN: 978-3-453-41796-0
Preis: 9,99€
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Autor

Conn Iggulden, geboren 1971, ist einer der erfolgreichsten Autoren historischer Stoffe. Iggulden lehrte Englisch an der University of London, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Neben seinen Romanen stürmte er auch mit dem Sachbuch „Dangerous Book for Boys“, das er zusammen mit seinem Bruder Hal schrieb, die Bestsellerlisten. Sturmvogel ist der erste Band seiner neuen Serie um die Rosenkriege, die England in einen verheerenden Bürgerkrieg rissen. Iggulden lebt mit seiner Familie in Hertfordshire, England.

Inhalt

England 1437: König Henry VI. ist krank und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich, der England in eine Katastrophe reißen könnte. Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou soll die Macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft bei der Bevölkerung Empörung hervor. Richard, Duke von York, nutzt den Hass gegen den König und seine willensstarke Gemahlin zu seinen Zwecken – die Rosenkriege beginnen …


Erster Satz

Unter dem Bett standen Schalen mit dunklem königlichen Blut, die der Arzt vergessen hatte.

Meine Meinung

Nach langer Zeit habe ich mal wieder zu einem historischen Roman gegriffen und muss sagen… ganz begeistert bin ich nicht. Der Schreibstil von Conn Iggulden ist toll, die Zeit, die gewählt wurde, finde ich ebenfalls richtig spannend und dennoch… Ich meine, ich bin ja wirklich geschädigt, weil ich Rebecca Gable so sehr liebe, aber allein schreibtechnisch habe ich das Buch gerne gelesen und auch die Hintergrundinformationen waren interessant gewählt. Der Einbau einer nicht historischen Figur, der fiktive Derry Brewer, war ganz interessant. Derry ist nicht unbedingt ein Sympathie-Träger, aber er führt die unterschiedlichen Fäden zusammen. Denn das Problem für mich hier ist: Viele verschiedene Figuren erzählen kleine Stücke, aber es gibt kein großes Ganzes. Derry ist das einzige Bindeglied, aber so richtig gut funktioniert das nicht. Es ergibt sich einfach keine Geschichte. Das sind mehr Bruchteile aus der Zeit, aber dieser Gesamtzusammenhang funktioniert hier nicht. Derry taucht zwar in den meisten dieser unterschiedlichen Teile auf, aber das reicht einfach nicht als Zusammenhang.

Nehmen wir zum Beispiel Königin Margaret. Sie fand ich von Anfang an sympathisch und die Teile mit ihr sind einfach toll. Dann liest man einen Teil von ihr und plötzlich, ohne jegliche Vorwarnung oder irgendeine Kennzeichnung, ist man bei einem anderen Charakter und ein paar Jahre weiter. Man hat einfach keine Zeit, sich richtig in einen Charakter einzulesen und einzutauchen. Viel zu oberflächlich werden zig verschiedene Stationen angekratzt, aber keine irgendwie vertieft! Sehr enttäuschend!
Allgemein gilt hier auch: Jahreszahlen, Titel oder irgendetwas, dass diese Sprünge kennzeichnet, wären hervorragend gewesen. Stattdessen hat man die wunderbare Trennung: Teil 1. Teil 2. Teil 3. Das ist bei einem historischen Roman, der mit Zeitsprüngen arbeitet, eindeutig zu wenig!

Ich möchte aber dennoch nochmal hervorheben, dass diese kleinen Stücke durchaus gut waren, aber eben zu wenig. Da stirbt beispielsweise ein Charakter und die restlichen, die durchaus Sympathie für ihn empfunden haben, reagieren gar nicht darauf, dass er tot ist. Das hat einfach keinen Raum in diesem Buch. Ein, zwei Charaktere weniger und dafür intensiver und zusammenhängender auf den Rest eingehen und das Buch hätte mindestens vier Brillen von mir bekommen.

Fazit

Dieser historische Roman hat durchaus Potenzial, das aber wirklich vergeudet wird. Verwirrende Zeitsprünge, zu viele Charaktere und nur oberflächlich erzählte Schicksale sind einfach stärker als der wirklich tolle Schreibstil, die historisch interessanten Fakten und die eigentlich sympathischen Charaktere.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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