[Rezension] Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki – Haruki Murakami


Titel: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
Autor: Haruki Murakami
Original: Shikisai wo motanai Tazaki Tsukuru to, kare no junrei no toshi
Verlag: DuMont
Erschienen: Januar 2014
ISBN: 978-3-8321-9748-3
Preis: 22,99€
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Autor

Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung im DuMont Buchverlag.

Inhalt

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.

Erster Satz

Vom Juli sein zweiten Jahres an der Universität bis zum Januar des folgenden Jahres dachte Tsukuru Tazaki an nichts anderes als an den Tod.

Meine Meinung

Dieser erste Satz. Ein Satz und Haruki Murakami hat mich. Es ist kein Geheimnis, dass ich Murakami einfach unglaublich gerne lesen. Zugleich hab ich jedes Mal die Hemmschwelle, ein neues Buch von ihm zu lesen. Klingt verwirrend, oder? Aber ich hab einfach jedes Mal Angst, dass er mich nicht so flasht wie mit den anderen Büchern… daher lag auch dieses Buch eine Weile auf meinem SuB und jetzt habe ich es – ein Glück! – endlich gelesen und frage mich, warum ich so lange gezögert habe, denn Murakami hat mich auch dieses Mal überzeugt. Für mich ist Haruki Murakami ein absoluter Meister des Alltags-Zaubers! Ich kenne keinen Autor, der etwas vollkommen Alltäglichem, wie hier den Verlust einer Freundschaft, so eine Magie einhauchen kann. Wenn ich Murakami lese, passiert etwas Magisches und ich verliere mich vollkommen in seinen Büchern.
Hier geht es eben um Freundschaft, bzw. den Verlust ebendieser, der sich eingräbt und einen das Leben lang nicht loslässt. Wer kennt das nicht, eine Freundschaft, die zerbricht und über die man einfach nicht hinweg kommt? Es ist eben etwas so Alltägliches, doch durch seine Sprache zeichnet Haruki Murakami hier etwas ganz Besonderes. Allein schon die Tatsache, dass Tsukuru farblos ist. Nicht nur sein Name, auch seine Persönlichkeit empfindet er so. Seine farbigen Freunde… ich könnte stundenlang von dieser Idee schwärmen. Dann der wahre Grund für das Ende der Freundschaft – ich kann euch sagen, dass ich ja meine eigene Theorie hatte, aber so was von auf der falschen Fährte war! Auf das, was nun tatsächlich geschehen ist, wäre ich nicht gekommen. Ich verrate euch nicht, was es ist, doch ich sage euch, dass ich grundsätzlich nicht der Fan davon bin, das nicht gerne lese, aber bei Murakami war das in diesem Fall kein Problem.
Doch zurück zur Geschichte: Man erlebt nun eben, wie Tsukuru auf die Suche geht, tatsächlich in gewisser Weise nach sich selbst, aber eben auch nach den Hintergründen. Diese Suche ist immer verwoben mit Geschichten, die teilweise ein mythisches Gefühl erzeugen, fantastisch sind sie allemal. Das fließt alles so ineinander… meisterhaft, einfach nur meisterhaft, kann ich dazu sagen!
Ich weiß gar nicht, was ich noch dazu sagen soll, es ist einfach so schwierig, diese Großartigkeit für euch zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Es gibt so viele unglaublich fantastische Details, so viele tolle Dinge, die passieren und Geschichten… es ist zu viel…

Fazit

Wie immer bin ich total fasziniert von Haruki Murakami und dieses Buch hat mich irgendwie besonders berührt, weil ich auch Freundschaften hatte, die unschön geendet habe und die ich tatsächlich vermisse. Dazu noch Murakamis unglaubliche und gewaltige Sprache und diese vielen Details… das Buch ist eine Wundertüte, je öfter ich es lesen werde, umso mehr werde ich entdecken, was mir davor entgangen ist.

Bewertung



Quellen
Cover; Inhalt

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